Die neue Compilation des Labelbetreibers Oliver Koletzki ist da.

Zum mittlerweile vierten Mal hat der deutsche DJ, Produzent und Labelbetreiber Oliver Koletzki die Lieblingssongs der MusikerInnen seines Labels zusammengesammelt und unter dem Namen „Schneeweiß IV“ veröffentlicht.

Die Passion

Oliver Koletzki zählt seit fast zehn Jahren zu den wichtigsten Vertretern des Deep House im deutschsprachigen Raum. Bereits in seiner Jugend beginnt er in Clubs seiner Heimatstadt Braunschweig aufzulegen und macht sich in der lokalen Szene einen Namen. Zur Jahrtausendwende beschließt Koletzki nach Berlin zu ziehen, um seine Passion schließlich zum Beruf zu machen. Bis zu seinem Durchbruch muss er aber noch weitere fünf Jahre warten, ehe der DJ Sven Väth auf ihn aufmerksam wird. Väth ist von Oliver Koletzkis „Der Mückenschwarm“ derart angetan, dass er beschließt, den Track auf Cocoon Recording zu veröffentlichen.

Oliver Koletzki

Alleskönner Oliver Koletzki.

Kritiker/innen und Käufer/innen sind sich einig, dass Oliver Koletzki enormes Potential hat. Er tritt in renommierten Clubs und auf großen Festivals auf und veröffentlicht sein erstes Album „Get Wasted“. 2006 gründet er das Label Stil vor Talent, das ursprünglich als Plattform für seine eigenen Produktionen gedacht war. Mittlerweile erweist es sich aber als Sprungbrett für Nachwuchstalente – so haben es zum Beispiel H.O.S.H, Kellerkind oder HVOB dadurch geschafft, in der Szene Fuß zu fassen.

Party oder Badewanne?

„Schneeweiß“ ist eigentlich der Name eines der Lieblingsrestaurants von Oliver Koletzki in Berlin, Friedrichshain. Musik und Essen sollen hier zusammenspielen, was den DJ auf die Idee brachte, eine passende Playlist für das Restaurant zu erstellen.

Die vierte „Schneeweiß“-Auflage kommt insgesamt freundlicher daher als die Vorgänger. Während Nummer drei sehr trist und melancholisch gehalten ist, ist der neue Sampler eher mit dem Begriff der Loungemusik gleichzusetzen. Zu hören gibt es einerseits klassische Electronic, andererseits Songs, die eher dem Deep House zuzuordnen sind.

Oliver Koletzki will auch mit „Schneeweiß IV“ junge und talentierte Musiker/innen seines Labels fördern und ihnen unter seinem Schirm eine größere Bühne bieten. Vorwiegend sind auf der LP deutsche Vertreter/innen der elektronischen Musik zu finden.

Zu einem der Highlights zählt „America“ von Tobi Kramer, der sich auch über die deutsche Grenze hinaus schon einen Namen machen konnte. Außerdem sehr zu empfehlen ist „Absinth Fairy“ von Kellerkind, das sehr melodisch und ruhig klingt. Sehr nah am Techno ist der Beitrag des erst 2013 gegründeten Duos „Fat Sushi“, der damit etwas aus der Reihe tanzt.

Durch das ganze Album zieht sich ein roter Faden, der die einzelnen Tracks miteinander zu verbinden scheint. Jeder einzelne Song ist definitiv von einem/einer Ausnahmekünstler/in, jedoch sucht man vergeblich nach der einen Offenbarung. Die Songs sind allesamt stimmig, aber nichts, das man nicht schon mehrmals gehört hätte. Da sich aber ruhigere Tracks mit Dancefloor-Songs abwechseln, entsteht so eine gewisse Spannung und eine besondere Atmosphäre. Hören kann man das Album sowohl beim Entspannen in der Badewanne als auch im Club.

Fotocredits: stilvortalent.de, oliver-koletzki.de (Markus Höhn)

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