Slingshot - A Variation In Shape
Intstrumentals
Voice
Lyrics
Sound
4.2Sterne

Slingshot sind Wiener. Und doch klingen sie so, als hätten sie Wurzeln in den staubigen Wüsten des US-amerikanischen Südens. Der Stoner Rock der vier Musiker lässt keine Zweifel an der starken Verbindung zum dort entstandenen Heavy Metal der 90er und zum Rock der 70er Jahre. Mit dem neuen Album „A Variation in Shape“ gelingt es der Band ihr solides Rezept noch zu verfeinern.

Was braucht guter Stoner Rock, um als solcher erkannt zu werden? Richtig: polternde aber fließendene Grooves, fette Gitarren-Riffs, und gequälte aber kräftige Rock-Vocals. Am besten genossen mit einem leichten Dröhnen. Dass Slingshot das können, haben sie auf ihrem Debüt „A Period of Reflection“ bereits bewiesen. Nur solide geht es auf dem am 1. Oktober bei Pure Sound Recordings erschienenen und selbst gemixten Album „A Variation in Shape“ aber nicht mehr zu. Auf das Reflektieren folgt jetzt das Variieren.

Dezente Experimente

Die Tracks auf der neuen Scheibe haben immer noch ordentlich Dampf, wie der Opener „The Dark Speech of the Moon“, oder überrollen einen in bester Desert Rock Manier, wie „Steamroller“. Bei genauem Hinhören entgeht einem aber nicht, dass der Band das bloße Grundrezept auf der neuen Platte nicht mehr völlig ausreicht. So wechseln sich mächtige Riff-Passagen mit entspannenden Jamsession-Parts. Das ganze geschieht aber mit Detailverliebtheit und kleineren, sich gut ins Gesamtkonzept eingliedernden Klang-Experimenten. „The Betraying Smile“ bietet zum Beispiel ein Intro, das mit einre knackigen Blues-Gitarre den Funk heraufbeschwört und dann überraschend in einen sanften Latin-liken Rhythmus übergeht, bevor die Nummer wieder zu kraftvollen Stoner Rock Riffs zurückfindet.

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Cover: A Variation In Shape

Ungewöhnliche Leckerbissen wie diese finden sich auch in anderen Tracks. Effektreiche Vocals, eine Orgelbegleitung hier, eine Klavierlinie dort und hier und da ist ein überraschendes Wabern zu hören. Was sich wie ein Sound-Abenteuer liest, fügt sich letztendlich zu einem vielschichtigen Ganzen zusammen, das stellenweise sogar zum Tanzen verführt. Unumgängliche Hörtips hierfür: „Master of Disaster“ und „Finely Tuned Motion“.“A Variation In Shape“ gibt aber nicht nur ordentlich auf die Ohren sondern schmeichelt ihnen auch. Mit sanften, warmen Klängen und Passagen und ungewöhnlichen Instrumenten – wie zum Beispiel einem Vibraphon, das die Ballade „Trapped in a Tree“ verfeinert.

Inhaltlich widmet sich die Scheibe einem eher düsteren, bedrohlichen Thema, das sich auch im Artwork wieder findet: Monstern. Die phantatischen, menschlichen, maschinellen Wiedersacher und das furchteinflößendsten Monster von allen besingt Sänger Funkhead: die Widerstände der eigenen Psyche. Die Lyrics verleihen „A Variation In Shape“ einen gewissen Tiefgang, lassen ein gut funktionierendes, zusammenhängendes Konzept durchscheinen und erfreuen außerdem die Hobbyphilosophen unter uns.

Fazit

Slingshot gelingt es mit ihrem zweiten Album ihren gut gemachten Stonerrock mit facettenreichen, dezenten Klang-Ausbrüchen zu verfeinern, ohne ihre Essenz einzubüßen oder sich in Experimenten zu verlieren. Wem die immer gleichen, dröhnenden Gitarren-Riffs dieses Stils auf Dauer zu öde werden, der sollte mit feinen Ohren dem neuen Album lauschen. Auf „A Variation In Shape“ lassen sich interessante Variationen entdecken.

Zum Download gibt’s das Album hier.

Upcoming Live Gigs:

25.10. | Cafe Carina | Wien
24.11. | Club Wakuum | Graz

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