A Walk In A Park – A.

Die Grazer Band A Walk in a Park veröffentlichte im Oktober 2016 ihre Scheibe „A.” und liefern ein Beispiel dafür, dass rockige Musik nicht zwingend aus lauten Gitarren und dominanten Drums bestehen muss. Marco Huteggers raunzige Stimme und Sandra Altvaters Gesang, der ein Paradebeispiel für US-Rockröhren ist, evozieren gemeinsam ein unübertreffliches Zusammenspiel, das an eine ruhigere Version des Duos The Kills erinnert. Die akustische Musikbegleitung sowie die gezielt eingesetzten Soli versetzen in Lagerfeuerstimmung – eine warme, melancholische Sommernacht, ein Blick auf den Sternenhimmel.

Text: Clarissa Shannon Berner I Label: Schub Records

Aimless Bunch – Here’s To Telling Stories

Pop-Punk und Storytelling – das beschreibt das zweite Album von Aimless Bunch am treffendsten. Die Geschichten auf „Here’s To Telling Stories“ befassen sich vor allem mit Beziehungen. Typische Punk-Riffs treffen auf Pop-Melodien und teilweise auf Rap – ein Mix inspiriert von Slash, den Toten Hosen und Jazzmusik.
„The Words You Don’t Say” handelt von der nonverbalen Kommunikation innerhalb einer Beziehung, während man in „The Future Is Now“ nie aufhört, an seine Träume zu glauben. Bei „Factory Of Dreams“ geht es um Scheinheiligkeit und Lügen der politischen Welt.
Für Fans von Pop-Punk á la Blink-182.

Text: Sandra Langmann I Label: Bammer Records

I love milk. – Jelly

“Jelly”, das Debütalbum des Grazer Duos I love milk., sprüht vor kreativen Ideen im Umgang mit Saiteninstrumenten. Surreal, melancholisch und leicht „g’stört“ – Momoko und Migu toben sich auf Cello, Gitarre, Ukulele, Mandoline, Klavier und Sansula in jeglicher Hinsicht aus. Darüber schwebt Migus sanfte und dennoch bewusst kratzige Stimme, die den besaiteten Cocktail noch aufregender macht. Gleichzeitig sind I love milk. immer für einen Spaß zu haben, und so finden sich Songs wie „I Got A Game Boy“ neben leicht astronautischen Nummern wie „Chickens and Eggs“ auf der 15 Tracks starken Scheibe wieder.

Text: Lisa Schantl

KlingerKrenn – KlingerKrenn

Nach Viech und Ondi gibt es von Andreas KlingerKrenn ein neues Projekt. Gemeinsam mit seiner Frau Katharina entstand das Album „KlingerKrenn“, das persönlicher und intimer kaum sein könnte. Die Aufnahmen begannen kurz nach ihrer Hochzeit im August 2015; die Veröffentlichung fiel auf ihren ersten Hochzeitstag. Themen wie Liebe, Hingebung, Zuneigung, Kritik und Konflikt treffen auf ergreifende Soundwelten. Das Albumcover ist perfekt abgestimmt, da Geschichten und Persönlichkeiten ineinander übergehen. Im Gegensatz zu früheren Projekten hat man sich keine Grenzen gesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Text: Sandra Langmann I Label: Hoermirzu

Leelah Sky – second life

Wieder ist eine Sängerin auf der Suche nach einer Soulszene in Wien. Leelah Sky legt mit ihrem Album „Second Life“ eine durchaus vielseitige und hochkarätige Arbeit vor. Die Pianistin, Sängerin und Songwriterin aus Salzburg konnte für ihr Erstlingswerk die üblichen Verdächtigen für ein Soul und R’n’B Projekt als Studiomusiker gewinnen. Der Tonträger ist musikalisch abwechslungsreich, mal sind die Songs party- und clubtauglich, mal schwelgt Leelah Sky mit vocal-akrobatischen Einlagen in getragenen Balladen. Für die Fans der kleinen aber feinen Soulszene ist das Album sicher ein Gustostückchen.

Text: Gregor Sühs I Label: Homebase Records

Maigeborn – Oben

Mit dem Soloalbum „Oben“ verlässt Bernhard Seiwald alias Maigeborn die wilden Gefilde voriger Alben und wagt sich an fröhliche und behutsame Zeilen. Zwölf Songs packt der Singer/Songwriter auf sein neues Werk, jeder einzelne davon befasst sich mit erfreulichen, wie auch belastenden Themen aus seinem Leben. Musikalisch präsentiert er sich ebenso behutsam – sein verschmitzter Osttiroler Dialekt wird nur von Gitarrenklängen begleitet. Abwechslung gibt es obendrauf: Zwischen lockere Melodien und nachdenkliche Lyrics mischt sich eine englischsprachige Nummer und das verliebte „Mit dir“ sorgt für Siebte-Himmel-Gefühle.

Text: Lisa Schantl I Label: LiMuPic Records

Marina & The Kats – Wild

Marina & The Kats, bekannt als kleinste Bigband der Welt, heben sich mit ihrem neuen Album „Wild“ von der heimischen Musikszene ab. Mit Klängen aus den 20ern, die das Tanzbein schwingen lassen, erwecken sie den Swing zu neuem Leben. Gekonnt erzeugen sie musikalisch ausgereifte Melodien. Durch stimmliche Glanzleistungen werden die Eigenkompositionen zur Krönung gebracht. Das Album ist von Vielfalt geprägt und zeigt Swingmusik, so wie man sie kennt, aber mit einem individuellen, unverkennbaren Stil. Die ruhigen Harmonien und mitreißenden Rhythmen machen „Wild“ zu einem musikalischen Abenteuer.

Text: Vera Schmidt I Label: O-Tone Music

Robinson – Climbing for a better View

„Climbing for a better View“ heißt das Debütalbum des Vorarlberger-Wiener Trios Robinson. Für sein Erstlingswerk hat das Dreigespann zehn Songs eingespielt, die die Genregrenzen zwischen Indierock, Bluesrock, Folk und Pop verschwimmen lassen. „Climbing for a better View“ zeigt sich als Platte voller Überraschungen, die trotz ihres Abwechslungsreichtums nie undurchdacht oder chaotisch wirkt. Stattdessen überzeugen Robinson mit gefühlvollen, melancholischen Texten, die geschickt in mitreißende Melodien verpackt sind. So bleibt das Album auch noch lange nach dem ersten Anspielen im Gedächtnis.

Text: Laura Rittler I Label: Kleio Records

Snap DazeD – Another EP

Der Titel trügt: Snap DazeDs „Another EP“ ist mehr als nur das – nämlich fünf bittersüße, herzzerreißende Songs für Träumer und Träume. Der Sound der ganzen Scheibe geht ohnehin nicht nur ins Ohr, sondern in den ganzen Körper. Allen voran die Power-Pop Hymne „Great Expectations“, die nicht nur durch ein Aufmerksamkeitsdefizits vernichtendes Intro, sondern ebenso durch die rauchig fragile Stimme im Refrain besticht. Überhaupt ist „Another EP“ ein Plädoyer für viel Liebe. Also, ganz viel Liebe zurück – ganz speziell aber nicht ausschließlich von und für Fans von Jimmy Eat World und Manchester Orchestra.

Text: Georg Zsifkovits

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