Northlane haben vor ein paar Tagen ihr neues Album „Node“ veröffentlicht. Wir haben mal reingehört.

Nach dem Ausstieg von Frontman und Sänger Adrian Fitipaldes waren wir alle sehr gespannt, was aus Northlane wohl werden wird. Die Veröffentlichung der Single „Rot“, mit der der neue Sänger Marcus Bridge vorgestellt wurde, löste bei vielen Fans Begeisterung aus, obwohl Adrian natürlich vermisst wurde (und immer noch wird). Die beiden werden ständig verglichen, jetzt nach der Veröffentlichung des neuen Albums „Node“ natürlich noch mehr. Wie fügt sich die Stimme von Marcus in den Sound der Band ein? Klingen Northlane noch wie früher? Harmoniert die neue Kombination? Wir haben uns das Album mal in Ruhe zu Gemüte geführt, die Erwartungen nach dem ersten Vorgeschmack von „Rot“ waren hoch.

Bewiesen hat sich Marcus auf jeden Fall schon einmal bei seiner ersten Tour mit Northlane – ganz nach dem Motto „go big or go home“ gleich die Co-Headliner Tour von Parkway Drive und Heaven Shall Burn. Das Review der Show im Gasometer könnt ihr hier lesen.

Auf dem Impericon Youtube Kanal tauchten vor der Veröffentlichung immer wieder kurze Update-Videos von der Albumproduktion auf, in denen die Bandmitglieder ihre Gedanken äußern und Hintergründe des Albums preisgeben. Ein paar Tage vor dem offiziellen Release-Datum (24. Juli 2015) wurde das Album dann vom australischen Record Label UNFD als Stream auf Youtube gestellt.

Nun zu den einzelnen Songs am Album

Nachdem ich weder selbst professionelle Musikerin bin, noch viel Insiderwissen über verschiedene Gitarreneinstellungen und Drum-Rhythmen haben, werde ich mich in dem Review hauptsächlich auf das beschränken, was ich kann: Die Bedeutung von Texten und die Harmonie des Gesamtkonzepts beschreiben.

Node beginnt mit „Soma“, einem sehr kraftvollen Song, der sowohl musikalisch als auch in Sachen Lyrics voller Energie steckt. Die Zeile „I refuse to die here“ wird immer wieder wiederholt und bleibt im Kopf hängen. Es wird gleich klar, auf die Texte wird viel Wert gelegt.

„I refuse to die here“

Zum zweiten Track am Album, „Obelisk“, gibt es schon ein Video, das die Message des Songs noch mehr hervorhebt (also unbedingt mit Video anhören!). Besonders der Refrain mit Marcus‘ großartigen Clean Vocals hebt sich ab. Es geht um die Zeit, die viel zu schnell verfliegt, darum, das Leben ohne Reue zu leben.

Ruhiger als die zwei Songs zuvor präsentiert sich „Node“. Besonders am Anfang erinnert Marcus‘ Stimme und der Stil des Songs ein bisschen an Linkin Park, nur mit mehr Scream-Elementen. „Node“ ist ein Appell an die Menschheit, an jede/n Einzelne/n. „You can be the change“, jede/r kann etwas dazu beitragen, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Ein großes Thema ist die Liebe zueinander und der Tunnelblick, mit dem viele von uns durchs Leben gehen.

Nameless“ funktioniert als eine Art Interlude im Album, es ist instrumental und die Atmosphäre des typischen Northlane-Sounds kommt noch mehr heraus. Man hört ganz leicht eine Stimme im Hintergrund, die dem Song das gewisse Etwas gibt.

Der nächste Song „Rot“ wurde ja wie gesagt schon vor einiger Zeit veröffentlicht, auf „Node“ ist er, neu aufgenommen, auch enthalten. Die Unterschiede zur Single-Version sind verschwindend gering, insgesamt wurde der Sound nur etwas angepasst, um mit dem Rest des Albums zu harmonieren.

Für „Leech“ (Deutsch: Blutegel/Schmarotzer) wurde ein Lyric Video veröffentlicht. Man könnte dem Titel nach schon ahnen, um was es geht. Gerade bei diesem Song ist es wichtig, sich den Text genau durchzulesen und die spannenden Effekte machen es noch einfacher.

„Plastic oceans, plastic farms. Cover your footprints like a bandaid on a broken arm“

Ein Teil des Statements von Gitarrist Josh Smith zum Song:
„I’ve been criticised for the lyrics to this song being on the simple side for Northlane, but that was intentional. It’s lyrically simple because I wanted it to be easy to understand because to me there aren’t many messages of higher importance than this one. (…) We can’t afford to to be taking half-measures for our contribution to environmental preservation when our entire existence rests upon its wellbeing. And that’s why I felt obliged to write this song.“

Das zweite Musikvideo wurde zum Song „Impulse“ produziert, auf den ersten Blick wirkt es fast, wie ein Periphery Video und der Song hört sich auch ein bisschen so an. Es ist wahnsinnig schön anzusehen und wirklich gut produziert. Im Song wird ein weiteres Problem der heutigen Zeit zum Thema gemacht: Die digitale Welt, die droht, uns alle einsam zu machen – trotz aller Facebook Freunde, Twitter Follower und Likes.

Darauf folgt ein weiterer ruhiger Song namens „Weightless“ in dem Marcus‘ Stimme mit viel Clean Gesang schön zur Geltung kommt.

Der letzte Track „Animate“ fällt durch den coolen Anfang mit einem spannenden Schlagzeugrhythmus auf, und ich muss sagen, es ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album.

Fazit

„Node“ ist ein gelungenes Album, das vor allem durch Ohrwurm-Refrains und sehr passende elektronische Elemente besticht, allerdings klingt vor allem das Schlagzeug „echter“ als bei den vorhergehenden Alben. Der Fokus liegt auf den starken, inspirierenden Lyrics, die mit den vielen Clean-Parts gut hervorgehoben werden.
Man kann auf jeden Fall sagen, dass Northlane ihrem grundsätzlichen Stil treu geblieben sind, aber auch einige neue Elemente eingebaut haben. Marcus‘ Stimme funktioniert super mit der Band.

Live könnt ihr Northlane am 18. Oktober in der Arena Wien sehen! Mit dabei sind die Amerikaner Volumes und The Acacia Strain, und die Australier Hellions. Tickets gibt’s online bei Öticket.

Tracklist von „Node“:

1. Soma

2. Obelisk

3. Node

4. Ohm

5. Nameless

6. Rot

7. Leech

8. Impulse

9. Weightless

10. Ra

11. Animate

Fotocredit: UNFD Records

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