Schlossbergbeben Teil 1 - Metal on the Hill 1. Tag
Stimmung
Tontechnik
Organisation
Line-Up
3.9STERNE

Von Mannen in Lederhosen über Death-Metalheads aus Santa Barbara war beim ersten Tag des Metal on the Hill Festivals im Dom im Berg alles dabei. Ein gelungener Auftakt voller Adrenalin, Schweiß und bester Festival-Laune.

Wenn Napalm Records schon ein Festival ausrichten, dann muss es groß werden, das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Das dachten sich wohl auch unzählige Metal-Fans, waren die Tageskarten für Freitag und die Festivaltickets für beide Tage doch bereits vor Monaten restlos ausverkauft.
Schon am Freitagnachmittag nahm die Anzahl an schwarz gewandeten Personen in der Grazer Innenstadt gehörig zu, sodass man nicht mal ein aufmerksamer Beobachter sein musste, um zu erkennen: „Da ist heute eindeutig was im Gange.“ Eröffnet wurde das Festival trotz eindeutiger Namensgebung jedoch nicht am, sondern genau genommen im Hügel – im Dom im Berg.

Bereits beim Auftakt in die Vollen

Mit sanftem Beginn ist nix, das war bereits im Vorhinein klar. Als erste Band standen ursprünglich die Grazer Rest-In-Fear am Programm, deren Aufritt kurzfristig ins Wasser fiel. Die Eröffnung des Festivals blieb also den Oberösterreichern von tuXedoo überlassen. Diese legten auch gleich richtig los und sorgten, in Lederhosen gekleidet, mit Schmäh und ihrem Alpencore für beste Stimmung. Bei einer solchen Show brauchten die Fans erst gar keine Zeit zum warmlaufen, sondern gingen sofort voll mit.

In Lederhosen ging es auch gleich weiter, mit den Niederösterreichern von Drescher. Mit ihrer Quetschen – auch Ziharmonika genannt – schaffen die fünf Mannen „die härteste Volksmusik, die du je gehört hast“, wie sich die Band selbst beschreibt. Auch bei Drescher ging die Menge voll mit und schon bald zeichneten sich kleinere Moshpits ab. Neben der Nummer „First Blood“, zu der das begeistert Publikum mit grölte und sang, gaben Drescher auch ihr „Rock me Amadeus“-Cover und ihre neue Single „Adrenalin“ zum Besten.

Zierlich aber gefährlich

Abgelöst wurden Drescher von der ukrainischen Metalgewalt Jinjer rund um Frontlady Tatiana Shmaylyuk. Auch wenn Tatiana klein und zierlich aussieht, ist sie wohl das beste Beispiel dafür, wie sehr das Äußere eines Menschen täuschen kann: Die Frau konnte mit ihrer Live-Performance, der die Energie einer Kanonenkugel innewohnte, die Zuschauer schlicht aus den Socken hauen. Letztere gingen zu Tatianas wunderbaren Growlings auch gewaltig ab und die Ukrainerin hat an diesem Abend wohl mehr als ein Herz für sich gewonnen. Auch optisch machte Jinjer mächtig was her – so durfte man die Leadsängerin zum Beispiel in ihrem Outfit, welches sie im Video zu „I speak Astronomy“ getragen hatte, bewundern. Natürlich durfte da „I speak Astronomy“ auch in der Set-Liste nicht fehlen. Neben der erst kürzlich veröffentlichten Single gaben Jinjer unter anderem auch Songs wie „Words of Wisdom“ oder das energiegeladene Extreme Metal-Feuerwerk „Sit Stay Roll over“ zum Besten.

Perfektes Finale

Nach der fulminanten Performance von Jinjer erwartete das in der Zwischenzeit durchgeschwitzte und glückliche Publikum mit Devil Driver der Höhepunkt des Abends. Die Death-Metal Größe aus Kalifornien begeisterten gleich von der ersten Nummer „End of the Line“ weg bis zum Schluss. Waren die Festivalbesucher bis jetzt schon hart am Durchdrehen, bei Devil Driver gaben sich auch die, die sich ihre Energie bis jetzt gespart hatten, die Ehre und fast der komplette fordere Publikumsbereich war am Moshen oder Headbangen. Kein Wunder, lieferten Devil Driver mit ihrer Show doch einen ehrwürdigen Abschluss für den ersten Festivaltag. Neben Nummern wie „I could care less“, „Clouds of California“ oder „Daybreak“ gaben die kalifornischen Teufel auch ihr Awolnation Cover „Sail“ zum Besten. Alles Schöne hat jedoch einmal ein Ende und so fand der Metal on the Hill-Freitag mit dem bitterbösen „Meet the wretched“ einen gebührenden Ausklang.

Trotz des bedauerlichen Ausfalls von Rest-In-Fear war der erste Tag des Metal on the Hill Festivals ein voller Erfolg. Gut organisiert, freundliche Security und ein wunderbares Line-Up sprechen für sich. Einzig die Getränkepreise wurden von mancher Seite bemängelt, ein Punkt jedoch, der fast bei jedem Konzert anfällt. Die Eröffnung des Metal on the Hill ließ also Großes für den darauf folgenden Samstag erwarten.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.