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The Crispies - Der Soundtrack für Hedonisten
Lyrics
Vocals
Instrumental
4.0Sterne

Ein Schrei voller Lebenslust mit einem Hauch Todessehnsucht. Die Crispies aus Wien bringen am 28. Oktober ihr Debütalbum „Death Row Kids“ auf den Markt.

Irgendwie verkörpern The Crispies alles, was an der jetzigen Generation an Jugendlichen angeblich so falsch läuft: Sie leben in absoluter Reizüberflutung, im Überfluss, zu schnell, zu laut und mit flexiblen moralischen Grundsätzen – zumindest vermittelt es so ihr Image. Wenig Verantwortung gegenüber dem eigenen Körper und bemüht, sich gefühlsdezimiert zu geben. Weil alles ist zu viel und alles auch irgendwie egal. Dieser dekadente und zerstörerische Unterton spricht auch aus ihrem Debütalbum.

Gelungene Selbstfindung

Der Startschuss als Band fiel für die Crispies schon vor zwei Jahren. Wohin sie mit ihrer Musik wollen, wissen sie jedoch erst seit 2015, als sie begonnen haben, an ihrem ersten Album „Death Row Kids“ zu arbeiten. Eben dieses ist nun auch fertig und präsentiert sich im mitreißenden, schillernden, verzerrten Gewand. Während vor ihrer Fokussierung auf „Death Row Kids“ noch etwas Stoner-Rock in ihren Werken zu finden war, entwickelten sie sich in der Schaffensphase ihres Debütalbums vollkommen von selbigem weg. Am einfachsten ist es, die Crispies in die alternative Schublade zu stecken, auch wenn ihr Output noch eine Prise Pop beinhaltet.

Kennengelernt haben sich die vier 20ig-Jährigen Großteils über die Musikschule. Nachdem Peter, Rob und Tino sich gefunden hatten, fehlte ihnen noch ein Bassist. Bruno kam schließlich über seine Ex und Freundin der Band zur Truppe, die ihn für die Besetzung des Bassisten ins Gespräch brachte. Als einen der Punkte, die die vier als Band zusammengebracht hatte, nennen die Wiener ihren sich überschneidenden Musikgeschmack. So haben zum Beispiel Tino und Bruno beide in zarten Jugendjahren Black Metal gehört – vielleicht führte dieses frühere Interesse auch unterschwellig zu der Entwicklung der doch kantigen und eher geschrienen Vocal-Parts.

Von stalkenden Ex-Freundinnen und Rauschzuständen

Death Row Kids“ beinhaltet insgesamt zehn Songs, deren Inhalt sich von exzessiven Erlebnissen des Nachts über Rauschzuständen bis hin zu stalkenden Ex-Freundinnen erstreckt. Mit dabei sind auch die beiden bereits als Albumauskopplungen veröffentlichten Songs „Bad Blood“ und „Noose ’n‘ Go„, über den wir auch schon an anderer Stelle berichtet haben. Die Scheibe erscheint beim Wiener Label „Seayou Records“, bei dem unter anderem großartige Artists wie Schmieds Puls, Mynth oder Black Palms Orchestra unter Vertrag sind. Die Atmosphäre bei dem vergleichsweise größeren Label empfinden die Crispies dabei trotz der umfangreichen Liste der betreuten Künstler noch immer als familiär.

Die einzelnen Songs auf der Scheibe kommen kurz und knackig daher. So dauert der kürzeste Track gerade mal eine Minute und zehn Sekunden – auch der Rest bewegt sich durchschnittlich bei dreieinhalb Minuten, wobei „One hundred Times“ die große Ausnahme bildet. Der vorletzte Track sticht mit über sechs Minuten Laufzeit klar heraus. Zu Beginn schleichen sich psychedelische Töne ein, vor allem Tinos Stimme bekommt einen gezogenen und entspannteren Klang. Während die restlichen Songs auf dem Album mit gehörig Druck des Weges kommen, lassen sich die Crispies bei „One hundred Times“ richtig Zeit. Ursprünglich handelte der Song vom Verlassen-werden, wurde aber umgetextet, da er in dieser Form nicht zum Konzept der Crispies passte.

„Death Row Kids“ eignet sich wunderbar als die musikalische Untermalung zur Vorbereitung auf eine durchfeierte Nacht – oder als Soundtrack für selbige. So sorgen Songs wie „Keep on doing that“ oder „Ring my Doorstep“ für Glücksgefühle. Die Welt ist zwar auf dem Weg nach unten, aber das ist schon ok so.

Wenn die Crispies so weitermachen, auf was man nur hoffen darf, kann man ihnen für die Zukunft durchaus großen internationalen Erfolg in den Alternative-Charts weissagen. Die Musik der vier Jungs besticht durch ihren eigenen Charme mit viel Wiedererkennungswert. Auch ihr Debütalbum lässt sich unter „mehr als gelungen“ einordnen und punktet durch seinen Abwechslungsreichtum. Wer die Crispies übrigens mit ihrem neuen Album live sehen will, hat dazu demnächst auf ihrer Albumrelease-Show die Gelegenheit, über die wir hier bereits berichtet haben.

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