Züge sind das langsame und übelriechende Pendant zu Flugzeugen. Doch dieser Zug ist anders.

Dieser Zug ist der Nowhere Train, die Zugstrecke nennt sich Tape, ein Mix aus allem und nichts. Die Passagiere sind acht Musiker die gemeinsam eine Reise machen, auf der sie sich auf musikalischem Wege miteinander beschäftigen, bis der Zug anhält und sie alle wieder ihrer Wege gehen. Bis dahin verzaubern sie uns. Glaubt man sich in Österreich, durchkreuzt der Zug die Weite der US-Südstaaten, zweigt manchmal in diese wundersame Welt ab, in der der Stephansdom seinen Schatten auf die texanische Prärie wirft. „Nothing“ führt uns in einen Saloon. Die österreichischen Einflüsse sind nicht zu überhören. Dass der Song sein Ende in einem Wiener Wirtshaus findet, kommt dennoch überraschend. „Play in the Sun” bringt die sommerliche Leichtigkeit ins Ohr. „Run“ wirkt beruhigend. Es ist okay älter zu werden, im Schaukelstuhl auf der Veranda zu sitzen, schließlich kann man dabei dieses Lied hören.
Kleine Momente machen diesen Trip so märchenhaft. Seien es die melancholischen („Don’t push me“), die witzigen („Toolbox of Love“), die fröhlich traurigen (selten klingt der Spaß im Leben so traurig wie in „Fun“). Sei es die mutige Abwechslung und der drastische Bruch, der mit „Hammerschidgossn“ geboten wird, oder der Höhepunkt der Reise, der mit „9 to 5“ folgt. Das elektrisierende Gitarrenintro würde Neil Young stolz machen, die Westernnummer, die es einleitet Tarantino inspirieren. Mit dem Soul von „Get right friends“ geht die Zugfahrt zu Ende, die Türen auf und der Nowhere Train ist Vergangenheit, bis man wieder auf Play drückt.

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