Ja, Österreich verfügt über Rockmusik von absolut internationaler Qualität. Im Juni 2015 trat die Tiroler Band Mother’s Cake mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums namens „Love the Filth“ dafür den Beweis an.

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Mother’s Cake – Love The Filth (c) Panta R&E

Mit dem Longplayer verwandelten sich Yves Krismer (Vocals, Gitarre), Benedikt Trenkwalder (Bass) und Jan Haußels (Drums) zu der Rockband, an der in Österreich kein Weg vorbeiführt. Ihr sieben Songs starkes Zweitlingswerk vereint rohe Energie mit hoher musikalischer Virtuosität und einer anständigen Portion Verrücktheit. Zumeist werden Mother’s Cake unter dem Progressive Rock-Schirm gestellt. Jedoch präsentiert sich die Musik des alpinen Trios um einiges organischer, psychedelischer und weniger mathematisch, als man es sich von herkömmlichen progressiven Rockbands erwarten würde. Der Funk der frühen Red Hot Chili Peppers und die instrumentale Progression von The Mars Volta sind ständige Begleiter in Mother’s Cake’s Klangkosmos. Klar gemacht werden alle Stärken der Band gleich beim Titeltrack, der nach einem 26 Sekunden andauernden Prelude mit voller Wucht und schreiender Gitarre einsetzt. Wie das gesamte Album ist der Song abwechslungsreich, intensiv und unvorhersehbar. Durch den hohen Variantenreichtum und die unzähligen Ideen, die die Band wie selbstverständlich aus dem Ärmel schüttelt, gleicht kein Song auf „Love the Filth“ dem anderen. Das große Kunststück dabei ist, dass das Album trotzdem gesamt als Einheit funktioniert. Das ist natürlich keine leichte Kost, aber welcher Rockfan will das schon?

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