Impuls Festival: opening composition beyond music am 22.2.15

Im Rahmen des Impuls Festivals wurde am 22.2. um 15:00 Uhr die Aktionsreihe „Composition beyond Music“ im ESC Medien Kunst Labor eröffnet. Nach einer kurzen Einführungsrede des künstlerischen Leiters Georg Nussbaumer, kam der Startschuss mittels Stoppuhr und die neun Komponisten hatten eine Stunde lang die Möglichkeit, ihre Arbeiten darzustellen und gleichzeitig ein Gesamtkunstwerk zu kreieren.

Eines der Ziele dieser Veranstaltung war es, zu vermitteln, wie die musikalische Darbietung wahrgenommen wird, wenn gleichzeitig die anderen Sinne herausgefordert werden. Die Besucher, wie auch die Künstler, konnten sich im Raum frei bewegen und somit selbst bestimmen, welche Sinneseindrücke sie wann, wo und wie wahrnehmen mochten.

Freie Platzwahl

Mich zog es erst mal zu Cindy Genevieve Girons Kunstwerk. Ein Baumstumpf und herumliegende Blätter und Zweige, dazu verschiedenste Naturgeräusche. Da ich selbst oft im Wald spaziere, war ich bald satt und bewegte mich weiter zu Benjamin Bacons Video Installation mit Sound- und Bewegungsmelder. Vor einer nackten Frauenfigur stand ein Videogerät, das auf Bewegungen reagierte. Dort war man jedoch recht einsam, daher spazierte ich weiter in die Mitte des Raumes.

Vielleicht weil der Spieltrieb bei den meisten Menschen sehr ausgeprägt ist, der Großteil des Publikums stand beim traditionellen philippinischen Brettspiel Sungka. Zwei Spieler spielten auf einem Holzbrett mit weissen Biobohnen. Zu den Originalgeräuschen, die die beiden produzierten, wurden auch Klänge, die von den Bewegungen der Spieler getriggert wurden, hinzugefügt. Die Komponistin Feliz Anne Macahis spielte dann auch selbst mit und zeigte uns, wie man dieses Spiel beherrschen kann.

Impulse

Ein weiters Ziel dieser Veranstaltung war es, zu Forschungsarbeiten und zum Nachdenken anzuregen. Carlos G.Hernandez liess uns Landschaftsbilder unter der Lupe betrachten und über die Wirkung des In- und Outzoomens zu sinnieren. Direkt daneben wollte uns Daniel Portelli mit interaktiven Videoprojektionen verwöhnen, ein Videoausschnitt einer Liveszene war die Basis für ein bewegtes Mosaikbild. Leider wurde dieses Angebot wenig genutzt, kaum jemand wollte für die Basisszenen Modell stehen.

Großen Anteil an der Gesamtveranstaltung hatte die Idee von Goni Peles, einige Statisten mittels Handy ihr eigenes Spiegelbild betrachten zu lassen, und gleichzeitig – auch via Handy – Sound zu kreieren. Diese schweigenden und auf sich selbst konzentrierten Personen kreierten auch eine interessante Atmosphäre im Raum. „Peles´Kunstwerk legt eine Verbindung zwischen all den anderen“ flüsterte jemand.

Inzwischen hörte man immer wieder die hölzernen Klänge des riesigen japanischen Saiteninstrumentes Koto, gespielt von Miyama McQueen-Tokita. Ihre elegische und meditative Liveperformance unterstützte die übrigen Aktionen in sehr inspirierender, angenehmer weise. Dahinter konnte man die visuelle Arbeit von Chaz Underriner auf Video betrachten, der Teile von Graz und von Miyama McQueen-Tokita in abstrakter Form präsentierte.

60 Minuten

Die Koto Klänge im Hintergrund bewegte ich mich zum Fenster um in leere Bierflaschen reinzuhören, die mittels mini-speakers Musik von draussen in den Raum (oder besser in die Flasche)brachten. Benjamin Ryser war für diese Idee verantwortlich. Dann kam das Schlusssignal von Georg Nussbaumer, 60 Minuten waren zu Ende, man konnte sich nun bei einem Getränk mit den Künstlern unterhalten.

Mir hat die Eröffnungspräsentation sehr gut gefallen. Das Konzept, mehrere Kunstformen zu einem Gesamtkunstwerk zu verbinden und den Besucher selbst bestimmen zu lassen, wo, wann und wie er was aufnimmt hat Spass gemacht. Die meisten Sinne sind herausgefordert worden und zum Nachdenken wurde angeregt.

Am Heimweg dachte ich mir, wie es sich wohl anfühlen musste, eine Stunde lang an der Wand zu lehnen und sein eigenes Spiegelbild zu betrachten.

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