Mit einer Mini-LP ist der schwedische Elektropop-Produzent Andreas Kleerup nach längerer Pause zurück.

Schwedischer Produzent mit internationalen Features

Andreas Kleerup, dieser Name sagt inzwischen wohl den meisten Freunden der elektronischen Musik etwas. Der Schwede hat sich in der Szene als Producer und Drummer etabliert und schon etliche Kollaborationen mit KünstlerInnen anderer musikalischer Richtungen vorzuweisen.

Besonders zuckersüße Frauenstimmen scheinen es ihm angetan zu haben, er hat schließlich schon mit Lykke Li, Cindy Lauper und Neneh Cherry zusammengearbeitet und unter anderem den Nummer-Eins-Hit “With Every Heartbeat” von seiner schwedischen Landsfrau Robyn produziert.

Auch für sein neues Album “As If We Never Won” hat er sich wieder stimmliche Unterstützung geholt. Susanne Sundfor leiht Kleerup für “Let Me In” ihre Stimme so gekonnt, dass H&M den Track zum Titel ihrer Werbekampagne für die Herbstkollektion 2014 gemacht hat, die nicht nur im Fernsehen, sondern auch im Kino lief.
“Let Me In” klingt nach Haarspray und rosafarbenen Videokulissen. Die helle, klare Stimme von Susanne Sundfor schmettert den Refrain und Kleerups poppige Arrangements wollen die Hörer zum Mitschnippsen- und Mitwackeln animieren. Das klappt sogar ganz gut und der Song ist mein persönlicher Favorit von diesem Longplayer.

Melancholisch verrauchte Tracks

Der nächste Track im Album, “Nothing Left To Die For”, hingegen bringt uns wieder in die Gegenwart. Der Housetrack, der in Zusammenarbeit mit Jenny Wilson entstand, deren erwachsene Stimme dem Track, passend zum melancholischen Titel und Refrain, etwas mehr Ernst verleiht und Moroder-Assoziationen hervorruft. Der etwas trashig angehauchte 80er-Jahre Rückblick wird nur kurz unterbrochen, um dann im nächsten Song, “Rock U”, weiterzugehen. Gemeinsam mit “Nicki & The Dove” – Sängern Malin Dahlstrom paart Kleerup hier sanfte E-Gitarren, mit den zurückhaltenden Synthie-Sounds und vorsichtigen Beats.

Werbewirksam klingt das ganze Album tatsächlich. Darin, medienwirksame Sounds zu produzieren ist der Schwede inzwischen geübt und wie von Kleerup gewohnt, haben die Tracks alle einen melancholischen Anklang, klingen nach Weite und nach Aufbruch. Unterwegs sein, Neues erleben, in den Himmel schauen. So klingt “As If We Never Won”, das die Erste von zwei Mini-LP’s ist.

Albumfinale überrascht mit akustischen Gitarren und Männergesang

Andreas Kleerup

Andreas Kleerup

Der Abschluss des Albums fällt aus diesem seichten Elektrosound deutlich heraus. Der Acoustic-Track “Thank God for Sending Demons” klingt mehr nach Band of Horses oder Ben Howard. Gitarren, Männerstimme. Ich erkenne da mehr Kontrast zum Rest des Albums, als eine Verbindung. Stimmungstechnisch bleibt aber auch hier ein ähnlicher Eindruck zurück. Der letzte Song, sowie das ganze Album, klingen rund produziert und haben einen sehnsuchtsvollen, aber trotzdem poppigen Sound.

Die Kürze des Longplayers erfordert von den Hörern angenehm wenig Einsatz. Er geht konsequent mit dem Trend der Schnelllebigkeit und kommt uns ungeduldigen Kindern der mp3’s und allgegenwärtig verfügbaren Musikstreamingkanälen entgegen.

Das Album hat allerdings Höhen und Tiefen und, obwohl es die Hörer auch ein bisschen mit auf einen kleinen Trip durch die letzten Musik-Jahrzehnte nimmt, fehlt dem Ganzen leider ein wenig die nötige Würze, um das Hören zu einem Erlebnis zu machen. Die Songs funktionieren zwar sowohl einzeln, als auch im Gesamten, so richtig im Ohr bleibt jedoch leider nur das erwähnte „Let Me In.“

Fotos: Kleerup via Facebook

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