Ursprünglich zu zweit, dann zu fünft, nun zu viert: Die Band Viech, mit Wurzeln in Graz, musste bei Veröffentlichung des Albums den Ausstieg von Gründungsmitglied Andreas Klinger-Krenn verdauen. Auf ihrem zweiten Album „Yeah“ gibt es ihn noch zu hören.

Das zukünftige Fehlen Klinger-Krenns wurde allerdings keineswegs an die große Glocke gehängt, wodurch sich zeigt, dass es sich bei den deutschrockenden Viech weniger um eine Band, sondern mehr um ein Kollektiv ohne Frontmann handelt. Diese Tatsache fällt allerdings dank der Stimmgewalt jedes einzelnen Mitglieds nicht ins Gewicht. Vergleicht man „Yeah“ mit dem ersten Album, das Klinger-Krenn mit Kumpel Paul Plut noch zu zweit aufnahm, lässt sich klar feststellen, dass die Songs im Kollektiv lauter und schneller geworden sind. Instrumente wie das Akkordeon sucht man nun vergebens. „Yeah“ lebt von farbenfrohen Uptempo-Songs, die dank der tanzbaren Grooves gut in der Indie-Disco aufgehoben wären („Fleischkrapfen“, „Oh Elise“). Textlich gehen die Viecher mit ironisch gewieften Wortspielen, die ob ihrer ungewöhnlichen Kombinationen leicht dadaistisch anmuten, und teils ländlichem Charme zu Werke. Dass es das damalige Quintett auch ruhiger kann, beweisen sie mit gemäßigteren Songs wie „Dr. Love“ und „Heute Nichts & morgen davon mehr“, die dank zarten Melodien und feingliedriger Instrumentierung an die schwedischen Indie-Popper Shout Out Louds erinnern. Dennoch liegen die Stärken der Band klar in den energiereichen DreiMinütern, in denen die gesamte Band aus vollen Kehlen um ihr Leben singt.

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