Seraphim zeigen musikalischen Wandel
Stimmung
Spannung
Abwechslung
Sound
3.4STERNE

Seit 2006 unterhalten Seraphim ihre Fans mit Indie-Songs. Jetzt haben sie sich entschieden nicht nur die Besetzung zu ändern, sondern auch ihr Musik. Das Ergebnis ist die neue EP „Debris“, die heute erschienen ist und der Start für ein neues Album sein wird.

Der erste Song der Platte trägt den Titel „Ilvy“ und beginnt anders, als man es von der Band gewohnt ist. Nur Drums im Hintergrund und der Vocal-Einsatz lassen den Eindruck erwecken, dass es gleich rockiger zugehen wird. Zwar setzen schließlich auch die anderen Instrumente ein, doch dem Indie-Genre bleiben die vier Musiker aus Oberösterreich treu. Dabei handelt es sich um Gregor Ollmann (Vocals, Guitar, Synth), Ronald Gaisbauer (Guitar, Vocals), Alexander Kaiser (Bass, Vocals) und Thomas Berger (Drums). Der Opener der EP ist zwar härter, aber dennoch eindeutig vom Rock abzugrenzen. Seraphim wollten mit ihrer Platte eine Portion Resignation und Unverständnis zum Ausdruck bringen. Jeder der Musiker kam in der Vergangenheit an seine persönlichen Grenzen. Das sollte sich in den Songs widerspiegeln. Treibende Rhythmen statt Melancholie sind nun zu hören. Diese Geradlinigkeit findet sich ebenfalls im Song „Way Back Away“, bei dem wieder der Gesang im Vordergrund steht – zumindest zu Beginn des Songs. Ab der Mitte scheint die neue Richtung kehrt zu machen und Seraphim nähern sich wieder ihrem eigentlichen Sound zu. Das muss nicht unbedingt negativ ausgelegt werden. Allerdings verliert so der Song im Laufe des Hörens an Aufmerksamkeit. Denn gerade diese neuen Elemente haben aufhorchen lassen und Spannung erzeugt. Treue Fans der Künstler erkennen im Track „We are Venom“ die Band sicherlich wieder. Den Abschluss der EP bildet „Artefacts“ ein Song, der für ein düsteres Ende sorgt.

Video zur Single setzt ebenfalls auf Geradlinigkeit

Das Video zur Single „Ilvy“ ist bereits am 1. Februar erschienen und beginnt visuell ebenfalls mit wenig Material, das dadurch umso wichtiger erscheint. Das Gesicht einer jungen Frau steht so lange im Vordergrund bis der Sound dichter wird und Seraphim selbst ins Bild treten. Sobald diese Dichte wieder abnimmt, spielt auch die junge Frau wieder eine tragende Rolle. Auf diese Art und Weise wird eine Geschichte einer Trennung erzählt, die zwar schmerzt, aber notwendig ist. So notwendig wie die Veränderung, die Seraphim durchgemacht haben und nicht nur mit „Ilvy“, sondern auch der kompletten EP „Debris“ einen Vorgeschmack auf ihr anstehendes Album geben.

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