Weihnachtsstimmung bei den Bloodsucking Zombies from outer Space
Abwechslung
Vocals
Instrumental
Aufnahmequalität
4.0Sterne

Feiern Ghouls und Zombies eigentlich Weihnachten? Die Bloodsucking Zombies from outer Space zeigen euch wie; mit ihrem am 25. November herauskommenden Album „Bloody Unholy Christmas“.

Man kann es kaum mehr leugnen, wenn man durch die Stadt streift: Weihnachten steht vor der Tür. Passend dazu bringen die Bloodsucking Zombies from outer Space pünktlich zum Adventstart ihr neues Album auf den Markt. Auf dem weihnachtet es sehr – zumindest so, wie man sich Weihnachten auf dem Heimatplaneten der außerirdischen Zombies vorstellen mag: blutig.

Ein neues Album, doch gleichzeitig ein Abschied

Zwar ist ein neues Album grundsätzlich ein Grund zum Feiern, dem Release von „Bloody Unholy Christmas“ sehen Fans der BZfOS jedoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Die Scheibe wird nämlich zum zehnjährigen Jubiläum der traditionellen „Unholy X-Mess Jamboree“ auf dem Markt gebracht, wobei das Jubiläum gleichzeitig das Ende dieser schönen alljährlichen Weihnachtsfete markiert. Dafür warten die Zombies mit reichlich Gastmusikern auf dem Album auf, um einen „Bloody Unholy Christmas“ nochmal zu versüßen. So findet man zum Beispiel auf „Thriller“ die Vocals von Bela B. von den Ärzten und auf „Let me entertain you“ stammt das Gitarrensolo von Neil Taylor.

Bloody Unholy Christmas (c) BZfOS

Bloody Unholy Christmas (c) BZfOS

Eröffnet wird das Album von einer schönen, alles anderen als besinnlichen Nummer. „Bloody Unholy Christmas“ stimmt den Hörer gleich von Anfang an auf ein wenig heiliges Weihnachten ein, das eher zwischen Glühweinständen und mit Feierlaune verbracht wird. Auch der besinnliche Glockenklang zu Beginn täuscht nicht darüber hinweg – Weihnachten wird wild. Und so hat der Weihnachtsmann auch nach den ersten paar Sekunden des Tracks einen Unfall mit dem Gegenverkehr. Aus Weihnachtsglocken werden Hells-Bells und aus Kinderlachen verzweifeltes Weinen.

Rocklegenden von Kiss bis Falco

Eigentlich gehört es für ein Coveralbum aus Österreich schon zum guten Ton, dass auch mindestens eine Neuinterpretation einer Falco-Nummer darauf zu finden ist. Zur angenehmen Überraschung handelt es sich dabei nicht um die gewöhnlich erste Wahl für Falco-Covers: „Rock me Amadeus“. Nein, die BZfOS haben sich für „Der Kommissar“ entschieden, der sich an dritter Stelle der Playlist befindet. Dabei hält sich die Zombieversion des Hits noch ziemlich an das Original – sogar Dead Gein’s Vocals bekommen einen hörbaren Falco-Touch.

Etwas rauer und rustikaler wird es mit dem Kiss-Cover „God od Thunder“, das mit mehr als enthusiastischen „Oi’s“ zum Mitgrölen und übermäßigen Bierkonsum anregt. Ein weiteres Highlight auf einer Scheibe voller Covers von Klassikern der Rockgeschichte ist die Neuinterpretation der Eröffnungsnummer der Rocky Horror Picture Show – „Science Fiction Double Feature“. Dabei geht es deutlich schneller zu als beim Original – doch die neue Horrorbilly-Gewandung steht dem Musical-Song äußerst gut zu Gesicht.

Der Kreis und das Album schließt sich wieder mit einem Weihnachtssong – „Merry Christmas Everybody“. Dass dabei nicht vielmehr als die Grundmelodie und der Schellenklang weihnachtlich sind, weiß wohl auch jeder Nicht-Hardcore-Fan spätestens nach dem bisherigen Album.

Die BZfOS vereinen Zombie- und Weihnachtskitsch in einem Album, das sich auch rein optisch wundervoll unter dem Weihnachtsbaum oder – noch passender – im Krampus-Sackerl macht. Kurzentschlossene und Frühkäufer können sich das Album schon mal hier vorbestellen.

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