Wanda und Bilderbuch haben die letzten Jahre den Austropop in neuen Glanz versetzt und in all seiner Finesse mit einer ganz eigenen Note versetzt. Just betrat Voodoo Jürgens – die neue Austropop-Hoffnung schlechthin – die heimische Musiklandschaft. Im September 2016 erschien das Album „Ansa Woar“.

Ansa Woar – (c) Lotterlabel

Bereits der erste Song „3 Gschichtn ausn Cafe Fesch“ zeigt, mit was sich das Album befasst. Voodoo Jürgens setzt sich als Wiener G’schicht’nerzähler in Szene und inszeniert umwegslos unterschiedlichste Rollen: ein Totengräber, ein Arbeitsloser, der die Alimente nicht bezahlt oder auch ein Boxer. Verrauchte Cafés, für die Wien namhaft ist. Kneipen, in denen verbrauchte Gestalten ihr Unwesen treiben. Voodoo Jürgens Kindheit in Tulln. All das macht „Ansa Woar“ aus.
Voodoo Jürgens fällt mit einer unverkennbaren, denkwürdigen Stimme auf und beharrt sprachlich auf das Ur-Wienerische, das hier und da auch einem alteingesessenen Wiener Probleme bereiten kann. Neben Gitarren evozieren Leierkasten und Akkordeon eine düstere aber auch eine ganz besonders schöne Stimmung. In manchen Punkten erinnert Voodoo Jürgens an Wanda, nur deutlich intellektueller, wortgewandter sowie kreativer.
Voodoo Jürgens Schaffen ist nichts Neues, verleiht aber durch Redekunst, überlegte musikalische Begleitung und den eigenen Klang der Stimme, Austropop ein neues Etwas, ja, da springt Georg Danzer aus ‘m Grab und Wolfgang Ambros hört auf zu trinken.

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