In der Arena Wien gab es am Freitag, 17.07. ein heißes Festival mit freshen Auftritten.

Schönes Wetter, gute Stimmung, ein schönes Publikum, spürbar laute Bässe, deutscher und englischer Sprechgesang – die besten Zutaten für ein Hip Hop Festival, alle vereint in der Arena Wien. So würde die Kurzversion des Hip Hop Open Austria 2015 klingen, aber es war mehr als das. Das schöne Wetter war ein bisschen zu schön, bei ca. 35 Grad und nur wenigen schattigen Plätzen lief es anfangs noch etwas schleppend, wurde aber mit Fortdauer des Tages ein großartiges Festival. Acht Acts über neun Stunden verteilt, sorgten permanent für gute Stimmung, und falls mal nicht gespielt wurde, sorgte man Abseits der Bühne ebenfalls für gute Unterhaltung mit einem spannenden Freestyle-Rapbattle, welches im Finale auf der Hauptbühne ausgetragen wurde.

Songs über Nordkorea

Den Anfang des Tages machte Joshi Mizu, der leider während der größten Hitze spielen musste. Daher suchte das Publikum zu diesem Zeitpunkt noch die schattigen Plätze. Diese waren leider so weit weg von der Bühne, dass nur wenig Stimmung aufkam. Auch die Dauer des Auftritts ist hier zu bemängeln, aber daran ist keinesfalls Joshi Mizu schuld. Mit nur 25 Minuten hatte er die kürzeste Stagetime, und das als einziger österreichischer Act des Tages. Trotzdem kam keine negative Stimmung auf, denn Joshi Mizu präsentierte uns Songs aus seinem kommenden Album MDMD und sorgte paradoxer Weise mit einem Lied über Nordkorea für Erheiterung. Sein Album MDMD erscheint am 28.August, man kann es bereits jetzt vorbestellen.

Heißes Wetter, heiße Performance

Weiter ging es mit Remi, der Australier sorgte mit seinem Rap für heiße Stimmung und kam dabei kaum selbst zum Schwitzen. Das dürfte wohl auf seinen durchtrainierten Körper zurück zu führen sein, der ihn auch bei den Hörerinnen beliebt gemacht hat. Einige von ihnen holten sich nach seinem Auftritt persönlich ein Autogramm von ihm. Auch der nächste Act Yarah Bravo machte sich bei den Fans beliebt, sie interagierte des Öfteren mit dem Publikum. Die Rapperin mit südamerikanischen Wurzeln, wurde mit Fortdauer des Auftrittes immer lockerer, entledigte sich ihrer Sonnenbrille und lieferte eine solide Leistung ab.

Zum Kochen brachte die Stimmung aber der nächste Act. Mit Megalohs Auftritt war erstmals an diesem Tag eine größere Menschenmasse vor der Bühne. Er spielte Songs aus seiner letzten Platte Endlich Unendlich und kündigte sein nächstes Album an. Wir sind schon gespannt darauf. Wenn schon mal deutschsprachiger Hip Hop auf der Bühne ist, machte man auch gleich mit selbigem weiter. Prinz Porno kam in seinem sommerlichen Aufzug auf die Bühne und lieferte einen schweißtreibenden Auftritt ab. Den Abschluss vor den Mainacts machten die Underachievers. Das Duo, das eine Stunde spielen sollte, spielte gut 45 Minuten. Die restliche Zeit durfte ihr DJ all sein Können am Pult zeigen.

Das Comeback zweier Rap-Dinos

Nun war es soweit, viele ältere Fans kamen nur wegen ASD, und das sollte sich auch lohnen. Trotz ihrer 37 Jahre lieferten Afrob und Samy Deluxe eine Show ab, die kaum zu übertreffen war. Gespielt wurden Classics wie „Dynamit“, „Weck mich auf“ und „ASD“, aber auch neue Sachen aus ihrem aktuellen Album Blockbasta oder aus Afrobs letztem Album Push. Besonders skurril wurde der Auftritt nur, als die Single „R.I.P.“ gespielt wurde, bei der Afrob eigentlich von Megaloh gefeatured wird. Megaloh sah sich zu diesem Zeitpunkt die Performance vom Publikum aus an, und Samy rappte statt Megaloh einen eigenen Part auf dem Song.

Der nächste Superstar?

Das Pendant zu ASD, die eher für die ältere Generation da waren, war A$AP Rocky für die junge Generation. Er ist das sogenannte „Talent“, wie viele ihn bezeichnen, das in den nächsten Jahren in den Rap-Olymp aufsteigen soll. Bevor er diesen besteigt, muss er aber noch einiges lernen, wie z.B. Pünktlichkeit. Eine halbe Stunde Verspätung hat den Fans dennoch nicht die Stimmung vermiest, und er lieferte auch einen soliden Auftritt ab. Trotzdem wird er sich so eine Verspätung in Zukunft nicht oft erlauben dürfen, denn man nehme an, er sei nicht der letzte Act des Tages, dann wäre ihm das wohl wahrscheinlich nicht so leicht durchgegangen.

Fazit

Das Hip Hop Open Austria ging heuer in die zweite Runde und machte vieles richtig. Trotzdem konnte man sich etwas mehr erwarten, als eine abgespeckte Variante des Hip Hop Open in Stuttgart. Der Fokus auf österreichischen Hip Hop war zu gering, Joshi Mizu als einzigen heimischen Act im ersten Slot zu verbraten war keine glückliche Entscheidung. Hoffentlich besinnt man sich dahingehend, und lernt für das nächste Jahr, denn die Fanbase für heimische Rapper ist definitiv da.

Bildergalerie

Fotos: Michael Misek

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