Snoir - die EP im Review
Songwriting
Arrangement
Texte
Video Kreativität
3.9STERNE

Snoir haben im Mai 2017 ihre erste EP „Snoir“ veröffentlicht. Trotz einer relativ kurzen Bandgeschichte wirkt die Produktion schon sehr reif und abgeklärt.

Im letzten Jahr machten Snoir mit ihrem zweiten Platz bei der Planet Festival Tour von sich reden. Es folgten einige Festival-Gigs neben denen sie weiter an ihrer EP arbeiteten und nun hatten sie sie schon am diesjährigen Donauinselfest im Gepäck. Snoir wurden im Sommer 2012 gegründet und seit dem hat die Band beständig an ihrem Sound und ihrem Auftreten gearbeitet. Die vier Jungs aus Frankenau, Burgenland, bezeichnen ihren Stil als deutschsprachigen Pop-Rock. Mal sehen, was sich dahinter versteckt.

Snoir: Die EP

Der Tonträger beginnt mit „Alles stehen und liegen lassen“. Zu diesem Song wurde auch ein Video veröffentlicht. Mit einem einprägsamen Gitarrepattern starten Snoir in die EP. Es kommt noch ein grooviger Basslauf dazu, bevor der Gesang einsetzt. Der Chorus entfaltet sich strahlend, die gut platzierten Breaks zeugen von einem durchdachten Arrangement. Mit „Immer“ geht es dynamisch weiter. Auch diese Nummer ist sehr gut strukturiert produziert. Man könnte fast denken, dass der gute Sound der Band von den deutschen Texten ablenkt. Diese werden sehr gut verständlich gesungen, aber eine richtige Hookline lässt auf sich warten.

Mit „Nimm mich mit“ erwecken Snoir den Eindruck einer Ballade, bei der dann doch die Stromgitarre vorbeischaut. Hier gibt es eine klare Chorus-Linie, aber ob sie zum Mitsingen einlädt ist fraglich. Der nächste Titel „Revolution“ wirkt sozialkritischer. Hier betritt die Band stärker die Rockgefielde. Ein gutes Gitarrensolo ist mit dabei, die revolutionäre Sprengkraft bleibt dann doch etwas schaumgebremst. Mit „Station Unendlichkeit“ beschließen die vier Burschen ihr Debütwerk. Dass die Jungs mit diesem Album nicht aufgeben werden, ist klar.

Fazit

Soundtechnisch ist „Snoir“ von Snoir eine sehr gelungene EP. Die Songs bilden stilistisch eine Einheit mit durchaus abwechslungsreichen Akzenten. Vielleicht ist der Bandsound etwas zu erwachsen für die Texte, die nicht immer überzeugen können. Doch darf man nicht übersehen, dass bei deutschen Texten die Erwartungshaltung beim Zuhörer immer von vorne herein schon höher ist. Eine Band macht es sich oft „einfacher“, indem sie englisch singt und nur ein Teil des Publikums die Texte versteht. Daher darf man nicht zu streng sein, die etablierten Bands des Pop-Genre nähern sich schließlich auch immer mehr dem Schlagergenre an. Somit ist es für eine junge Band schwierig sich diesem Trend zu entziehen.

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