Parasol Caravan - Para Solem
Sound
Songwriting
Instrumental
4.4STERNE

Parasol Caravan treiben Stoner Rock in neue Sphären.

Parasol Caravan, die Linzer Stoner Rocker, haben nach einigen sehr starken Singles und EPs ihr Debütalbum rausgebracht. Es trägt den Namen Para Solem und wurde per Kickstarter finanziert. Innerhalb von nur einer Woche wurde das Ziel von 2.000 Euro erreicht, um das Album und etliche andere Goodies umzusetzen. Das zeugt von einer enormen Unterstützung der Fans und einem sehr guten Konzept. Die vier Fuzztronauten schießen nämlich ein mehrere Tonnen schweres Schiff in den Orbit – bildlich gesprochen natürlich. Wie presst man aber so eine gewaltige Leistung auf eine LP? Parasol Caravan machen Stoner/Hard Rock der Sonderklasse und das konnte man auf den vorhergehenden Veröffentlichungen bereits hören. Mit Para Solem gehen sie noch einen Schritt weiter. Die Aufnahmen sind professioneller, das Konzept mit den Astronauten stimmig und seit sie bei Panta R&E unter Vertrag sind, haben sie einen starkes Label, das die österreichische Stoner-Szene hervorragend bedient. Perfekte Rahmenbedingungen für das erste Album, oder?

(c) Parasol Caravan

Passend zur Musik hat Para Solem ein stylishes und cooles Cover

Bis zur Unendlichkeit

Die Platte beginnt, logischerweise, mit der Nummer Take Off und fasst bereits das gesamte Album zusammen. Ich weiß, auf was ich mich einlasse und drehe die Lautstärke erst mal nach oben – bis zum Anschlag. Die Gitarrenwände bauen sich sehr langsam auf, bis die Drums einsetzen und ich mich wie ein kleines Kind über den Beat freue. Dann kommt der Countdown und die Rakete startet mit voller Kraft. Da musste ich dann meine übersteuernden Boxen zurückdrehen um sie nicht abzuschießen, denn ich wollte ja den Rest auch noch hören. Die erste Nummer geht fließend in Rising über, auf der man erstmals Sänger Alexander Kriechbaum mit seiner rauchigen, tiefen Stimme hört. Sie erinnert irgendwie an James Hetfield, nur etwas kontrollierter. Bei diesem Song erkennt man auch Einflüsse von Progressive-Rock Bands wie etwa Tool und Genregrößen wie Clutch. Bei Veneer mischen Parasol Caravan sphärische Klänge in den Strophen mit einem klassischen Hard Rock Riff im Refrain. Erfrischend und mega cool. Das beherrschen die vier Burschen auch am besten. Sie lockern die Tracks häufig mit ruhigen, andächtigen Stellen, nur um wieder mit fetten Gitarren und treibenden Drums anzupressen – eine perfekte Symbiose, auch bei Self Mastery. Darauf kommt der für mich stärkste Track des Albums – Black Monolith. Der perfekte Name für die perfekte Stoner-Nummer. Damit übertreffen sie sich selbst und können locker mit der Weltspitze wie Fu Manchu oder Kyuss mithalten. Zum Abschluss gibt es noch die achtminütige Space-Oper New Stone, mit der sie endgültig an ihrem Ziel, irgendwo in den Weiten des Alls, angekommen sind.

Fazit

Parasol Caravan ist ein wahnsinnig professionelles, lockeres Debütalbum gelungen. Sie servieren Stoner Rock, der einem die Ohren ausputzt und die Nackenmuskulatur festigt. Die Nummern sind bis ins kleinste Detail durchdacht, damit auch die längeren Tracks nicht langweilig werden. Manchmal fehlt es etwas an Durchsetzungskraft, vor allem bei den Drums, wo Bass und Snare gelegentlich hinter den Gitarren verschwinden. Wenn man das beim Mix noch ein wenig herausgeholt hätte, wäre das Album noch ein kleines Stück fetter geworden, aber das ist Kritik auf hoher Ebene. Sollte ich jemals in einem Shuttle auf dem Weg zu anderen Galaxien sein, werde ich Para Solem im Ohr haben.

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