Auf der EP „Overhead“ erwartet euch eine wunderbar arrangierte Mischung aus der für SPH typischen Ernsthaftigkeit, die aber nicht melancholisch wirkt, sondern wie ein vorsichtig euphorischer Vorbote auf einen traumhaften Frühling.

Schatten- und Sonnenseiten wechseln sich innerhalb eines Tracks ab, sodass die Grenzen fließend sind zwischen melancholisch-molligen Passagen mit zum Headbangen verlockenden Drums, die live sicher ordentlich Stoff geben („Follow“), und verträumten, sanften Stellen, die nach Sonnenaufgang an einem taufrischen Frühlingstag klingen („Sigmundsherberg”). Wir erleben also auf „Overhead“ simultan die Rockband Sergeant Pluck himself und den Singer/Songwriter Matthias Ledwinka, der durch Akustikgitarrenelemente und zweistimmigen Gesang immer wieder durchschimmert (“God Natt”). Faszinierend am Songwriting des Sergeant ist die Komplexität – man merkt, dass die Nummern aus der Feder eines Profischlagzeugers mit Vorliebe für progressive Arrangements stammen – die so umgesetzt ist, dass sie leichtfüßig dahinplätschert. Wie ein Gebirgsbächlein, das einem durchaus schroffen Gebirge entspringt. Fazit: Diese Tracks nicht aufzunehmen, wäre eine absolute Verschwendung erstklassigen Songmaterials gewesen. Diese EP ist wirklich zu empfehlen – da freut es umso mehr, dass Sergeant Pluck himself nach 15 Jahren Karriere noch lange nicht genug haben. Während auf „Overhead“ die Songwriter-Seite des Projekts im Vordergrund steht, ist als Band dann doch eher etwas „Lautes, Komplexes, Großes“ geplant.

paradox_003_werbung_mm

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.