Oakhands über die Harmonie der Gegensätze
Originalität
Eingängigkeit
Emotionen
Texte
4.0Sterne

Mit „Age of Swans“ legen Oakhands eine eindrucksvolle Debüt-EP vor, die stark an Emo- und Post-Hardcore-Größen wie Landscapes und Brand New erinnert.

Es gibt Bands, deren Debüt-Platten auch genau danach klingen: nach Debüts. Vielleicht charmant, vielleicht vielversprechend, aber eben auch technisch unausgereift und unerfahren. Und dann gibt es Oakhands. Die fünf Münchner haben mit „Age of Swans“ ein Erstlingswerk vorgelegt, das keines sein möchte. Stattdessen überzeugt die EP mit eingängigen Melodien, starken Texten und einer Thematik, die alle Songs miteinander verbindet und so ein harmonisches Bild von der Platte heraufbeschwört.

Fünf Münchner auf den Spuren von Brand New

Auf „Age of Swans“ präsentieren Oakhands fünf Tracks, darunter auch eine reine Instrumentalnummer. Besonders auffällig sind die ausgeprägten Lautstärkewechsel, die auf der gesamten EP präsent sind: Auf minimalistisch instrumentalisierte Verse folgen explosive Refrains; emotionale Clean-Vocals wechseln sich mit wirren Screaming-Passagen ab. So erinnert „Age of Swans“ an Emo- und Post-Hardcore-Größen wie Landscapes und Brand New; ganz besonders der Vergleich mit Brand News Majorlabel-Debüt „The Devil And God Are Raging Inside Me“ drängt sich auf. Ob diese Ähnlichkeit auf mangelnde Kreativität seitens der Münchner zurückzuführen ist oder doch eher darauf, dass Oakhands ihren eigenen Stil einfach noch nicht gefunden haben, muss sich erst noch zeigen – schließlich wurde die Band erst vor etwa einem Jahr gegründet. Fest steht jedoch, dass es den fünf Münchnern nicht an Talent mangelt, um eines Tages eigene Wege zu gehen.

Songübergreifend erforscht „Age of Swans“ die Dualität zweier Gegensätze, wie etwa „Leben“ und „Tod“ oder „gut“ und „schlecht“. Die Annahme, dass Gegensätze absolut sind, wird in Frage gestellt – mit der Erkenntnis, dass diese Definitionen keinesfalls feststeht, sondern von jedem Menschen anders aufgefasst wird. „How comic the statement of self-worth, how amusing the thought of me being right for once“, erkennt Sänger Niklas Benedum in „Flower of Stone“, dem Opening-Track der EP. Diese Erkenntnis ist, so negativ sie auch klingen mag, symptomatisch für die Grundstimmung, die auf „Age of Swans“ herrscht. Einzig der letzte der fünf Songs, der passenderweise „Soar“ (zu Deutsch „aufsteigen“ oder auch „sich erheben“) heißt, ist ein wenig optimistischer gestimmt: „They sure will guide me home; they sure will light the room“ heißt es dort. Die Botschaft: Egal, wie auswegslos eine Situation scheint, wird letztendlich eben doch alles gut.

Ein Musikvideo über Leben, Tod und Wiedergeburt

Anlässlich der Veröffentlichung von „Age of Swans“ haben Oakhands ein Musikvideo für die gesamte EP veröffentlicht. In dem gut 15-minütigen Clip wird der Kampf zwischen Leben und Tod in Form einer Capoeira-Performance dargestellt: Der Tod umhüllt langsam das Leben, entkräftet und verwandelt es, um dann letztendlich seinerseits entkräftet zu werden und Platz für das „Leben nach dem Tod“ zu schaffen. Der Einsatz goldener Farbe soll dabei dazu dienen, die Vorstellung vom Tod als etwas Dunkles und Schlechtes aufzubrechen – so zumindest die Aussage der Münchner.
Oakhands sind also eine Band, die über die rein musikalische Ebene hinaus denkt und versucht, mithilfe visueller Elemente die zentrale Botschaft ihrer Debüt-EP zu unterstreichen. Prinzipiell ist das durchaus eine interessanter Idee. Das Musikvideo zu „Age of Swans“ ist jedoch so künstlerisch und hochinterpretativ, dass es eher von den musikalischen Stärken der EP ablenkt, als diese visuell zu unterstützen.

Fazit

Mit ihrer Debüt-EP „Age of Swans“ stellen Oakhands ihr Talent unter Beweis. Obwohl es der Platte insgesamt etwas an Originalität mangelt, bleiben zumindest die Texte und die Emotionalität der Songs positiv in Erinnerung. Insgesamt darf man gespannt darauf sein, wie sich die Münchner in Zukunft weiterentwickeln werden, Fans des Genres werden an „Age of Swans“ aber sicher schon jetzt ihre Freude haben.

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