MyFlint rätseln über Kraken-Fortpflanzung
Vocals
Instrumentals
Lyrics
Aufnahmequalität
Abwechslung
4.1Sterne

Die Frage, wie sich wohl der Oktopus vermehren mag, scheint MyFlint sehr beschäftigt zu haben. Immerhin haben sie gleich ein ganzes Album mit dem Titel „The Secret Love Live of the Octopus“ geschaffen, das am 30. September erscheinen wird.

Nürnberg kennt man in erster Linie für seine Lebkuchen, aber neben unser aller Lieblings Weihnachtsgebäck hat die deutsche Stadt mit dem bezaubernden Altstadtkern noch MyFlint zu bieten. MyFlint ist seit 2004 als Band unterwegs und setzt sich aus Stephan, Marco, Jens und Hannes zusammen – allesamt mit dem Nachnamen Flint – zumindest sieht so der Künstlername aus. Mit „The Secret Love Live of the Octopus“ haben die vier ihr insgesamt drittes Album geschaffen. Nachdem bei ihrer letzten Scheibe „My Horoscope told me that i will be a hero today“ mit Guido Knollmann von den Donots bereits ein sehr prominenter Gastsänger vertreten war, durfte man auch bei der aktuellen Produktion wieder auf funkelnde Gastauftritte gespannt sein. Und MyFlint haben die Erwartungen auch nicht enttäuscht und Pat Prziwara von Fiddler’s Green sowie Simon Michael von Subway to Sally auf die Guestartist-Liste gezaubert.

Wer glaubt, dass man bei dem neuen Album von MyFlint in eine Scheibe voller Unter-Wasser-Ozean-Liebesszenen vor sich hat, liegt dabei falsch. Vielmehr handelt es sich „um eine Ansammlung von (durch die Taucherbrille betrachteten) Bildern und Momentaufnahmen“, wie die Band „The Secret Love Live of the Octopus“ selbst beschreibt.

Lange Entwicklungsphase

Gut Ding braucht Weile und so haben sich MyFlint für ihre neue Schöpfung auch jede Menge kreative Arbeitszeit eingeräumt – insgesamt waren es fünf Jahre seit ihr letztes Album erschienen ist, auch wenn sie in der Zwischenzeit ihre EP „Balkan Diaries“ für die hungrigen Fans heraus gebracht haben.
Startet man das Album, verzeiht man MyFlint schnell die lange Wartezeit, denn die Geduld hat sich wirklich gelohnt, „The Secret Love Live of the Octopus“ ist von der ersten Nummer weg mitreißend.

Die neun Tracks starke Scheibe ist bis obenhin vollgepackt mit poppigen Nummern, die durch locker flockige Instrumentals und großartige Vocals begeistern. Vom Stil her erinnern die vier Herren an eine angenehme Mischung aus Blink 182 und Rise Against – Skatepunk mit einem ernsten Touch. Schon „Version .0“ begeistert mit den ersten Bass- und Gitarrenakkorden und weiß diese Begeisterung auch gut mit einem melodiösen Refrain bis in die zweite Nummer „Obvious“ hineinzutragen, die quasi nahtlos an den ersten Track anschließt.

Mit „Last Chance to be the First“ findet auch eine etwas düsterere Nummer auf dem Album Einzug, wobei die Betonung auf „etwas“ liegt, da der Track trotzdem noch als gute Laune Song durchgehen kann. Die fünfte Nummer ist auch die, bei der Pat Prziwara als Gastsänger zu hören ist.

Beendet wird das Album von der nachdenklichen Nummer „Wait“, die der Scheibe einen ruhigen und reifen Abschluss bietet, ohne jedoch auf den typischen MyFlint Charme zu verzichten.

Mit „The Secret Love Live of the Octopus“ ist MyFlint ein hörenswertes Pop-Punk Album gelungen. Auch wenn wirkliche Überraschungen auf der Scheibe fehlen, ist es doch durch und durch ein solides Werk, von dem sich sicher mehr als eine Nummer als selbstständige Single behaupten könnte und das gute Laune garantiert. Wer des Oktopus verratene Liebesgeheimnisse erwerben möchte, hat hier die Gelegenheit dazu.

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