Endlich wieder Schreimusik! Mit „Rift And Seam“ liefert die Wiener Band Pettersson ein ziemliches Brett als Debüt ab.

Rift And Seam – (c) i.corrupt.records

Hier treffen rauschhafte Euphorie und unbändige Dynamik auf Sehnsucht, Verzweiflung und Manie. Klanglich ist die Platte irgendwo zwischen chaotischem Screamo und atmosphärischem Post-Rock anzusiedeln. Keine wirklich neuartige Stilkombination, mag nun der ein oder andere abgeklärte Szenemensch empört aufschreien. Doch bereits beim Hören des Openers der Platte, „Ben“, rückt jenes Schubladendenken augenblicklich in den Hintergrund. Wunderbar ungeschönte und gequälte Screams werden hier von einem Sturm aus kraftvollen und nervenzerfetzenden Instrumentalklängen verschlungen. Das lässt das nostalgische Emo-Herz höher schlagen und weckt Assoziationen an großartige Bands wie The Saddest Landscape, Saetia, Suis La Lune oder auch Old Gray. Pettersson erfinden das Rad vielleicht nicht neu, überzeugen allerdings mit packenden Songstrukturen, gefühlsgeladenen Vocals und einer hochwertigen Produktion. Im Übrigen ist „Rift And Seam“ mit zahlreichen Tempowechseln gespickt, die der konsequenten Intensität und Schwere der Musik jedoch keinen Abbruch tun. Dies zeigt sich auch beim Song „White Birch“, der hiermit ebenso als Anspieltipp genannt sei. Insgesamt ist der Wiener-Truppe mit „Rift And Seam“ ein wirklich rundes und kurzweiliges Erstlingsalbum gelungen, das kaum Filler enthält und Lust auf mehr macht. Definitiv eine Bereicherung für die österreichische Musiklandschaft.

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