Viele Begriffe beschreiben was The Bongo Club auf ihrem Debüt-Silberling servieren, einer bringt es auf den Punkt: “swedishness”.

Die spacigen Töne, die „Be Careful Not To Stare“ eröffnen, führen einen in die völlig falsche Richtung, denn was man nach den ersten sechs Sekunden bekommt, ist so roh wie ein frisch gelegtes Hühnerei. Schlagzeug, Bass, zwei E-Gitarren und Sänger Jesper, der seine englischen Texte mit schwedischem Charme ins Mikro schmettert. „The Hush Hush Song“ wird zum Hit noch bevor man ihn zu Ende gehört hat. Mit den weisen Worten ‚Take it down a notch‚ cause you’re talking way too much‘ reißen die vier Kerle aus dem südschwedischen Borås uns in den nicht weniger hitverdächtigen Kracher „High Horse“, aus dem sie uns nach knackig bleibenden vier Minuten mit einem zuckersüßen ‚Ohlalala‘ wieder rausschmeißen. Gangsterhaftes Gitarrenspiel zieht uns in den Bann von „Turn Off The Lights“, das endgültig einen Grund gibt, unser bisheriges Leben hinter uns zu lassen und auszuflippen. Das Schlagzeug ignoriert den Beat passagenweise so drastisch, dass das ganze schon wieder genial ist und alle Regeln der Kunst über den Haufen wirft. Egal wie oft der Song durchläuft, die Faszination lässt nicht nach. Unfassbar cool, wenn mal jemand auf Theorie und Herkömmliches pfeift. Doch auch nach diesen bombastischen ersten Minuten lässt die Platte nicht nach und zieht den Hörer weiter mit sich. „Who Are You To Say?“ oder „Hound”… It’s about swedishness. Die Band droht nie die Ingredienzien ihrer Musik zu zerkochen. Bis zur letzten Minute bleibt es frisch, roh und ‚in your face‘. The Bongo Club werden das nächste große Ding aus Schweden.

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