Klassische Instrumente minimal und sehr modern interpretiert: Das neue Album von Lymland überzeugt mit emotionalen und ruhigen Klängen auf ganzer Linie.

Artwork Lymland

Kennst du die rhetorische Figur „Oxymoron“? Dabei handelt es sich um zwei Begriffe, die sich eigentlich ausschließen, wie etwa „Hassliebe“, „Alter Knabe“ oder „Moderne Klassik“. Aber halt! Das letzte Beispiel bildet in der Musik von „Lymland“ keinen Widerspruch, sondern vielmehr eine gelungene Verbindung: Auf dem Album „Rymdar“ werden klassische Instrumente modern und minimalistisch eingesetzt, sodass ein gelungenes Klangexperiment dabei herauskommt.

Wer ist Lymland?

Wer das schwedische Duo „Lymland“ noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass sich Reinhören lohnt. Die Band setzt sich aus Sonja Perander und ihrem Bandkollegen Jerker Kaj zusammen. Gemeinsam entlocken Sie Orgel, Synthesizer, Gitarre und Piano wunderbare Klänge, die zum Träumen und Entspannen einladen. 2012 starteten die Musiker aus Malmö ihre Karriere mit dem Album „Ensamtidsroman“, das die verschiedenen Instrumente auf breiten Klangflächen miteinander vermischte. Was damals noch ein wenig nach Spielerei und Experimentierfreude klang, wirkt nun ausgereifter und stabiler.

Neue Platte und dennoch dem Stil treu geblieben

Das neue Album „Rymdar“ bietet im Gegensatz zu seinem Vorgänger zwar einiges an Veränderungen, insgesamt bleiben sich Lymland aber treu, was den Stil betrifft. Immer noch minimalistisch aufgezogene Songs, die keine Worte benötigen, um Emotionen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Trompete gemischt mit leichten Cellotönen, oder ein einleitendes Glockenspiel machen jeden der Songs zu einem einfühlsamen, ruhigen Hit für sich. Die Platte bietet daher eine Vielfältigkeit, die zu verschiedenen Traumwelten führt, sobald man sich darauf einlässt. Dennoch wirkt kein Track fehl am Platz, sondern passt sich wunderbar in das Gesamtgefüge ein.

Solltest du kein Schwedisch sprechen, so kannst du bereits bei der Tracklist deiner Fantasie freien Lauf lassen, da das Duett die Titel in ihrer Muttersprache aussuchen. Der Song „Den satans motorbåten“ hat etwas dunkles, beinahe mysteriöses, und schmeichelt mit seiner Melancholie dem Gehör. Der Titel „Snubbelfot“ tut es ihm gleich und sorgt anfangs für eine leicht düstere Atmosphäre, die sich nach wenigen Sekunden aber in eine ruhige und entspannte Klangfläche auflöst. Sehr gefühlvoll und emotional wird es mit dem Song „Minnet“, dessen leichte Glockenspieltöne eine unglaublich sentimentale Stimmung verbreiten. Verbunden mit Piano und Cello benötigt dieser – wie die restlichen Songs – keine Stimme oder Textzusatz, um authentisch zu wirken und den Zuhörer zu erreichen. Der Titel „Novemberdialog“ ist für uns verständlich und bedarf keiner Übersetzung. Beim Hören des Tracks, bekommt man das Gefühl von Hoffnung und Mut, er erinnert irgendwie an einen aussichtsvollen Neubeginn. Dafür sorgen ruhige Pianoklänge, die wenig Platz für Trübsal oder Traurigkeit lassen. Ein idealer Song, wenn an einem tristen Novembertag die Tropfen an der Fensterscheibe abperlen und man eingekuschelt in eine Decke den eigenen Gedanken nachhängen möchte. Ähnlich wirkt der Song „Isbrytaren & finländaren“, dessen Glockenspielbeginn schon für die richtige Stimmung in den ersten Takten sorgt. Der Track „Fastän måsten“ wirkt dagegen beispielsweise wieder ein wenig zurückhaltender und entführt einen an Plätze und Gedankenwelten, die gerne zum Gedankenkarussell-Fahren einladen.

Lymland

Das Album überzeugt mit 10 Tracks, die alle unterschiedlich sind und doch in ein ausgefeiltes Gesamtkonzept passen. Jeder Titel hat eigene kleine Besonderheiten, die ihre jeweils eigene Atmosphäre besitzen. Trotz ruhiger Töne, moderatem Tempo und seichten Klängen von klassischen Instrumenten wird man an der einen oder anderen Stelle des Albums vom Sound überzeugt und überwältigt werden.

Tracklist:
1. Mjuk sömn över havsdjup
2. Snubbelfot
3. Minnet
4. Novemberdialog
5. Dyningar
6. Fastän måsten
7. Isbrytaren & finländaren
8. Den satans motorbåten
9. Mönster
10. Snömild

Gäste willkommen!

Für das Einüben und die Aufnahmen der verschiedenen Titel war nicht nur die Band aus Malmö aktiv, sondern es sind auch Gastmusiker auf der CD zu hören. Zu diesen zählen Erik Sunding (Glockenspiel), sowie Anja Linna (Cello) oder Frederik Karlsson (Klarinette). Für Trompetentöne war der Musiker Jens Löfqvist von Vit Päls zuständig.

Für die Produktion stand das Studio von Discrete Motion Recording von Erik Sunding zur Verfügung. Um das Mastering hat sich Petter Samuelsson der Band Testbild gekümmert. Erscheinen wird das Album bei popuprecords am 06.03.2015!

Fotocredits: Popup-records

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