Was in Wiesen passiert, bleibt in Wiesen.

Das Urban Art Forms Festival und Wiesen: Eine wundervoll passende Kombination, die, nach einigen Auswärtsspielen in Wiener Neustadt und Graz, erneut ein grandioses Festivalerlebnis hervorbrachte.

Am Urban als VeteranIn

Das neue verbesserte Festivalgelände der Ottakringer Arena und das diesjährige Motto „Back to where your heart beats“ mit der Subheadline „No EDM“ gaben dem ganzen Spektakel einen eigenen Touch und mit Headlinern wie Die Antwoord, Deadmau5, Sven Väth und Noisia wurden die stark reduzierten Besuchermassen mit den angesagtesten Melodien und Beats auf satten 5 Bühnen beschallt.

Wer bereits den ersten (originalen) Urban Art Forms Editionen beigewohnt hat und sich dieses Jahr wieder die Ehre gab, wusste bereits was einen am Gelände erwartet. Schnell fand man sich als VeteranIn wieder, auch ganz ohne Festivalplan. Auch die Neulinge, die das Urban Art Forms bisher nur aus Graz etc. kannten, hatten das etwas kleinere, recht leicht überschaubare Gelände schnell adaptiert und man tauchten über den Hauptweg vom Campingzelte-Wald hinein ins Festival Feeling.

Der große Unterschied dieses Jahr: Die Stages waren nicht wie gewohnt erst nach Erscheinen Auroras dicht, sondern bereits zu sehr sittlichen Uhrzeiten, die jedoch zu ausgiebigen Zeltplatzfeiereien führten. Mal stolperte man quer durch die Zeltseile, einem Deichkind-Imitat mit dem Körper voller bunter Neon-Klebebänder entgegen oder wird aus der Dunkelheit von Glitzerexzessen auf den Gesichtern der BesucherInnen angefunkelt. Die Frage „He, wer bistn du eigentlich?“ fiel mehr als nur einmal.

Beim UAF Markt konnte man sich mit den neuesten Modelinien wie zB. der von Camo & Krooked oder VIERECK und dem üblichen Festivalzeugs eindecken und Farbe bekennen. Der Zendome versprach als beschalltes Zigaretten-Kämmerchen gekonnte Pole-Dance-Unterhaltung und die ÖBB Railaxed Base ließ nicht nur von sich hören – auch Bodypainting wurde geboten.

3 Tage wach

Bereits am Donnerstag wurde der Menge von der aus Südafrika stammenden Formation Die Antwoord ordentlich eingeheizt – eine Performance, die hängen blieb. Nicht nur der Performance wegen – von den Tänzerinnen mal abgesehen: Man kümmerte sich um die Errettung schwach bekleideter Crowdsurfer und war selbst tunlichst damit beschäftigt, der sich bewegenden, schiebenden und drückenden Masse Stand zu halten. Der mehr als gut besuchte Gig hinterließ Bilder von Ninjas Hinterteil, das ihm die Menge nahezu entreißen wollte, technoide Prollsounds die wir vom letzten Album kennen und eine Bühnenshow vom Feinsten.

Der Festival-Freitag verlief tagsüber relativ ruhig. Man musste doch den ersten Tag im und vor dem Zelt verarbeiten, meist in Gesellschaft einiger Unbekannter, die in einem der Campingsessel eingenickt waren.

Die Nacht hingegen versprach Platzmangel. Nicht nur aufgrund der frisch angereisten WochenendbesucherInnen – jetzt wurde deutlich, dass man die Bühnenkonzeption eventuell überdenken hätte sollen, zumindest für einige Acts. Die DnB-Stage schien pünktlich zum Auftritt von Noisia aus allen Nähten zu platzen – während die Mainstage ausreichend Platz zum Tanzen bot. Dass wir hier von zwei wesentlich unterschiedlichen Bühnen sprechen steht außer Frage, dass Dubfire und das Techno/TechHouse-liebende Publikum gegenüber den DnB-Begeisterten immer mehr abzunehmen droht aber nicht. Der dicht gedrängte Eingangsbereich der Futurebeatz-Stage in dem auch ich mich kurz befand, drohte in den ersten Minuten Noisias Set zum Point of Collapse zu mutieren. – Ich entschied zu gehen. War auch nicht so als hätte man draußen nichts mehr gehört. Dank dem Funktion One System, das unter anderem auch die Red Bull Music Academy Stage beschallte, war das Klangspektakel auch Outdoor zu genießen.
Camo and Krooked schlossen den Mainstage-Tag mit einem hochprofessionellen Set aus bekannten Eigenkreationen und aktuellen Hits, das fast zu perfekt schien um live zu sein. Ein Gruß mit gebrochenem Fuß und Krücken durfte natürlich auch nicht fehlen.

Da war es auch schon Samstag, der mit Namen wie Deadmau5, The Glitch Mob, Netsky Live, Spor etc. lockte. Zwischenzeitlicher Regen und kühle Temperaturen hinderten allerdings ebenso an diesem Tag niemanden daran sich die Wäsche vom Leib zu reißen, die Unterkühlung mit Bier zu wärmen und die Acts gebührend zu feiern.

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