Mit Ihrem Album „Kill the Power“ haben SKINDRED alles richtig gemacht und lassen den guten, alten Crossover wieder aufleben!

Es gibt CDs, die einen überraschen, es gibt solche, die einen begeistern und dann gibt es noch die Art von CDs, die einen schlichtweg umhauen!
Zu der letzten Art gehört für mich die aktuelle CD „Kill the Power“ von SKINDRED.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich SKINDRED, bevor ich zufällig über „Kill the Power“ gestolpert bin, gar nicht kannte, obwohl die Band schon 2002 ihr Debutalbum „Babylon“ veröffentlichte. Jedoch erkannte ich Benji Webbe sofort wieder, der in den 1990er Jahren der Frontmann der begnadeten DUB WAR gewesen ist, die ich schon einmal bei einer unglaublichen guten Show zusammen mit BIOHAZARD und SUCH A SURGE erlebt habe.

Das steigerte natürlich meine Neugier und schon bei den ersten Tönen des Openers „Kill the Power“ wusste ich, ja, genau das ist meine Musik. Ich oute mich hiermit als wohl einer der letzten lebenden Anhänger des guten, alten Crossover und „Kill the Power“ ist Crossover, wie er sein soll: hier wird schamlos alles, was gefällt, zusammengemischt, zerpflückt und neu verknüpft, bis am Ende eine wunderbar tanzbare, Metal-lastige Musik mit Ragga Gesang aus den Lautsprechern dröhnt.

„Ragga Punk Metal…wid a twist“

nennt es die Band aus Großbritannien selbst und besser kann man es nicht beschreiben.

SkindredZu den einzelnen Tracks:
„Kill the Power“ beginnt mit einem Cypress Hill artigen Beat, der sich durch die kompletten Strophen zieht, dazwischen wird auch gitarrenmäßig auf’s Gaspedal getreten, der Chorus wird schön aggressiv geshoutet, im Mittelteil wird es wieder etwas Hiphop-lastiger. Bei dieser Nummer stimmt einfach alles, ein herrlicher Opener, der Lust auf mehr macht.

Rulling Force“ ist ähnlich aufgebaut, hier häufen sich in der Strophe und vor allem im Chorus die Dubstep Einflüsse, über allem thront die vielseitige Stimme von Sänger Benji.

„Playing with the Devil“ ist eine (anfangs) ruhigere Nummer, gezielt reduziert auf den Gesang und sphärische Samples, bevor kurz vor dem Chorus wieder auf den „Dubstep“-Knopf gedrückt wird. Eine sehr abwechslungsreiche und stimmungsvolle Nummer.

„Worlds on Fire“ würde ich als Heavy Reggae bezeichnen, eine Nummer, die ordentlich nach vorne geht, der Halftime gespielte Chorus setzt sich sehr gut an und groovt ohne Ende!

„Ninja“, die zweite Videoauskoppelung des Albums, hat wieder alles, was ich an SKINDRED liebe; harte Riffs, Ragga Grooves und Benji`s Stimme.


The Kids are right now“ hat einen sehr hymnischen Charakter, die Textzeile „Loud Music, my Salvation“ sagt schon alles, der Mittelteil wird wieder mit (diesmal dezenten) Dubstep Elementen angereichert.

“We know that everyone recognises us as one of the best live bands around” – Arya Goggin, Skindred

„We live“ kann man getrost als „Powerballade“ bezeichnen, ruhige Strophenteile, der Chorus kommt schon fast „schnulzig“ daher, egal, die Nummer hat trotzdem (oder gerade deshalb) Hitcharakter!

Bei „Open Eyed“ wird es dann wieder härter, im Chorus überlässt Benji den Gesang einer sehr coolen Frauenstimme. Im Mittelteil wird dann etwas mit der Härte zurückgefahren, sodass der abschließende Chorus wieder so richtig abgeht.

„Dollars and Dimes“ ist für mich der schwächste (oder besser: der am wenigsten starke) Song des Albums, die Zutaten sind die selben, die entscheidende Würze fehlt hier leider etwas.

Bei „Saturday“ ist dieser kleine Durchhänger allerdings schon wieder vergessen. Dieser Song ist eine Partyhymne („Saturday we go crazy!“) PUNKT

„Proceed with Caution“ ist der ungewöhnlichste Song des Albums. Das Anfangsriff und der Schlagzeugbeat sind Speedmetal pur, dann geht es über in eine, für SKINDRED schnellere Nummer, die jedoch nichts von den Qualitäten der vorangegangenen vermissen lässt.

Mit „More Fire“ ist man auch schon am Ende dieses Albums, hier war wohl der Gitarrenverzerrer im Studio schon weggeräumt und die Band hatte Bock auf Ragga-Rock, naja, SKINDRED dürfen das!

Skindred_band

SKINDRED: die Retter des modernen Crossover

Schon sehr lange hat mich kein Album so in seinen Bann gezogen wir „Kill the Power“ von SKINDRED. Crossover, wie er besser schon lange nicht mehr gemacht wurde!

Fotos: Skindred Facebookpage

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.