Ein Album voller Erwartungen und Missverständnissen

Eigentlich hatte ich mir ein Debut-Album erwartet, dass neue fette Beats, harte Drops und zum Tanzen animierende Melodien bringt. Und…hm, nachdem ich während des Schreibens doch drei (und mehr) Male darüber gehört hatte, war’s das auch! ABER:

Wer sich einen typischen Skrillex erwartet – die/der sollte nicht gleich enttäuscht sein und sich für „Recess“ einfach ein wenig Zeit nehmen.

Die Kinderschuhe einer Ikone


Skrillex oder besser gesagt Sonny Moore ist ja kein unbeschriebenes Blatt in der Musikszene. Alles begann mit seiner Bewerbung als Gitarrist bei der Band From First To Last, die er 2004 via myspace.com tätigte – letztlich wurde er zum Leadsänger auserkoren. Nach mehreren erfolgreichen Tourneen und Alben, verabschiedete er sich jedoch von der Band um seiner Karriere als Solokünstler nachzugehen.

Wer sich einen typischen Skrillex erwartet – die/der sollte nicht gleich enttäuscht sein und sich für „Recess“ einfach ein wenig Zeit nehmen.

Seit 2007 bestritt er weitere Tourneen, legte darauffolgend in den Clubs von Los Angeles auf und veröffentlichte 2009 seine erste EP namens „Gypsyhook EP“. Noch nie ‚von gehört? – Ich auch nicht.
Die darauffolgende „My Name Is Skrillex EP“ ist vom Sound her zwar schon um einiges ausgereifter, rühmte sich aber auch keiner sonderlichen Aufmerksamkeit.

Vom Step zum Drop


Aber 2010 war es dann endlich soweit: Skrillex wurde vom Label mau5trap, das keinem geringeren als Deadmau5 gehört, unter Vertrag genommen. Somit war der Weg für den EDM-Markt geebnet und der Erfolg stellte sich mit der EP „Scary Monsters And Nice Sprites“ bald ein. Nicht nur die gleichnamige Single sondern auch „Rock’n’Roll (Will Take You To The Mountain)“ wurden zu bald totgespielten Kassenschlagern.

Vor allem, ich kann mich noch genau daran erinnern, jeder MUSSTE Skrillex live sehen. Abgesehen davon war er auch in kürzester Zeit Teil jedes Festival-Line-Ups – egal ob Urban Art Forms, Beatpatrol, FM4 Frequency, VOLT uvm.
Seine Shows sind nicht nur ein musikalischer Orgasmus sondern auch ein sehenswerter Augenschmaus, denn Skrillex ist einer der wenigen Künstler, der auf der Bühne meistens mehr abgeht wie seine Crowd, egal ob es 34 Grad im Schatten hat oder es in Strömen regnet.

Kein Album aber sechs Grammys!


2012 und weitere 2 EPs später trat das Unvorstellbare ein: Skrillex, ein 24-jähriger Junge aus Los Angeles, wird für die Grammy Awards nominiert – und nein, nicht nur für eine, sondern für satte fünf Kategorien. Unterm Strich konnte er drei der begehrten Grammophone für sich beanspruchen: „Bester Remix“, „Bestes Dance/Electronica-Album“ und „Beste Dance-Aufnahme“. Ein Jahr darauf gingen drei weitere Statuetten in den wiederum gleichen Kategorien an Skrillex.

Ist der Zenit nun erreicht?


Wie oben bereits erwähnt, darf man dieses musikalische Konglomerat nicht als eine typische Skrillex-Produktion sehen. Neun der elf Nummern sind Kooperationen mit anderen namhaften Künstlern aus verschiedensten Stilrichtungen. Darunter zum Beispiel ein gewisser Fatman Scoop – dessen allseits bekanntes „Basstrap“ klar und deutlich aus dem Track „Recess“ herauszuhören ist.
„Stranger“ hat durch die Zusammenarbeit mit Milo and Otis klare Einflüsse aus dem, vor allem in den letzten Jahren stärker aufkommenden, Trap und motiviert zum ausgeprägten Hüftschwung.
„Coast is Clear“ ist eine der für mich unerwartetsten Nummern, in der Skrillex sowie Chance The Rapper und The Social Experiment deutlich machen, dass auch Jazz, HipHop und Electronica wohlklingend miteinander vermischt werden können. Und wer ist noch vertreten?

Ragga Twins
Kill the Noise
Michael Angelakos
KillaGraham
Sam Dew
Alvin Risk
Diplo
G-Dragon from Big Bang
CL from 2NE1
Niki & The Dove
Kid Harpoon

Das Zitat am Ende von „Rock’n’Roll (Will take you to the Mountain)“ lautet:

„You have technicians here, making noise – no one is a musician. They’re not artists because nobody can play the guitar.“

„You have technicians here, making noise – no one is a musician. They’re not artists because nobody can play the guitar.“

Ich habe dieses Zitat gewählt, weil man als HörerIn gewisser Genres oftmals zwischen die Fronten gerät und viele Menschen diese Art von Musik als stupide und einfallslos bezeichnen.
Ich denke gerade mit „Recess“ wollte Skrillex zeigen, dass der elektronischen Musik noch lange keine Grenzen gesetzt sind, dass sie nicht als Vermischung und Wiedervermischung von einfältigen Klängen abzutun ist und dass sich Weiterentwicklung vielleicht Kritik einfängt, aber trotzdem zu etwas positivem Neuen führen kann.

In diesem Sinne – Shake it!

Mehr Informationen findet ihr wie immer auf www.music-news.at!

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