Von der Straße in den Club…

Es ist Tag 2 beim Snowbombing Festival in Mayrhofen. Nach einem Tag auf der Piste bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ist es schließlich 16:30 Uhr:

Die Street Party hat gerufen – die Snowbomber riefen zurück.

Und sie sind wie versprochen verkleidet, als Mad Hatter himself (dem diesjährigen Motto), Alice im Wunderland, Krokodile, Feen und natürlich viele andere unidentifizierbare Wesen. Das Gelände, welches einfach nur ein eingezäunter Platz ist, füllt sich langsam.

Mat Hatterns Tea Party @ Snowbombing

Mat Hatterns Tea Party @ Snowbombing

Dass vor allem die Artists auf der Bühne dafür verantwortlich sind wie die Party wird, davon hat man schon gehört und hier ist es auch so. Zur Zeit meines Erscheinens versuchten die Dub Pistols, die Bühne zu zerlegen. Mit Hilfe von live Instrumenten und einer kraftvollen Performance, bewegten sie die anwesende Menge bei gefühlten 25 Grad in der prallen Sonne.

Um die Nacht zu überstehen, gönnte ich mir eine Hotelpause – ist halt doch nicht so klug, wenn man in einem auswärtigen Hotel nächtigt und jeden Tag mit dem Auto hier her fahren muss …

Es ist 21:00 Uhr – knapp vor Ende des Auftritts von den Basement Jaxxx ist der Platz zum Brechen voll. Diesbezüglich traf man die mehr als kluge Entscheidung, die elektronischen Schleusen gänzlich zu entfernen und den Platz an zwei Seiten ca. 15 Meter zu öffnen. Nach dem würdigen Abschied der Gruppe mit der Nummer „Where’s your head at“ und einer kleinen Ansprache an die Besucher gerichtet von wegen wir sind „human beings“ und sollen unser Leben in allen Zügen auskosten, verließen die Snowbomber fast fluchtartig die Street Party um sich kurz darauf bei anderen Locations zu „queuen“.

Warten auf…

Bis ich beim Racket Club ankam verging ein wenig Zeit, da ich, weil die App (auf meinem Handy) nicht wirklich funktioniert, das Line-Up für heute erst erfragen musste. Der liebe Herr, der mir weitergeholfen hat, war einer derjenigen, die sich die Mühe gemacht hatten mit dem Auto hierher anzureisen. Er zum Beispiel aus dem fernen Liverpool.
Da mir eine Dame von der Rettung heute erklärt hat, dass es gestern schon einige, nennen wir es „Koks-Zwischenfälle“ gegeben hat, konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, ob denn auch er einen kleinen Drogenschmuggel unternommen hatte. Die unverblümte Antwort darauf war: „Who does not?“

The Racket Club @ Snowbombing

The Racket Club @ Snowbombing

Zurück zum Club: Der Boden klebt, es riecht nach Kotze oder vielleicht eher nach hunderten verschiedenen Getränken, die sich am Vortag hier zu neuen „Geruchssensationen“ vereinten. Es ist 22:00 Uhr. Alex Metric legt gerade auf und begnügt sich zu Beginn seiner Spielzeit mit wenigen Leuten, das sollte sich ändern, denn während ich meine Notizen ins Smartphone tippe, fällt mir nicht auf, dass ich plötzlich mitten in der Menge stehe. Ich gehe eine Runde. Unter meinen Füßen besteht höchste Rutschgefahr, nicht weil der Boden nass ist, sondern weil hier dutzende kleine Gaspatronen – ihr kennt sie aus Sahnebereitern – herumrollen. In diesem Moment finde ich auch schon die Quelle: Ein Mann um die 30 der sich mit „Lachgas-Shots“ am Festival ein kleines Vermögen verdient. Dieser Trend scheint auch gut zu funktionieren und für mich ist das Gerücht jetzt bestätigt: Die Engländer bauen sich alles optional Verfügbare ein und feiern nicht nur metaphorisch sondern völlig realistisch bis zum Umfallen.

Skrillex & Wilkinson

00:15 Uhr – Der, auf den alle gewartet haben, betritt endlich die Bühne: Skrillex.
Der aus Los Angeles stammende Begründer des Brostep startete seine Performance mit feinster Musik aus dem Genre Trap. Wie nicht anders zu erwarten bot Skrillex ein abwechslungsreiches Set bestehend aus seinen eigenen Klassikern (z.B. Bangarang, …), bekannten Songs aus den vergangenen und aktuellen Charts (z.B. Bob Sinclairs „Rock this party“, Beyonces „7/11“, Sam Smiths „Stay with me“, Yeah yeah yeahs „Heads will roll (A-Trak Remix)“…) und Hits aus Dubstep und Drum and Bass, die einen perfekten Übergang zum Live-Set von Wilkinson bildeten.

Skrillex @ Snowbombing

Skrillex @ Snowbombing

Knappe 2 Stunden später versuchte sich Wilkinson mit seiner (erst zweiten!) Live-Performance überhaupt. Wilkinson selbst mittig im hinteren Bereich der Bühne am Drumset, an der Front mehrere Sänger und SängerInnen plus MC, deren Namen ich leider vergessen habe. Neben seinen eigenen Nummern wie „Heartbeat“, „Tonight“ und „Afterglow“ konnte man auch Reggaetunes genießen.
Dass es erst die zweite Live-Show des britischen Durchstarters war, konnte man vor allem an den nicht-existenten Übergängen hören. Dieser Umstand störte aber recht wenig, da der Auftritt dadurch wesentlich mehr an ein Konzert erinnerte und das ist bei EDM-Veranstaltungen doch eine gern gesehene Abwechslung.

Wilkinson @ Snowbombing

Wilkinson @ Snowbombing

Heute…

…wird es ein wenig ruhiger. Ein Tag Pause schadet auch nicht. Ich geh‘ dann mal zur Presseparty und lass mich dort verköstigen. Bis dahin, Mahlzeit!

Fotocredit: Julia Pirkenau

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