The Boys You Know – Elephant Terrible
Sound
Instrumental
Songwriting
Abwechslung
4.4STERNE

The Boys You Know spielen mit ihren Einflüssen und geben darauf ein richtig starkes Album ab.

Die Neunziger sind definitiv wieder zurück: Pokémon ist wie schon vor 20 Jahren zum Lifestyle mutiert, eine Clinton tritt bei der US-Präsidentschaftswahl an und eine neue Staffel von Twin Peaks steht in den Startlöchern. The Boys You Know haben also mit ihrer neuen Platte Elephant Terrible den Zeitgeist perfekt getroffen. Nur die Frisuren sind neu – zum Glück.

Eine neue Generation

The Boys You Know - Elephant Terrible

Das Cover ist dann doch ziemlich ausgefallen. (c) The Boys You Know

Schon beim Song „Never Home“ merkt man, dass bei den Aufnahmen auf „Do it yourself“ gesetzt wurde. Verantwortlich dafür war der bandeigene Gitarrist Mathias Kollos, welcher die Zerbrechlichkeit des Tracks sehr gut eingefangen hat. Hier ein kurzes Rauschen, dort nicht ganz optimale Töne. Dadurch überzeugt das Album durchgehend mit Authentizität – perfekt unperfekt eben. Die erste Single „Teenager Of The Year“ ist eine poppige, eingehende Schunkelnummer. Die schwere Rhythmusgitarre harmoniert mit einem dem leise brummenden Bass und den zurückhaltend gespielten Drums. Die Stimme würzt alles mit einer gehörigen Portion Melancholie und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Alles in allem könnte der Song auch auf einem Teenage Fanclub Album zu deren besten Zeiten stehen. Das war natürlich auch in den Neunzigern. Die Bandbesetzung wurde für Elephant Terrible auch durch einen Trompeter und einen Keyboarder ergänzt, was man am Song „Rainy Days“ schön hören kann. Soul, Jazz und Blues triefen regelrecht aus den einzelnen Spuren – wie eben an einem regnerischen Tag. Als Bonus gibt es noch eine Nummer aus einer Live Home Session, genannt „I Should Have“, ein ungemein schönes und gleichzeitig trauriges Liebeslied und doch ein perfekter, runder Abschluss für das Album.

Fazit

Rau klingt das dritte Studioalbum der Band um Songwriter und Sänger Thomas Hangweyrer, jedoch um einiges einfühlsamer und versierter als die beiden vorangegangenen. Man hat sofort das Gefühl, das die gesamte Band wusste wo sie mit diesem Album hin wollte und sie haben ihr Ziel mehr als nur erreicht. Elephant Terrible ist eine Pop-Offenbarung die sich zwar nie im Mainstream durchsetzen wird, aber dennoch eine der besten und intelligentesten österreichischen Platten der letzten Jahre ist.

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