Das war das Hafen Open Air 2017
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3.9STERNE

Am Samstag und Sonntag, dem 19. und 20. August 2017 ging das 11. Hafen Open Air über die Bühne. Wolfgang Ambros und die No. 1 vom Wienerwald brachten das Festival zu einem krönenden Abschluss.

Seit 2006 geht das Wiener Hafen Open Air über die direkt neben der Donau platzierte Bühne. Viele junge Bands aus ganz Österreich haben hier ihre erste Festivalerfahrung machen können und so manche hat auch den Sprung in die Profiliga geschafft. Auch dieses Jahr waren wieder eine Reihe vielversprechender Newcomerbands am Start. Um die breitere Masse der Festivalbesucher anzusprechen wurden wieder nationale und internationale Stars für den Hafen engagiert. Dieses Jahr erfreuten am Samstag Birgit Denk und The Gypsy King’s Family feat. Pablo Reyes das Publikum, am Sonntag ging es austropoplastiger mit Lichtwärts & Ulli Bäer und Wolfgang Ambros und die No. 1 vom Wienerwald ins Finale des zweitägigen Events.

Samstag, 19. August

Der erste Festivaltag stellte sowohl Organisatoren als auch Publikum auf eine harte Probe. Nach einer hochsommerlichen Aufbauwoche kam die Abkühlung und beständige Regenschauer zogen den ganzen Tag über das Gelände. Die Bands und auch die ehrenamtlichen Helfer des Festivals ließen sich aber nichts anmerken und lieferten professionelle Shows ab, als wäre schönster Sonnenschein. Auch wenn am Nachmittag die Bühne den Newcomern gehörte, wurden spannende Rock- und Popkonzerte geliefert. Demian machten den Auftakt und rüttelte alle Anwesenden auf, dass das bescheidene Wetter bald vergessen war. Auch die Brüder von Brofaction ließen sich nichts anmerken. Wende Punkt spielten einige neue Songs aus dem zweiten Album. Mit der Most Company ging es dann etwas zünftiger und mit einer Prise Jazz weiter, während Lionator mit gefühlvollen Rockballaden verzauberten. Ned In Ned Out erinnerten mit ihrem Programm, dass das Festival einen Schwerpunkt auf Mundartmusik legt. Mit dem ADAM Project feat. Barbara Alli waren wieder Worldmusic-Klänge zu hören, bevor es Zeit für Birgit Denk & Band war. Als krönenden Abschluss konnten die Organisatoren dieses Jahr die Gypsy Kings engagieren, die ihrem Ruf gerecht wurden und sowohl musikalisch, als auch showmäßig ein beeindruckendes Konzert ablieferten.

Sonntag, 20. August

Am Sonntag schaute es schon am Vormittag an der Wetterfront viel freundlicher aus und mit Festivalbeginn um 13.00 Uhr kam die Sonne heraus. Einem großartigen Festivaltag stand nichts mehr im Wege. Mit leichter Verspätung durch die Soundchecks starteten Buncha Rascals ihre Alternative Rock Show. Ihnen folgten die Verwegenen aus Oberösterreich mit ihren Deutschrock Songs. Der Nachmittag des Sonntags war generell mehr für Rockfans, da auch Chasepath und Paxyard Lane verstärkt dieses Genre bedienten. Einzig Tschebberwooky setzten einen Kontrapunkt mit ihrem Ska und Reggae Programm.

Rammelhof freuten sich besonders über den relativ späten Slot, da schon einige Fans der Hauptacts auf dem Gelände waren. Rammelhof legen es ja mit ihren aktionistischen Songs und Showeinlagen gerne darauf an, zu polarisieren. Das ist ihnen auch dieses Mal geglückt. So waren viele Zuschauer, die die Band zum ersten Mal gesehen hatten schwer begeistert, während andere sich bemüßigt fühlten, Beschwerdemails an die Festivalleitung zu schreiben. Dann zeigten die Herren von Blind Petition ihren treuen Fans, dass sie noch nichts verlernt haben und über die Jahre auch nicht leiser geworden sind.

Um 20.15 Uhr zeigte die Veranstalterband Lichtwärts & Ulli Bäer ihre diesjährige Show und legte der No. 1 vom Wienerwald vor, wie Austropop heute zu klingen hat. Schließlich kam der große Höhepunkt, wegen dem viele Gäste in den Hafen gepilgert waren: Noch einmal Wolfgang Ambros auf der Bühne stehen zu sehen. Ambros, einer der letzten Helden der Anfangszeit des Austropops, ist nun körperlich nicht mehr so fit wie in seiner besten Zeit, sodass die Band alles tat, um musikalisch zu retten, was zu retten war. Seine Ausstrahlung hat er dennoch nicht verloren, und erinnerte die treuen Fans an die früheren Zeitene. Auch wenn er die Songs nicht mehr so gut, wie vor vierzig Jahren performen konnte, hat er doch mit einigen Songs österreichische Musikgeschichte geschrieben.

Man hört immer wieder Stimmen, er solle doch abtreten und die Bühne den jüngeren Künstlern überlassen, doch wenn einerseits der Drang so stark ist, auf die Bühne zu wollen und andererseits die Leute noch immer in Tausenden kommen, sei es auch teilweise aus Voyeurismus, so sollte es auch den alten Helden zustehen, bis zum letzten Atemzug im Scheinwerferlicht zu stehen.

Fazit

Wie in den Jahren zuvor zeigte das Hafen Open Air bei einer ausgesprochen familiären Atmosphäre einen guten Querschnitt der jungen österreichischen Pop- und Rockbands. Alle Generationen von Musikfans kommen auf ihre Rechnung und können das Festival am Rande der Stadt direkt neben der Donau genießen.

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