Noise Transmission brilliert mit "Meaning"
Musik
Einheit
Arrangement
Konzept
4.0Sterne

„Meaning Pt. I+II“ von Noise Transmission kommt im Doppelpack, erzählt von der Bedeutung des Lebens und entstammt unterschiedlichsten Einflüssen und Ideen.

Facettenreich, elektronisch, metallisch, hart, ruhig, aggressiv und melodiös – das sind nur ein paar Adjektive, die mit dem Debütwerk von Noise Transmission in Verbindung gebracht werden können. Genauso vielseitig wie der Inhalt des ersten Albums, das übrigens auf den Namen „Meaning Pt. I+II“ hört und bei hoermirzu-Records erschienen ist, ist auch die für das Werk verantwortliche Mannschaft: Mastermind Karl Steinpatz betont, dass Noise Transmission keine „normale“ Band ist, sondern vielmehr ein offenes Projekt, im Rahmen dessen der Grazer gemeinsam mit unterschiedlichsten Künstlern und Musikern zusammenarbeitet.

Unterschiedlich und doch eins

Verschiedene Musiker bringen für gewöhnlich auch eine Vielzahl an Einflüssen, Ideen und Talenten mit, und so kommt es, dass eine Scheibe zu eng wurde. Die insgesamt zehn Nummern finden sich auf „Meaning Pt. I“ und „Meaning Pt. II“ verteilt, wobei die erste CD fünf eher „ruhige, elektronische und melodiöse“ Songs enthält, während die zweite CD mit fünf „aggressiveren und härteren“ Nummern auftrumpft.

Meaning Pt. I+II (c) Karl Steinpatz

Allen gemein ist die faszinierende Mischung aus elektronischen Klängen, Trip-Hop Rhythmen und unterschiedlichsten Gesangsstilen, welche sich in jedem Song neu kombiniert und arrangiert wieder findet. Wer also vom ersten Song oder von der ersten Scheibe noch nicht ganz in den Bann gezogen wird, der sei an dieser Stelle ermutigt, die Scheibe noch ein wenig weiter drehen zu lassen – Fans von Massive Attack, Neurosis und Tool dürften aber auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.

„Meaning“ – Alles hat Bedeutung

Neben einem Dieter Bohlen „You’r My Heart You’r My Soul“-Cover, das abgesehen vom Text nur noch ganz leicht an die Originalversion erinnert, handeln die Songs von Karl Steinpatz hauptsächlich von persönlichen Gedanken und Erlebnissen. Wichtig ist dem Musiker und Künstler auch, dass den Zuhörern genug Raum für persönliche Interpretation bleibt. „Häufig sind es auch eher surreale Bilder, die dem Fluss des Unbewussten entsteigen und verschiedene Grundstimmungen wiedergeben sollen“, umschreibt er seine Inspirationsquellen. Diese Stimmungen zu interpretieren, bleibt unsere Sache.

Von genauso tiefgründigem Ursprung stammt der Titel des Albums, „Meaning“. Auf der CD möchte sich Karl Steinpatz gemeinsam mit den anderen Musikern und Künstlern mit dem Wissen um die Begrenztheit der menschlichen Existenz auseinandersetzen. „Da man bei dieser Thematik schnell wieder beim Leben selbst und der Frage, was einem wirklich wichtig ist, landet, hat sich dieser Titel angeboten“, so Steinpatz. Außerdem bietet der Titel erneut Spielraum für diverse Interpretationsmöglichkeiten und spiegelt somit das ganze Album gekonnt in einem Wort wieder.

Wer steckt dahinter?

Der Gesang als auch der instrumentale Part wurden von verschiedenen Musikern übernommen. Paul Plut und Andreas Klinger, beide bei Viech, sowie Philip Prugger, Sänger der Noiserock Band Baguette, und Michael Wallner sind auf dem Album zu hören. Vor allem der Song „Beyond The Looking Glass“ ist gesangstechnisch ein absolutes Highlight und beeindruckt sowohl mit klarem, zweistimmigem Clear-Gesang, als auch mit rauen Shouts und geheimnisvoll flüsternden Stimmen. Andreas Klinger und Michael Wallner waren weiters auch als Gitarristen involviert und Christoph Hüttner, Schlagzeuger der Band Loxodrome, spielte für „Meaning Pt. II“ die Drums ein. Ein bunter Haufen ist es also, der sich bei Noise Transmission bestens aufgehoben zu fühlen scheint und demensprechend für ein stimmiges und atmosphärisches Gesamtwerk sorgt.

Fazit

Die Aufteilung in zwei CDs erlaubt es den unterschiedlichen Einflüssen aus Electro, Metal und Industrial Rock sich auf „Meaning Pt. I+II“ zu einem einheitlichen und dennoch vielseitigen Endprodukt zu vermischen. Fans von großen Atmosphären und raueren Stimmungen sei eher der zweite Teil ans Herz gelegt, während die erste CD vor allem Fans des Trip-Hop beeindrucken dürfte. Fest steht, dass Karl Steinpatz mit seinem Debütwerk einen Treffer ins Schwarze gelandet hat und die verschiedenen Talente und Eigenschaften der Mitwirkenden bestens zusammengefügt hat. Wie sich das Ganze live anhört, darauf darf man noch gespannt sein, doch bis dahin heißt es: egal ob mit voll aufgedrehten Boxen, im Auto oder Bus – „Meaning Pt.I+II“ verspricht nicht nur Bedeutung sondern auch große Musik.

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