Sehr schnell ist das Waves Vienna nun über die Bühne(n) gegangen. Das größte Showcasefestival Wiens fand mit dem diesjährigen Konzerthighlight Neneh Cherry und den Gewinnern des X-Award Dives ein großartiges Ende.

Nur ist auch das achte Waves Vienna Festival & Conference Geschichte. Fast 30 österreichische Bands haben sich an den drei Tagen des Festivals präsentieren können. Zu diesem Zweck hat sich die Initiative Austrian Music Export, ein Projekt von Mica und dem Austrian Music Fund ins Zeug gelegt, um gerade am Waves Festival 2018 ordentlich die Werbetrommel für heimische Indie-Projekte zu rühren. Dafür wurde auch eine Youtube-Playlist mit den vertretenen Bands erstellt.

Die Bands

Bei der Vielzahl von Bühnen, die parallel den Acts eine Plattform bieten, ist es wie jedes Jahr ein Ding der Unmöglichkeit von allen Bands einen Eindruck zu bekommen. Dieses Jahr habe ich versucht besonders die Performances der österreichischen Bands zu besuchen und habe am ersten Tag die Liveshows von Teresa Rotschopf, Sfya, Pauls Jets und Viech besucht. Gerade auf Viech war ich sehr gespannt, da ich vor einigen Jahren einer Albumpräsentation beigewohnt habe und ich sehr interessiert daran war, wie sich die Band in der Zeit seither entwickelt hat. Ich wurde auch nicht enttäuscht, so war das aktuelle Programm musikalisch zwar nicht mehr so verspielt, dafür aber genauso wie die optische Performance sichtlich gereift. Aus dem deutschen Ausland war ich bei Blond und Odd Couple. Mit letzteren konnte ich nach dem Auftritt noch ein Bierchen trinken und über die Wiener und die Berliner Musikszene sowie (Kultur-)Politik im allgemeinen plaudern. Den Abend ließ ich dann bei Warmduscher aus London ausklingen.

Der Freitag stand ganz im Zeichen der internationalen Empfänge, die bei Showcasefestivals gerade der Presse einen guten Überblick über die Bands geben, da die Live Sets kürzer sind und der Kontakt zu den Bands einfacher und direkter ist. So lernte ich beim Schweizer Empfang das Duo Blind Butcher kennen, die zu einer Schweizer Businessjause gemütlich über ihr Projekt Auskunft gaben. Bei der Bayrischen Präsentation sprangen Sauna für LEAK ein, deren Sängerin erkrankt war. Der spätere Abend ließ sich mit Zak Abel (UK) elektronisch an und endete für mich nach Holy Nothing (PT) mit Kovacs (NL) soulig.

Am Samstag stand wie jedes Jahr die Austrians Heartbeats Delegates Tour auf dem Plan, wo die Teilnehmer mit dem Bus zu fünf Stationen außerhalb des WUK geführt werden und auch jeweils von einer Band musikalisch unterhalten wurden. Besonders interessant war die unpluggedperformance des in London lebenden portugisischen Songwirters, der unter dem Projektnamen We Bless This Mess auftrat. Am Abend standen wieder eine Menge Bands auf dem Programm, das mit der Präsentation des heurigen XA-Award-Sieger Acts Dives und dem Konzert des „Hauptacts“ Neneh Cherry seinem Höhepunkt und gleichzeitig auch seinem Abschluss entgegen ging.

Die Conference

Die Conference am Waves Vienna bot eine Vielzahl an interessanten Panels. So wurde über die Bedeutung des Bloggings für die Musicindustrie diskutiert. Besonders interessant war ein Panel der versuchte in die Mysterien der Filmmusik Einblick zu geben. Auch ein Radio Panel stand auf dem Programm. Die Schwerpunktländer Portugal und Slovakei hatten eigene Präsentationspanels, ebenso wurden wieder Speeddatings für Journalisten angeboten. Die Conference endete mit der Heartbeatstour, wo Delegierte und Musiker zum gemütlichen Austausch gebeten wurden.

Fazit

Das Waves Festival & Conference zeigt wieder einmal was es den Besuchern als größtes österreichisches Showcase-Festival schuldig ist. Eine riesige Anzahl an nationalen und internationalen Acts aus den verschiedensten Indie-Genres wechseln sich auf den Bühnen ab und hochkarätig besetzte Panels laden ein zum Lauschen und mit den Experten zu fachsimpeln. Jedes Jahr eine Steigerung auf allen Ebenen: Weiter so!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.