FRIDGE FESTIVAL 2017 – DAY 2
Entertainment
Acts
Stimmung
Publikum
2.9STERNE

Malerische Kulisse, Top-Acts, super Organisation – aber irgendwie fehlte das Publikum.

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, Schneegestöber und am besten unter der eh schon ziemlich dicken Hose Schiunterwäsche anziehen – klingt nicht unbedingt nach den Eckpfeilern eines Festivals. Außer man geht aufs Fridge Festival. Eine einzigartige Veranstaltung – Skisport und typisches Festivalfeeling, und das mitten in einem malerischen Skigebiet.
Zum ersten Mal in seiner Geschichte findet es zwischen 15. und 17. Dezember 2017 am Kreischberg in der steirischen Gemeinde St. Lorenzen ob Murau statt. Mit Bekanntgabe der diesjährigen Acts qualifizierte sich das Fridge Festival am Kreischberg eigentlich zu einem super Ereignis. Die Voraussetzungen waren absolut gegeben: vielversprechende Musik, leistbare Ticket und winterlich-romantische Kulisse. Es war für alles gesorgt. Dennoch fand man leider wenig Leute vor der Bühne und auch die Kunstwerke, die international bekannte Free-Ski- und Snowboard-Profis auf dem verschneiten Hang vollführten, wurden von einer eher kleinen Menge bejubelt.

Erste Eindrücke

Es ist ungefähr 18:30 als ich das Festivalgelände betrete. Der erste Eindruck ist ziemlich zwigespalten. Gudrun von Laxenburg (ein Drei-Mann-DJ-Gespann) ist gerade „on tunes“. Am Festivalgelände befindet sich zu dieser Zeit eine spärliche Menge menschlicher Geschöpfe. Ich entschloss, dass auszunutzen und mir in aller Ruhe das Gelände näher anzusehen. Es fehlte einem an nichts: warme sowie kalte Getränke mit oder ohne Alkohol, Essen ohne Ende, Goodies, vernünftige Sanitärbereiche – für alles war gesorgt. Stellte sich mir erneut die Frage:“Wo bleiben die Leute?“

Die Acts

Gudrun von Laxenburg lieferte eine absolut solide Show. Ihre sanften Electronic-Beats stimmten perfekt auf den Abend ein und motivierten die Leute in einem perfekten Ausmaß.
Nach jedem Auftritt lieferten die Jungs mit Ski und Snowboard je eine Stunde eine ziemlich beeindruckende Show. Dann ging es wieder zurück vor die Bühne.
Der nächste Act war einer auf den ich mich persönlich ziemlich gefreut habe: Camo & Krocked. Die Wiener Drum & Bass Künstler sind ein vielversprechendes Duo und absolute Stimmungsgaranten. Langsam füllte sich die spärliche Menge der Besucher und genoss beste musikalische Unterhaltung der DJs. Ganze eineinhalb Stunden legten die beiden auf und entgegen meiner Annahme, dass Drum & Bass ja irgendwann mal langweilig werden würde, war ich doch eine von vielen, die bis zum Schluss mittanzte. Obwohl Camo & Krocked nicht unbedingt mein Musikgeschmack sind, muss ich sagen, dass ich absolut begeistert war über ihre Musik und ihr Entertainment.
Nach der letzten und eindeutig coolsten Show der Ski- und Snowboardtalente, betrat das DJ-Duo Sigma um 23:00 die Bühne. Die beiden sind live einfach unglaublich gut und geben Vollgas. Es scheint als wäre Sigma ein kleiner Publikumsmagnet – immer mehr motivierte Partygänger strömen durch die Tore des Fridge Festivals. Die Leute sind sichtlich tanzfreudiger als zuvor – liegt womöglich daran, dass man sich im wachsenden Getümmel der Leute nicht mehr so beobachtet fühlt. Vielleicht liegt es aber auch an dem vereinzelt starken Alkoholkonsum der Besucher. Der langen Rede kurzer Sinn: Sigmas Auftritt war (so wie die der anderen) großartig und man wurde bestens unterhalten.

Fazit

Alles top – aber wo waren die Leute? Es stellt sich mir die wohl durchaus berechtigte Frage: Wieso? Im Umkreis vom Kreischberg waren zu dieser Zeit keinerlei Events, die dem Festival großartig zur Konkurrenz fallen könnte. Das Line-up war großartig, die Organisation ebenfalls. Das einzige, was nicht unbedingt mitspielte, war das Wetter. Starker Schneefall verhinderte mir selbst am Freitag die Anreise aufs Festival. Aber am Samstag war es einem problemlos möglich hinzukommen. An was es wirklich gelegen hat, kann man nur spekulieren. Was ich allerdings sagen kann: an der Musik hat es nicht gelegen. Ein großartiges Entertainment bei frostiger Kälte – muss man einmal genauso gut nachmachen.

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