Schlossbergbeben Teil 2 - Metal on the Hill Tag 2
Stimmung
Tontechnik
Organisation
Line-Up
4.1STERNE

Nach einem erfolgreichen Start am Freitag für die Erstausgabe von Napalm Records Festival Metal on the Hill im Herzen von Graz ging es am zweiten Tag auf den Kasematten in voller Lautstärke weiter.

Man nehme blauen Himmel, Sonnenschein – kurz Kitschwetter – dazu noch das urige Ambiente der efeuumwucherten Gemäuer der Kasematten und man hat das perfekte Festivalfeeling. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es sich beim Metal on the Hill weniger um ein typisches Festival handelt. Das heißt, sucht man nach Zusatzangeboten wie Yogaworkshops, Kinderbetreuung oder dem ganzen anderen Tand, den man so auf mehrtägigen Festivals findet, wird man beim Metal on the Hill kaum fündig werden. Yoga auf einem Metalfestival ist aber auch ungefähr so sinnig wie ein Tagesausflug von Mormonen in eine Whiskydestilliere. In Hinsicht auf das Rahmenprogramm ist das Metal on the Hill eher als normales, wenn auch feinst besetztes, Konzert zu betrachten. Merchstände waren jedoch reichlich vorhanden und auch für das leibliche Wohl war in Hinsicht auf Flüssiges bestens gesorgt.

SONY DSC

Darkfall (c) music-news.at

Tag Nummer zwei ging nach dem fulminanten Finale des Vortages von Devil Driver gleich mit der heimischen Größe Darkfall weiter. Einziges Problem: die Startzeit für die erste Band wurde sehr kurzfristig verschoben. Während der Einlass um 14:00 Uhr angesetzt war, sollte Darkfall laut Timetabel erst um 15:00 Uhr zu spielen beginnen. Jedoch wurde ihre Startzeit um eine halbe Stunde nach vorne verlegt, um Arch Enemy noch mehr Spielminuten zu verschaffen. Trotz des überraschenden vorverlegten Beginns war der erste Act des Tages nicht schlecht besucht, trotzdem war zwischen den einzelnen Konzertbesuchern noch genügend leerer Raum. Darkfall sorgten für eine würdige Eröffnung des zweiten Tages, auch wenn die Festivalbesucher noch nicht wirklich tanzwütig waren, was wohl eher der frühen Tageszeit zuzurechnen war.

And then she came (c) Music-News.at

And then she came (c) Music-News.at

Wirklich zu beachten beim Lineup vom Metal on the Hill war neben den ausgezeichneten Acts auch die verhältnismäßige Vielzahl an Female-Fronted Bands. So war der zweite Act des Tages, And then she came, eine von insgesamt vier Bands mit einer Frontfrau (zählt man Lacuna Coil mit, bei denen die Vocals von Cristina Scabbia und Andrea Ferro stammen). Die junge, erst in diesem Jahr gegründete Band, rund um Sängerin Ji-In Cho fühlte sich auf der Bühne sichtlich wohl und konnte das in der Zwischenzeit gewachsene Publikum mit Nummern aus ihrem ersten Album begeistern.

Zwei-Mann-Armee

Mantar (c) Music-News.at

Mantar (c) Music-News.at

Eine Band aus zwei Leuten? Klar, kein Problem, einer reicht ja an und für sich auch schon. Zu zweit auf der Bühne zu stehen ist dann aber nochmal eine ganz andere Geschichte. Mantar, die Black-Metal und Punk Band aus Bremen, haben es am Metal on the Hill dennoch geschafft nur zu zweit mit Drums, Gitarre und Vocals einen eindrucksvollen Auftritt hinzulegen. Allein schon die Bühnenpräsenz des Sängers, Hanno Klänhardt, reicht für mindestens vier Personen aus. Mit Nummern wie dem auf subtile Weise an „Kalifornien über alles“ erinnernden „Era Borealis“ heizten Manta dem Publikum ein.

Moonspell (c) Music-News.at

Moonspell (c) Music-News.at

Die Vampire aus Portugal, Moonspell, konnten schon durch ihre Bühnendeko mächtig Eindruck schinden. Künstliche Knochen und Tiergebeine zierten bei Moonspells Auftritt die Kasemattenbühne.

Moonspell (c) Music-News.at

Moonspell (c) Music-News.at

Während sich die Metal on the Hill-Besucher bis jetzt noch eher von ihrer ruhigen und gesetzten Seite gezeigt hatten, wurde es bei Moonspell, je weiter man in Richtung Bühne ging, doch schon merklich voll und gedrängter. Bei „Night Eternal“ war es dann auch mit der Ruhe vorbei und im begeisterten Publikum brachen die ersten um sich greifenden Moshpits aus. Neben älteren Nummern wie „Opium“ gab es auch neuen Stoff, wie das 2015 erschiene „Extinct“. Als letzte Nummer gaben Moonspell ihr düster-tragisches „Full Moon Madness“ zum Besten und setzten ihrem Auftritt damit ein gewohnt episches Ende.

Lacuna Coil (c) Music-News.at

Lacuna Coil (c) Music-News.at

Das warm-gemoshte Publikum ließ sich auch beim nächsten Act, Lacuna Coil, nicht zweimal bitten. Die Italiener legten immerhin auch gleich zu Beginn mit „Nothing stands in our Way“ richtig los und gaben von der ersten bis zur letzten Nummer durchgehend Vollgas. Nebst Masken wurden bei der Show auch Zwangsjacken hervorgeholt und Scabbia sowie Ferro schienen überall auf der Bühne zugleich zu sein. Bei „Ghost in the Mist“ war die Menge schließlich wunderbarst am Druchdrehen. Ein Stimmungszustand, der bis zur letzten Nummer, „Our Truth“, anhielt.

Setlist vollgepackt mit purer Nostalgie

Satyricon (c) Music-News.at

Satyricon (c) Music-News.at

Nachdem die letzten Strahlen der Sonne hinter den brüchigen Mauern der Kasematten verschwunden waren, wurde es Zeit für den zweiten Headliner des Metal on the Hill: das norwegische Urgestein, einer der Größen des Black Metal schlechthin – Satyricon. Die Stimmung schlug nach Lacuna Coil merklich um und das Publikum wurde Stellenweise schlichtweg in den Boden gespielt. Auch der Soundtechniker muss an dieser Stelle lobend erwähnt werden, hat er doch bei Satyricon volle Arbeit geleistet und ein wirklich gutes und ausgewogenes Klangerlebnis geschaffen. Die Setlist schließlich war für einen Fan ein reinster Hort an Hochmomenten der Bandgeschichte. So fand sich neben „Du Som Hater God“, Nummern wie „Nemesis Divina“, das großartige „Mother North“, „Black Crow on a Thombstone“ oder als vorletzter Song das vor schwarzer Energie und Hass überquellende „Fuel for Hatred“. Abgeschlossen wurde der Auftritt von Satyricon natürlich von, wie könnte es auch anders sein, dem auf „Now, Diabolical“ erschienenem „K.I.N.G.“.

Publikum im Ausnahmezustand

Arch Enemy (c) Music-News.at

Arch Enemy (c) Music-News.at

Schließlich und endlich war es soweit und der Abend näherte sich dem Mainact Arch Enemy. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden deutlich hochgeschraubt und so wurden alle Personen, die nicht zum Veranstaltungsteam gehörten, von den Stufen seitlich der Bühne vertrieben und auch die Security schlug einen anderen Ton an. Die Stimmung brodelte förmlich in den Kasematten und als Arch Enemy rund um Frontfrau Alissa White-Gluz die Bühne betrat, wurde klar, für wen ein Großteil der Besucher heute hier war. Schon bei den ersten Nummern wurde im vorderen Drittel

Arch Enemy (c) Music-News.at

Arch Enemy (c) Music-News.at

der Kasematten drauf los gemosht was das Zeug hält. Neben Nummern wie „You will know my name“, die bereits mit Alissa aufgenommen wurden, gaben Arch Enemy auch Klassiker wie „Nemesis“ oder „My Apocalypse“ zum besten, die noch aus den Zeiten von Angela Gossow als Leadsängerin stammten. Trotz der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen schaffte es ein Fan dennoch bis auf den Rand der Bühne, wurde aber schleunigst von der Security von der Bühne begleitet. Der Abend endete fulminant nach zwei Zugaben der schwedischen Metalheads.

Auch mit kleinen Schwierigkeiten wie dem veränderten Timetabel war das Metal on the Hill alles in allem ein voller Erfolg, der Lust auf mehr macht. Apropos: Das Line-Up für nächstes Jahr steht auch schon zum Teil fest. Karten dafür können übrigens auch schon erworben werden und zwar hier.

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