Mit seinem neuesten Album Hoodrich nimmt uns Said mit in seine Welt, die nicht immer rosig ist.

„Hoodrich! Ratet, ratet, wer mal wieder da ist“ – Said ist wieder da und er bringt ein neues Album mit, welches auf den Namen Hoodrich hört. Es lief anfangs nicht alles so rund, wie es sollte, die Platte musste um zwei Wochen nach hinten verschoben werden. Den Fans machte das allerdings wenig aus, man wartet eben gerne ein wenig auf gute Musik. Nun ist Hoodrich seit einer Woche auf den Markt und der Name ist Programm: Hoodrich ist ein Straßenalbum, in dem wirklich viel Arbeit steckt und das bekommt man auch zu hören.

Said AAW

Said – Hoodrich – 2014

Zum Leben verurteilt, zu Hause in der Hood

Said gehört definitiv zu der Kategorie Rapper, über die man schon mal etwas gehört haben sollte. Spätestens seit seinem letzten Album Zum Leben verurteilt sollte zumindest jeder Fan des deutschen Hip Hop auf den Berliner aufmerksam geworden sein. Es ist natürlich Geschmackssache, ob man Straßenrap mag, einen Rap der sich damit auszeichnet, Geschichten über die „Hood“ zu erzählen und ohne verzweifelt Melodien den Hörern ins Ohr drücken zu wollen, die hängen bleiben sollen. Wichtig bei solchen Alben ist die Story, die der Musiker versucht, zu vermitteln. Said schafft es auf Hoodrich, authentisch Geschichten zu erzählen, ohne dabei aufgesetzt zu wirken, es wirkt alles sehr echt. Oft habe ich das Problem, vielen Rappern ihre Texte nicht abzukaufen, es wirkt alles sehr gestellt und gekünstelt. Wichtig dafür, warum es bei Said nicht unecht wirkt, sind die Beats und die Produktion, welche hauptsächlich von KD Supier übernommen wurde, der Produzent und Rapper liefert hier wie immer hervorragende Arbeit ab und harmoniert perfekt mit dem Berliner Rapper Said.

Themenvielfalt auf Hoodrich

Hoodrich Cover

Said – Hoodrich – 2014

Hoodrich heißt nicht nur das Album, Hoodrich ist auch das eigene Label von Said, welches auch im Facebook-Namen des Rappers zu finden ist. Trotzdem ist der Albumname nicht nur stumpf auf das eigene Label zurückzuführen, die Themen der Platte spiegeln das Leben in der „Hood“ wieder. Angefangen beim Song „Carlo“, in dem es darum geht, wie wichtig es ist, sich in Klamotten von Carlo Colucci blicken zu lassen, um dann wahrscheinlich, wie im Song „F!cken“, die passende Frau zu beglücken. In gut betuchten Kreisen soll man wohl diese Damen finden, denn „reiche Damen stehen auf böse Jungs“, wie es in dem Song „Rich Bitch Shit“ heißt. Wenn es mal nicht um Damen geht, geht es um krumme Geschäfte auf der Straße, wie im Song „Laber nicht“. Im schlimmsten Fall wird man dann von der Polizei verhaftet und muss sich dabei mit einem gewalttätigen Polizisten auseinandersetzen, das Lied „Freund und Helfer“ behandelt dieses Thema ausgiebig. Dass nicht nur Leute, die auf der Straße leben, kriminell sind, wird im Song „Anders als wir“ zum Thema gemacht, Politiker und Prominente sollen ebenfalls keine Kinder von Traurigkeit sein. Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass mich Hoodrich gut unterhalten halt, es wird einem nie langweilig, Said hat mit seinem dritten Soloalbum gute Arbeit abgeliefert.

Viele Features, viele Videos

Neben Said gibt es auf dieser Platte viele andere Rapper zu hören, holt ihr euch die Standard-Edition, könnt ihr noch Maskoe, KD Supier, Silla, PTK, Marc Reis, Credibil, Joshi Mizu und BRKN hören. Entscheidet ihr euch für die Bonus Track-Version bekommt ihr statt 16 ganze 21 Songs, wo ihr auch noch Crackaveli, Frauenarzt, Bozza, RAF Camora und Butch hören dürft. In Sachen Videos hat Hoodrich auch einiges zu bieten, mit den Songs Nachgeladen, Carlo, F!cken, Freund und Helfer, Anders als wir, Alles geht weiter & Pure Arroganz bekommt ihr ganze sieben Videos präsentiert, vielleicht auch als kleine Entschädigung, da das Album ja um zwei Wochen verschoben wurde. Ob es zu Hoodrich eine Tour geben wird, ist leider noch nicht bekannt, wir bleiben dran, falls es diesbezüglich Neuigkeiten geben sollte.

Said @Facebook

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