So war's am Jolly Roger Festival 2017
Bands
Stimmung
Sound
Location
4.2Sterne

Die diesjährige Festivalsaison brachte eine Vielzahl neuer Open Air-Veranstaltungen. Auch das in Wien angesiedelte Jolly Roger Festival, das Mitte der Woche über die Bühne ging, gehörte dazu und konnte eine erfolgreich verlaufene Premieren-Ausgabe verzeichnen.

„Leinen los, Metal-Matrosen“, hieß es diese Woche in der Arena: Neben dem Vienna Metal Meeting bekam Wien in der diesjährigen Festivalsaison weiteren Zuwachs – das Jolly Roger Festival, das am vergangenen Mittwoch Premiere feierte und hunderte Metalheads auch zum gewählten Termin unter der Woche anlockte.

Mix aus heimischen und internationalen Acts

Erbarmungslos knallte die Sonne herab, als sich um 14 Uhr die Tore öffneten. Für viele jedoch noch längst kein Grund, die Mittagshitze auszusitzen und erst später zu kommen, immerhin galt es, Festivalfeeling zu genießen, und um kurz vor 15:30 Uhr die erste Band auf der Open Air-Bühne zu begutachten. Cannonball Ride aus Oberösterreich gaben den Opener und sorgten mit ihrem eingängigen Mix aus Death Metal und Metalcore für einen gelungenen Einstieg in den Tag. Auch bei Underside im Anschluss war schon einiges los. Die Band stammt aus Nepal, wurde 2010 infolge eines blutigen Bürgerkriegs, der das Land fast auseinanderriss, gegründet und war im Zuge des Jolly Roger Festivals erstmals in Österreich zu sehen. Trotz noch relativ früher Stunde und nach wie vor Temperaturen jenseits der 30°C, sorgten Underside mit ihrer mitreißenden Show für anhaltende Bewegung. Mit Epsilon stand im Anschluss eine weitere heimische Band auf der Bühne. Das Quintett aus St. Pölten brachte feinsten Death Metal in die Arena, sorgte damit großflächig für Zustimmung und strapazierte Nackenmuskulaturen. Ein Feature zur Band findet ihr übrigens hier.

Experimenteller wurde es um 17:50 Uhr mit The Hirsch Effekt. Das Trio aus Hannover ist musikalisch in Subgenres wie Progressive-, Black- und Sludge Metal zu Hause und meldet sich 2017 nicht nur live, sondern auch mit neuem Album „The Eskapist“ zurück. Fans freute es, leider wandte sich der Großteil der Zuschauer im Laufe der Show lieber Gesprächen zu oder sorgte für Nachschub an Getränken oder Essbarem. Alles andere als still ging es die letzten Monate im Hause Belphegor zu. Eine ausgedehnte USA-Tour im ersten Quartal dieses Jahres, die Fertigstellung ihres neuen Longplayers und einige Gigs auf europäischen Festivals lassen einen vollen Terminkalender erahnen. Umso begeisterter wurde das Konzert in der Arena von den Anhängern der Black Metal-Formation aufgenommen. Songs wie „Lucifer Incestus“ oder „Gasmask Terror“ brachten Haarprachten reihenweise zum Schwingen und mit „Totenkult – Exegesis Of Deterioration“ wurde außerdem ein Vorgeschmack auf das Mitte September erscheinende Album „Totenritual“ geliefert.

Dass der Großteil der Festivalbesucher vorrangig für die beiden letzten Bands gekommen war, merkte man nicht nur an der Vielzahl der Trivium- und Amon Amarth-Shirts. Eigentlich muss man zu beiden Bands nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Beide gehören zur Speerspitze des modernen Metal und waren bereits etliche Male auf heimischen Konzert- und Festivalbühnen zu sehen. Trivium begeisterten das Publikum ein Mal mehr mit Modern Metal und der unverkennbaren Stimme von Sänger Matt Heafy und präsentierten ihren neuen Song „The Sin And The Sentence“ am Jolly Roger erstmals live. Absoluter Publikumsmagnet waren natürlich auch die Headliner Amon Amarth, die neben einem beeindruckenden Bühnenbild auch wie gewohnt eine wahre Bandbreite an Hits wie „Deceiver Of The Gods“, „The Pursuit Of Vikings“ oder dem unabkömmlichen „Twilight Of The Thunder God“ mitbrachten und das Jolly Roger würdig und mit einem Knall beschlossen.

Jolly Roger – Fazit

Eine erprobte, gut erreichbare Location, ein typisches kulinarisches Angebot zu den üblichen Festivalpreisen und ein ausgewogener Mix an Bands, die das Publikum zu begeistern wussten, machten die erste Ausgabe des Jolly Roger Festivals zu einem vollen Erfolg. Bleibt wohl nichts weiter zu sagen außer: bis zum nächsten Jahrrr!

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