Kleines Festival – großartige Stimmung!

Am 22., 23. und 24. August fand das Parkfestival des FC Donald in St. Ruprecht an der Raab statt. Da ich, besonders in den letzten Jahren, auf den Genuss eher kleinerer Festivals in Österreich gekommen bin, war es für mich nahezu eine Verpflichtung, mir auch diese Veranstaltung zu Gemüte zu führen.

Tradition seit 28 Jahren


Das diesjährige Parkfestival fand in der bereits dritten Auflage statt. Entwickelt hat sich das Ganze aus der St. Ruprechter Klangwolke, die erstmals 1986 am dortigen Hauptplatz veranstaltet wurde und sich im Laufe der Jahre zum Parkfestival weiterentwickelt hat.
Das Festivalgelände bietet Platz für einige hundert Gäste und wird durch zwei Bühnen bespielt. Sound- wie auch Lichttechnik sind keinesfalls Kinder von schlechten Eltern, aber ich denke das darf man sich nach fast 30 Jahren Veranstaltungserfahrung durchaus erwarten. Auch wenn wir hier von einer eher kleineren Fläche sprechen, ist die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt. Man kann sich zwischen Wiese oder Sand entscheiden und sollte man bei diesen Temperaturen noch gewillt sein ins Wasser zu springen – das Freibad ist direkt daneben und Teil des Free-Camping-Geländes. Meterlange Bars versorgen mit Nahrung und Flüssigem und das alles in einem leistbaren Rahmen. Wer es etwas gemütlicher mag, konnte sich auf ein Sofa im eigens dafür aufgestellten Shisha-Zelt bequemen.


Lagerfeuer featuring Live-Konzert

Dirty Jules @ Parkfestival
Dirty Jules

Dirty Jules, eine Grazer Band, die sich laut Facebook dem Alternative Mainstream verschrieben hat, eröffnete um 21:00 den Konzertabend des Freitags. Die Combo rund um Mic (Sänger), Beauty B. (E-Gitarrist), The Lord (Bassist) und Trendy-Andy (Schlagzeuger) lieferten nicht nur ein mitreißendes Konzert durch eine Mischung von Rock und Metal, sondern bestachen umso mehr durch ihr etwas eigenwilliges Outfit. Müsste ich es beschreiben würde ich sagen: Green Day (Mic) vs. aufgehende Sonne Japans mit wilden Metal-Mähnen (Beauty B. & The Lord).

„Spitzen Veranstaltung, geniale Acts, lustige Leute und geile Party. Und Trendy Andy rocks the Dance Battle“ Dirty Jules

(Anm.: Dirty Jules distanzieren sich ausdrücklich von jedem politischen Statement, das damit assoziiert werden könnte und betont, ihre Outfitwahl aus rein ästhetischen Gründen getroffen zu haben.) Trotz der wenigen aktiven ZuhörerInnen gaben die Jungs so richtig Gas und versuchten alles um die (sich in den hintersten Ecken befindliche) Menge in Stimmung zu versetzen. Ich hoffe, sie bald wiedersehen zu dürfen, einerseits wegen der Musik, andererseits, weil: sie haben die Haare schön!

Witchrider @ Parkfestival
Witchrider

Witchrider war der zweite Act des Abends und konnte immerhin ein wenig mehr Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen. Neben altbekannten Klassikern ihrer ersten EP wie „Shedevil“, „Black“ oder „Nowhere near the sky“ spielten die Grazer, die gerade einen Plattenvertrag beim schwedischen Label Fuzzorama Records ergattern konnten, verdächtig wenige Nummern ihres neuen Albums.

Bis auf die Autopanne beim Hinfahren war’s ein genialer Abend! Cooles Publikum und super Organisation. Witchrider

Dieses ist ja bereits fertig produziert, released wird es aber laut Fuzzorama Records erst am 17.Oktober. Für all jene, die neben der Singleauskoppelung „I’m Outta Breath„, die mittlerweile bereits auf Radio Soundportal rauf und runter gespielt wurde, gerne einen kleinen Vorgeschmack auf das neue Album hätten: Die Jungs von Witchrider sind am 1. September live zu Gast in der „The Public Snake Show auf Radio Helsinki (MHz 92,6), wo einige weitere Songs ihres neuen Albums Weltpremiere feiern werden! Außerdem tourt die Band ab Oktober quer durch Belgien, Deutschland, England, die Schweiz uvm. Einzige Österreich-Termine – bevor die Herren international so richtig erfolgreich werden – sind der 29. Oktober 2014 im Szene/Wien und der 30. Oktober im Conrad Sohm/Dornbirn.

Fii @ Parkfestival
Fii

Fii sprengte um 24:00 Uhr als letzter Act schließlich alle Hemmungen des Publikums. Der gebürtige Wiener ließ die Gäste mit seiner Live Looping Beatbox Show regelrecht nach seinen Fäden tanzen, singen und auch klatschen. Bekannt wurde Michael Krappel durch diverse Auftritte in Casting Shows wie etwa X-Factor und Das Supertalent. Seine lockere Art kombiniert mit der Sonnenschein-Ausstrahlung zauberte mir – und ich nehme an auch vielen anderen – ein Lächeln ins Gesicht. Fiis Programm beinhaltet sowohl klassischen Beatbox ohne Effektboard, wie auch Live Looping, was soviel bedeutet wie kurze Beatbox- und Gesangssequenzen mittels Effektboard aufzunehmen und in Schleife laufen zu lassen, um dann zu klingen, als würden hundert Fiis auf der Bühne stehen. „Hummus“ und „Power to the party people“ sind nur einige der Nummern, die am Freitag das Publikum in Ekstase versetzten. Sein musikalisches Repertoire reicht von Dance, Hardstyle, Dnb, Dubstep und Reggae bis hin zu Kinderhits à la Biene Maja, Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen sowie Klassikern von David Hasselhoff, Whitney Houston und The White Stripes. Er hat eine unglaubliche Stimme die über mehrere Oktaven reicht UND er kann auch tanzen, wie er am Freitag bewiesen hat.
Kurz nach Beginn Fiis Auftritt wurde bereits ein Gast aufgrund seines Twerking-Talents auf die Bühne gebeten. Der übermotivierte junge Mann schien im späteren Verlauf des Abends fast den zum Dance-Battle gebetenen TeilnehmerInnen die Show zu stehlen und musste ‚entfernt‘ werden.

„Das Parkfestival war ein euphorisierndes Chaos. Das Publikum zum Teil auf der Bühne, tanzend vor der Bühne, schreiend, springend und mit großem Spaß bis zum Schluss!“ Fii

Somit endete der erste Abend des Parkfestivals mit zufriedenen, bewegungsfreudigen und glücklichen Menschen, die sich bestimmt gerne an diesen Abend zurückerinnern (falls aufgrund des Alkoholisierungsgrades möglich).

Rock im Regen: Tag 2

ParkfestivalRegen

Trotz der Besuchereinbußen aufgrund des mehr schlechten als rechten Wetters erschienen zahlreiche Fans und hielten die Stimmung am St. Ruprechter Parkfestival bis zum Schluss. Der Konzertabend des zweiten Abends wurde von Anulf angespielt.

Anulf @ Parkfestival
Anulf

Anulf, eine Alternative/Indie Band aus Graz, sind, was die Anzahl der Bandmitglieder betrifft, eher Ausreißer – sie rocken nämlich nur zu zweit! Das hindert Johi (Gitarre, Gesang, Keyboard, „Quetschn“) und Pauli (Schlagzeug, Keyboard, Gesang) aber keineswegs daran, die Menge genauso gut wie jede andere Band zu unterhalten – dazu gehörte unter anderem ein Instrumentenwechsel für einige Nummern. Sollte man Facebook Profil auch noch glauben, dass sie besonderen Wert darauf legen, nur ganz selten miteinander zu Proben, so war das abgelieferte Endprodukt umso verblüffender.

SINETRY @ Parkfestival
SINETRY

SINETRY, eine fünfköpfige Band aus Gleisdorf, die sich selbst im Indie-Pop-Rock Genre angesiedelt hat, unterhielten mit atmosphärischen Titeln aus ihrem ersten Album „7pm“, das bereits etwas älter ist. Wie mir aber Sänger Joe verraten hat, kann man sich auch schon auf den nächsten Longplayer mit rund zehn Titeln freuen. Das gute Stück soll im Winter 2014/Frühjahr 2015 erscheinen.

„Parkfestival bedeutet: Menschen, die dem besch… Wetter trotzen und feiern als würd’s kein Morgen geben.“ SINETRY

SINETRY bestechen durch gitarrenlastigen Sound vermischt mit elektronischen Elementen und zum Nachdenken anregenden Texten. Wer also diese fantastische Live-Band mit einem Sound der an Coldplay und Snow Patrol erinnert erleben möchte, die/der sollte sich den 26. September 2014 im Kulturkeller Gleisdorf vormerken, da spielen SINETRY nämlich ihren nächsten Gig.

KFJ @ Parkfestival
Kaiser Franz Josef

Sham (Gesang, Gitarre), Tom (Schlagzeug) und Can (Bass) alias Kaiser Franz Josef brachten als Hauptact des Samstags das Festivalfeeling schlussendlich bis in die allerletzten Ecken des Veranstaltungsgeländes.

„[mehr bassdrum und hihat]…damit’s bumst, Baby!“ Sham von KFJ (zum Tontechniker)

Obwohl sie lange auf sich warten ließen und ihr Soundcheck eine gefühlte Ewigkeit dauerte, wurden die Gäste mit kraftvollem Rock à la Wolfmother belohnt. Die einzigartige Stimme von Sham kombiniert mit eindringlichen Gitarrenriffs, meisterhaftem Schlagzeugspiel und kernigem Bass machen Kaiser Franz Josef zu einem Act der Sonderklasse. Nicht umsonst durften sie bereits als Vorband zu AC/DC 2010 in Wels performen. Auch wenn sich das Trio vermutlich ein größeres Publikum erwartet hat, lieferten sie eine wahnsinns Show mit allem drum und dran inklusive einer Zugabe (und das Publikum rief noch um eine Weitere)!

Das war’s also vom Parkfestival 2014. Eine Notiz am Rande: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Gewand.“ Ich freue mich auf ein Wiedersehen in 2016 und möchte mit einem Zitat von Witchrider abschließen:

„Das einzig negative am Parkfestival St. Ruprecht ist, dass es nur alle zwei Jahre stattfindet!“

Fotocredit: Julia Pirkenau
Fotocredit Galerie: Joachim Otter

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