Innovatives neues Album des Turtle Island Quartets

Das Turtle Island Quartet, für seine innovativen Aufnahmen bekannt, feiert den Release seines 15. Albums mit dem Titel „Confetti Man“. Dieses Streichquartett wurde im Jahr 1985 vom Geiger David Balakrishnan und dem Cellisten Mark Sommer gegründet und vertieft sich seither in den Genres Jazz, Klassik, Folk, Bluegrass, Be-Bop, Funk, R & B, New Age, Rock, Hip-Hop, sowie in lateinamerikanischer und indischer Musik. 15 Alben auf Labels wie Windham Hill, Chandos, Koch und Telarc sind nun erschienen, weiters Soundtracks für große Kinofilme, TV- und Radioshows und 2006 bzw. 2008 holte man den Grammy Award für das beste Klassik / Crossover Album. Ein großes Lob gab es u.a. vom weltbekannten Cellisten Yo-Yo Ma: „Das Turtle Island Quartet hat eine einheitliche Stimme, die wirklich neue Wege bricht, authentisch und leidenschaftlich. Eine Reflexion von einigen der derzeit kreativsten Musikmachern.“

30 Jahre Turtle Island

Fruchtbare Zusammenarbeit gab es mit berühmten Künstlern wie dem Klarinettisten Paquito D’Rivera, dem Vibraphonisten Stefon Harris, Gitarrenlegenden wie Leo Kottke und Assad Brothers, den Pianisten Billy Taylor, Kenny Barron, Cyrus Chestnut und Ramsey Lewis, den Sängern Tierney Sutton und Nellie McKay, mit The Manhattan Transfer, dem Ying Quartet, The Parsons und der Luna Negra Dancecompany. Das Repertoire besteht mittlerweile aus hunderten von genialen Arrangements und Originalen. Neben den beiden Gründungsmitgliedern konnte man nun auch zwei junge Musiker verpflichten, die der Elite der europäischen Crossoverszene angehören, den polnischen Jazzgeiger Phenom Mateusz Smoczynski sowie den Edelbratschisten Benjamin von Gutzeit aus Deutschland.
„Die Herausforderung ist es, zu experimentieren und gleichzeitig die Disziplin eines klassischen Streichquartettes zu wahren“, erklärt uns David Balakrishnan.
Das Turtle Island Quartet möchte die altehrwürdige Kammermusiktradition wiederbeleben, die zur Zeit Haydns gelebt wurde, bei der die Musiker gleichzeitig auch Improvisateure, Komponisten und Arrangeure waren.

Das Turtle Island Quartet

Das Album beginnt mit einer Eigenkomposition von David Balakrishnan, „Confetti Man“, die den Stil dieser CD vorgibt. Ein wilder Teil im 7/16 Takt mit virtuosen Soli wechselt sich mit lyrischen Parts ab. Jazz, Klassik, Bluegrass und indische Musik verbinden sich zu einem gelungenen Werk, bestehend aus zwei Sätzen. Der 2. Satz (Guruvayoor) erinnert an die legendären Aufnahmen des Mahavishnu Orchestra und besticht durch energiegeladene Melodielinien, durch interessante Skalen und einige gefinkelte Harmoniewendungen. Auch dem darauffolgenden „Windspan“ von Bob Mintzer liegt eine kraftvolle Melodie zugrunde, die dann virtuos variiert wird. Die technische Brillanz der Musiker des Turtle Island Quartet, für welches dieser Track komponiert wurde, kommt hier unzweifelhaft zum Vorschein. Das Wayne Shorter Cover „Infant Eyes“ ist zwar interessant arrangiert, aber leider zu verkopft interpretiert und kommt an die Athmosphäre des Originals nicht heran. Beim Cover des Jazztunes „Israel“ kann man dann wieder virtuose Soli aller vier Musiker hören, die sich am Ende in einer gelungenen vierstimmigen Reprise ergiessen.

Interessante neue Kompositionen

In „La Jicotea“ zeigt uns Paquito D`Rivera, wie man aus fugenartigen Ostinatoriffs das Maximum herausholt und der schleichende Übergang ins Latinjazz feeling wird vom Turtle Island Quartet sehr gefühlvoll zelebriert. Dieser Track ist sowohl ein kompositorisches als auch ein aufführungspraktisches Meisterwerk und nicht nur für mich der Track des Albums. Sehr gut umgesetzt wurde auch der Cooljazz Tune „Send Me No Flowers“, bei dem die Sängerin Nellie McKay gefeatured wurde. Ihre zarte und ausdrucksvolle Stimme wird ebenso begleitet, wodurch ein wunderschönes Lied entsteht. Danach verbindet David BalakrishnansAlex in A Major“ Bluegrass mit zeitgenössischer Klassik, sowie die rechte und die linke Gehirnhälfte und vor allem die beiden Neuzugänge Phenom Mateusz Smoczynski und Benjamin von Gutzeit bekommen die Möglichkeit, zu zeigen, was sie drauf haben. „Wahnsinn im 5/4 Takt“ könnte man den vorletzten Track taufen, eine Konzertetüde des Cellisten Mark Summer. Obwohl diese technisch höchst anspruchsvoll ist, ist sie äusserst groovy und interessant anzuhören. Zu guter letzt gibt es dann noch den Bebop Song „Bouncin`with Bud“ in einem interessanten Arrangement von Smoczynski.


„Confetti Man“ ist ein sehr gelungenes Album und nicht nur für Streicherfreunde zu empfehlen. Wer das Turtle Island Quartet live hören möchte muss erst mal nach Amerika fahren, die zahlreichen Konzertauftritte finden leider selten in Europa statt. Einen Link zum Bestellen des Albums gibt es hier.

fotocredits: http://turtleislandquartet.com/store/

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