Sündhafter Electro Folk von Irij auf Cultura Cura
Lyrics
Vocals
Instrumental
Arrangement
3.9Sterne

Eine Mischung aus Folk Rock und Electro klingt zunächst wie ein gut gezielter Faustschlag mitten ins Gesicht. Tatsächlich entsteht durch diese Mischung jedoch keine Genre-Prügelei, sondern stimmige, sündhaft schöne Kompositionen, wie Irij mit ihrem neuen Album „Cultura Cura“ beweist. Musik nicht für jedermann.

Irij ist vielen von euch wahrscheinlich noch besser bekannt unter ihrem bürgerlichen Namen: Meri Tadic. Unter eben diesen spielte sie elf Jahre lang bei der Schweizer Pagan-Metal Band Eluveitie. Sie war seit Anbeginn der Band dabei, bis 2013, und ist auf allen in dieser Zeit entstandenen Alben zu hören – somit hat sie unter anderem bei emotionsgeladenen Nummern wie „Inis Mona“ oder „A Rose for Epona“ die Fidel gespielt. Nach ihrem Ausstieg widmete sich die 1,58 Meter große, zur Hälfte aus der Schweiz und zur Hälfte aus Kroatien stammende Meri voll und ganz ihrer Solokarriere mit ihrem Projekt Irij. Mit Eluveitie hat ihr bereits im September 2007 gestartetes Projekt außer den starken Folk-Einflüssen freilich nicht mehr viel mit ihrer ehemaligen Band gemeinsam, auch wenn von Zeit zu Zeit eine Drehleier erklingt und die Stimmung stellenweise noch an Stücke der Pagan-Metal Band erinnert.

Ihr Irij Projekt stemmt Meri nicht ganz alleine. So besteht die Truppe außer ihr noch aus Dominik Burkhalter an den Drums, dem Bassist Manu Rindlisbacher und dem Gitarristen Maze Koon. Schon 2009 erschien Irijs erste EP. 2014 folgte dann ihr erstes Album „Same Zgode… koje se ne mogu dogoditi!“, auf welchem klar Meris kroatische Wurzeln zum Vorschein kommen. Ein Jahr darauf veröffentlichte Irij die nächste EP, die vier Nummern starke „High Above Sorrow“.

Von kraftvoll und wild bis ätherisch

Das neueste Schaffenswerk von Irij trägt den Titel „Cultura Cura“ und wird ab dem 15. August 2016 erhältlich sein. Die Scheibe ist zwölf Nummern stark und erweckt schon beim ersten Blick auf die Titel der einzelnen Tracks Neugierde. So findet man Songs mit klingenden Namen wie „Where Colours Coaleasce“ oder „The Eyes of the Machine“ vor.

„Culutra Cura“ startet gleich kraftvoll mit „Young wild men“. Die klaren, harten und dennoch weiten Klänge einer Drehleier tönen dem Hörer entgegen. Bald mischen sich tiefe Trommelschläge dazu bis endlich Meris vor Energie schwingende Stimme erklingt, unterlegt mit Klängen, die augenscheinlich von einem Synthesizer stammen und einer Flöte. Meri Tadics Geige wird dabei zur Erweiterung ihrer Stimme, wenn die Fidel den tragenden Teil des Songs anstelle der Vocals übernimmt.

In „The Storm“ wird der Hörer weg getragen an einen Strand. Die Nummer malt dem Hörer musikalisch ein deutliches Bild in kraftvollen, dunklen Farben; die Stimmung ist geladen. Starke elektronische Impressionen wechseln sich mit puristischen Instrumentalparts ab, um schließlich zu verschmelzen und die Atmosphäre weiter zu verdichten, nur um im nächsten Moment wieder durch einen Umschwung der Instrumentals zu zerreißen.

„In Paradise“ bietet dem Album ein rundes Ende und mutet anfangs märchenhaft und verspielt an. Meris Stimme steigt und sinkt wie eine Welle, wird übertönt und schnellt wieder aus dem Hintergrund hervor um den Hörer zu packen und zu sich zu ziehen. Das Ende von „In Paradise“ ist abrupt, kein Fade out, kein langsames Hintreiben zum Ende zu. Mitteln im Arrangement plötzliche Stille, wodurch der Hörer überrascht zurück gelassen wird.

Mischung aus traditionell und modern

Irijs neuestes Werk erinnert stellenweise an Stücke von Björk. Auch wenn bei manchen Songs, wie zum Beispiel „Carolija“, der Synthesizersound etwas zu aufdringlich ist, erweist sich „Culutra Cura“ als abwechslungsreiches und gelungenes Album. Für jeden Geschmack ist es dennoch nicht. Was die talentierte Schweizerin da geschaffen hat, ist zunächst gewöhnungsbedürftig und ungewöhnlich. Meri und ihrer Truppe ist eine faszinierende Mischung aus verschiedenen Genres gelungen und gerade der Mix aus traditionellen und modernen Instrumenten erweist sich als reizvoll.

Für alle, die Appetit auf „Cultura Cura“ bekommen haben, besteht ab 1. August 2016 die Möglichkeit, das Album digital vorzubestellen. Gemeinsam mit der Premiere des Videos „The Storm“ geht an diesem Tag das Pre-Order online.

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