Mit DelaDap zurück in die Vergangenheit
Unterhaltung
Abwechslung
Wiedererkennungswert
Tiefgang
3.8STERNE

Die Wiener Swing Band DelaDap nimmt ihre Fans mit dem neuen Album „Bring It On“ auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mit, die jede Menge Spaß macht.

Erschienen ist der Longplayer am 3. Juni 2016 beim Label „Chat Chapeau Nouveau“ und er verspricht zahlreiche Songs zum Grooven und Tanzen. Der Opener der Platte „You’re Not Alone“ bietet zu Beginn ein orchestrales, mystisches Werk, das den Zuhörer gefangen nimmt.

Die österreichischen Musiker DelaDap, die sich selbst dem Crazy Swing & Dirty Jazz zuordnen, schaffen eine spannende Atmosphäre. Der folgende Titel „Bring It On“ löst diese Spannung auf und wirkt beinahe etwas unpassend. Insgesamt aber typischer für den Sound des Albums als der Opener. Viel unbeschwerter und sehr jazzig versetzt er seine Zuhörer in die goldenen 20er, in denen der Jazz seine Hochzeit erlebte. Noch ausgelassener wird die Stimmung mit dem Titel „King Of The Divan“, der im April bereits als erste Singleauskopplung erschienen ist.

Im Titel “Dirty Jazz” zeigt die Band dann, wie perfekt eine verführerische Gesangstimme mit Trompete und schnellen Rhythmen harmoniert, während es im Titel „Merry Go Round“ das erste Mal ein wenig ruhiger und melodiöser zugeht. Zumindest am Anfang des Songs, nach dem Intro wird auch dieser zum swingenden Tanzhit. Ganz nach dem Motto der Band: „The groove, the beat, this is DelaDap. Life is beautiful. Music is beautiful. Dancing is beautiful. Together.“

Bruch zur Halbzeit

Ab etwa der Hälfte der Platte beginnt DelaDap eine andere Richtung einzuschlagen, die nach all der Gute-Laune Hits sehr angenehm ist. „Free Yourself“ stellt eindeutig die Stimme der Sängerin Yola B in den Vordergrund. Die instrumentale Jazz-Besetzung lädt jetzt nicht mehr zum Grooven und Tanzen ein, sondern zum Zuhören und Genießen. Die geänderte Stimmung fällt noch mehr beim Titel „Sleepwalker“ auf, der durchaus dem Pop-Genre zugeordnet werden könnte. Ebenso verhält es sich mit der flotten Nummer „Ring Me Up“.
Abgeschlossen wird der Longplayer mit drei Live-Titeln, die den bisherigen Stil der Gruppe gekonnt widerspiegeln: schnelle Rhythmen, unverkennbare Trompetenklänge und ein jazziger Gesamteindruck. Wer allerdings auf handgemachten, tiefgehenden Jazz steht, wird mit der Musik von DelaDap nicht glücklich werden. In erster Linie stehen leichte Texte und Unbeschwertheit im Vordergrund. Auch sind viele der Titel in ihrer Art ähnlich, sodass ein wenig Abwechslung fehlt. Die zahlreichen schnellen und fröhlichen Songs zu Beginn des Albums sind für ruhigere Gemüter daher sicher ein wenig anstrengend, wenn sie sich das Album am Stück anhören wollen.

Markante romanische Einflüsse

DelaDap entstand 2004 aus der Idee des DJs Stani Vana, der aus Prag stammt und die Band als eine Art Kunstprojekt verfolgt. Seit der Gründung der Band wird der Sound stetig weiterentwickelt. Ganz markant ist dabei allerdings der romanische Einfluss, der auch auf der neuen Platte eindeutig erkennbar ist. Die flotten Beats und die Stimme der Sängerin Yola B erinnern immer ein wenig an Popmusik aus dem Osten Europas. Die einzigartige Mischung dieser Elemente mit Jazzklängen macht DelaDap zu einer Ausnahmegruppe, deren Musik im Ohr bleibt und für gute Laune sorgt.

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