Das diesjährige Summer Breeze Open Air stand ganz unter dem Motto Sommer, Sonne, Staub. Warum es aber auch heuer wieder ein Highlight war, erfahrt ihr hier.

Das Summer Breeze Open Air auf dem Flugplatz des Aeroclubs Dinkelsbühl in Bayern hat sich in den letzten Jahren zu einem der bekanntesten und beliebtesten Festivals der Szene gemausert und ist mittlerweile auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Bei der diesjährigen, bereits 18. Auflage des Festivals versammelten sich wieder etwa 40.000 Fans in der bayrischen Einöde, um Bands wie Kreator, Venom, Nightwish oder Amorphis zu frönen.

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Nicht nur den menschlichen Mitarbeitern machte die Hitze zu schaffen

Etwas mehr von der sommerliche Brise wäre etwas gewesen, was den Summer Breeze-Besuchern im bayrischen Dinkelsbühl gutgetan hätte: Über 30 Grad und strahlender Sonnenschein zwangen selbst so manch hartgesottene Haupthaarschüttler, wie sie zuhauf am Summer Breeze vorzufinden sind, in die Knie. Zu allem Überfluss trumpfte das Line-Up auch heuer wieder mit etlichen nationalen sowie internationalen Schmankerln auf, weshalb es vor den vier Bühnen noch zusätzlich heiß herging.

Mittwoch – Die Party beginnt

Bereits der zweite Anreisetag (in diesem Jahr konnten Besucher gegen Gebühr bereits dienstags anreisen und ihre Zelte aufschlagen oder die Dinkelsbühler Sightseeing-Möglichkeiten, die vom Summer Breeze-Team auf Facebook vorgestellt wurden, nutzen) bot einige Möglichkeiten, sich bei der T-Stage oder Camel-Stage auf die nächsten Tage am Flugplatz des Aeroclubs Dinkelsbühl einzustimmen. Traditionsgemäß wurde das Festival um 14:00 Uhr mit der Blasmusik-Kapelle Illenschwang eröffnet, die sich jedes Jahr großer Beliebtheit erfreut.

Nach der etwa siebenstündigen Anreise per Zug und gebuchtem Shuttlebus endlich am Gelände angekommen, musste in der Nachmittagshitze zunächst mal eine gute halbe Stunde ausgeharrt werden, um das Ticket gegen ein Festivalbändchen eintauschen zu können, da die Bandausgabe mit lediglich zwei Angestellten etwas unterbesetzt war. Danach ging aber alles ganz schnell und es konnte sogar noch ein gutes Fleckchen gefunden werden, das nur etwa fünf Gehminuten vom Infield-Einlass entfernt lag.

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Geballte Frauenpower bei Battle Beast

Erste Anlaufstelle waren Battle Beast um 17:15 Uhr auf der zu diesem Zeitpunkt mehr als gut gefüllten T-Stage, die mit der Hymne „Far Far Away“ sogleich einen ordentlich Start in die etwa 45-minütige Power Metal-Party hinlegten. Viel Gepose, Frauenpower seitens Frontröhre Noora Louhimo, die mit ihrer kraftvollen Stimme Song um Song begeisterte, und Hits wie „Black Ninja“, „Enter The Metal World“ oder „I Want The World…And Everything In It“ rundeten den energetischen Auftritt ab.

Auch bei Sonic Syndicate um 21:15 Uhr hatte man es schwer, noch einen einigermaßen guten Platz zu bekommen. Nachdem es draußen endlich angenehm wurde, fand man bei der überdachten Bühne noch längst keine Abkühlung. Grinsend stürmte die schwedische Band – auf nur mehr vier Mitglieder geschrumpft und ohne Bassistin und Gründungsmitglied Karin, die sich kurz vorher von der Band trennte – die Bühne. Auch während des Auftritts verlor das Quartett keineswegs an guter Stimmung oder Energie, und so wurde den begeisterten Fans jeder Altersklasse mit Songs wie „Beauty And The Freak“, „Revolution Baby“ oder „Burn This City“ ordentlich Dampf gemacht.
Direkt im Anschluss sorgten die Schweden von Demonical für eine ordentliche Portion Old School-Death Metal auf der Camel-Stage. Ohne sonderlich viel Zeit zwischen den Songs zu verschwenden, wurde mit „The Arrival Of Armageddon“ oder „Return In Flesh“ ein richtig hartes Brett auf die zahlreichen Zuschauer losgelassen. Zum Takt peitschende Mähnen und in die Höhe gereckte Teufelshörner waren da natürlich keine Seltenheit. Fett!
Wieder zurück zur T-Stage, auf der uns die US-amerikanischen Thrash-Urgewalten von Death Angel beehrten, die mit ihrem Gig am Summer Breeze ihre Europa-Tournee abschlossen. Und dieses Finale hatte es in sich: Das Quintett ließ eine Auswahl aus 30 Jahren Erfolgsgeschichte auf das frenetische Publikum los, das sich von Songs wie „Seemingly Endless Time“, „The Dream Calls For Blood“ und natürlich „Thrown To The Wolves“ nur zu gerne weiter in Ekstase versetzen ließ, während der Pit weiter tobte und Gegröle und in die Luft gereckte Teufelshörner nicht enden wollten.

Zwar war es beim Ende dieses beeindruckenden Gigs erst Mitternacht, aufgrund der doch recht langen Anfahrt siegte die Müdigkeit jedoch, und immerhin wurde der erste offizielle Festivaltag schon sehnlichst erwartet, der ebenfalls einige spitzenmäßige Bands bereithielt.

Donnerstag – Offizieller Startschuss

Auch am Donnerstag, dem ersten offiziellen Festivaltag, knallte die Sonne erbarmungslos auf Publikum und Bands herab, doch dennoch tummelten sich schon zu früher Festivalstunde viele Fans und Merchjäger (die tägliche Warteschlange am Stand für den Festivalmerchandise ist in etwa vergleichbar mit den Bankomatschlangen am Nova Rock) am Gelände.

Bei Megaherz um 11:50 Uhr war das Auditorium ebenfalls schon so gut gefüllt, dass man meinen könnte, in wenigen Minuten würde die letzte Band des Tages auf der Pain Stage spielen. Aufgrund technischer Schwierigkeiten konnte zwar erst später als geplant losgelegt werden, doch das hielt Band und Fans keinesfalls davon ab, das Beste aus der Situation zu machen, während Sänger Alexander „Lex“ Wohnhaas und seine Mannen, angestachelt von der feierwütigen Meute, Hit für Hit spielten.

Mittlerweile war es auch schon wieder Zeit für eine Stärkung, immerhin war man dank der Hitze schon wieder früh auf den Beinen. Kulinarische Vielfalt wurde natürlich auch heuer wieder im Überfluss geboten: von Handbrot über Barbarenspieße bis hin zu Crêpe in der süßen oder pikanten Variante war wieder für jeden Geschmack etwas dabei.

Nach dem Mittagessen in der üblichen Festivalpreisklasse wurde dann die T-Stage angesteuert. Praktischerweise bot sie nicht nur Schutz vor der erbarmungslosen nachmittäglichen Sonne, sondern hatte mit Obey The Brave auch noch eine starke Liveband vorzuweisen, die mich erst im April am Impericon Festival Wien so richtig überzeugen konnten. Auch am Summer Breeze wurde wieder eine richtig starke Show geboten, mit groovigen Hits wie „Raise Your Voice“, „Live And Learn“ oder dem abschließenden „Get Real“ wurden wieder Moshmöglichkeiten en mass geboten, die das gut gefüllte Zelt nur so zum Schwitzen brachten. Zwar machten sich bei einigen Fans gegen Ende leichte Ermüdungserscheinungen bemerkbar, bei so einer starken Show war das aber auch nur zu verständlich.

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Überzeugten in Rammstein-Manier: Ost+Front

Nach der 30-minütigen Umbaupause betraten Rammstein die Bühne – ähh Ost+Front aus Berlin. Die Ähnlichkeit ist aber auch nicht nur musikalisch verblüffend: Bei den Liveshows setzt das Sextett, ebenso wie die altbekannten Meister der Neuen Deutschen Härte, auf einiges an Showeinlagen. So wurden kontroverse Songs wie „Fleisch“ oder „Bitte schlag mich“ mit theatralischen Gesten untermalt, in einem Seniorenmobil über die Bühne gedüst und zwei riesige weiße Ballons, die mit einer roten Flüssigkeit gefüllt waren und irgendwann ohne Vorwarnung platzten, ins Publikum geworfen. Auch Sänger Herrmann’s Stimme ähnelt verblüffend der von Till Lindemann, weshalb man sich von Zeit zu Zeit wirklich in einen Rammstein-Auftritt versetzt fühlte und bestens unterhalten wurde.

Weit weniger düster wurde es mit Black Stone Cherry um 18:10 Uhr, die eine gehörige Portion Southern Rock auf die Main Stage brachten. Zu den üblichen Hits wie „White Trash Millionaire“, „Blind Man“ oder „Blame It On The Boom Boom“ gesellten sich auch für Liveauftritte untypische Songs, Bassist Ben Wells fetzte in üblicher Manier grinsend über die Bühne, Schlagzeuger John Young schlug wie von Sinnen auf sein Drumset ein und musste laufend zu neuen Sticks greifen, und Sänger Chris Robertson fungierte als Ruhepol mit starker Stimme.

Um kurz vor 20:30 Uhr absolvierten dann die Prog-Giganten Opeth ihren ersten Summer Breeze-Auftritt seit 2009. Der etwa einstündige Slot wurde dazu genutzt, um sowohl Fans der Death Metal-, als auch der Progressive-Schaffensphase Schmankerl wie den Opener „Eternal Rains Will Come“, „Cusp Of Eternity“ oder „The Grand Conjuration“ zu präsentieren. Die ruhigen Klänge vermischten sich wunderbar mit der untergehenden Sonne und schufen schon fast eine kitschige Atmosphäre, während die Growls des leider wieder viel zu wortkargen Fronters Mikael Åkerfeldt in den sich verdunkelnden Himmel hineindrangen und jedes Fanherz ob dieser gelungenen Mischung höher schlagen ließen.

Kurz vor 23:00 Uhr war es dann auch schon wieder Zeit für den Headliner auf der Main Stage: die deutschen Thrash-Ikonen Kreator. Bereits die in der Umbaupause aufgestellten LED-Wände ließen vermuten: hier wird gleich etwas Beeindruckendes passieren. Als die Band schließlich die Bühne betrat und den Gig mit „Enemy Of God“ einläutete, stieg die Stimmung immer weiter, während sich erste Moshpits bildeten und sich der erste Schwung an Crowdsurfern auf den Weg nach vorne machte. Songs wie „Awakening Of The Gods“ oder „Phantom Antichrist“ wurden visuell durch die LED-Wände sowie mit Pyros und Nebelkanonen untermalt, bei „From Flood Into Fire“ gab es dann noch einen ganz besonderen Moment, als tausend Stimmen zusammen „We’re in this together“ grölten.

Nun aber schnell zurück zur T-Stage, denn dort spielte bereits die US-amerikanische Doom Metal-Formation Agalloch, die man auf europäischen Bühnen leider viel zu selten zu Gesicht bekommt. Leider ist es mir unmöglich, diesen Auftritt in Worte zu fassen, denn was sich da abspielte, war einfach nur überwältigend, selbst für Nicht-Diehard-Fans. Der gute Sound sorgte zusätzlich noch dafür, dass Songs wie „Into The Painted Grey“ oder „Plateau Of The Ages“ ihre Wirkung nicht verfehlten. Definitiv eines meiner Highlights des Festivals.

Freitag ist Staublungen-Tag

Nach einem kurzen Abstecher im Städtchen Dinkelsbühl, das dank dem kostenlosen Shuttleservice in wenigen Minuten vom Festivalgelände zu erreichen ist, wurde zur Mittagszeit wieder das Infield angesteuert, um den zweiten Festivaltag mit einer Portion Pagan Metal aus dem Hause Heidevolk zu beginnen. Mit einem freundlichen „Guten Morgen, Summer Breeze, sind Sie schon wach?“ wurde man von den Niederländern begrüßt, ehe das hymnenhafte „Winter Woede“ den sympathischen Auftritt einläutete. Songs wie das obligatorische „Saksenland“ oder „Vulgaris Magistralis“ heizten die Stimmung weiter an, nach dem abschließenden „Veleda“ wurde zwar noch eine Zugabe gefordert, diesem Wunsch der Fans konnte allerdings leider nicht nachgekommen werden.

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Wahren Fans konnte auch die Hitze nichts anhaben

Bis zur nächsten relevanten Band um 16:00 Uhr war noch genügend Zeit, weshalb die Pause genutzt werden konnte, um sich zu verköstigen, die vielen verschiedenen Shops genauer durchzusehen oder Abkühlung im praktisch direkt vor dem Gelände gelegenen Teich zu suchen bzw. sich dort auf ein schattiges Fleckchen zu fläzen. Zum Auftritt von Ensiferum auf der Main Stage wurde dann wieder, zusammen mit zahllosen anderen Besuchern, der Hitze getrotzt. Als Entschädigung bescherten uns die Finnen wieder mal einen mitreißenden und für beide Seiten schweißtreibenden Auftritt mit Hits wie „Warrior Without A War“, „From Afar“ oder „Two Of Spades“. Letzterer wurde dann, sehr zur Freude vieler männlicher Fans, auch noch von zwei Tänzerinnen untermalt.

Aufgrund einer Unwetterwarnung hieß es dann erstmal wieder zurück zum Zelt, um sicherzugehen, dass es auch standhalten würde. Bald darauf setzte dann auch schon der Regen ein, es begann zu donnern und zu blitzen und das Programm musste kurzzeitig unterbrochen werden. Zum Glück kam ich auch noch an den angepassten Timetable, der leider nur über die App veröffentlicht wurde und somit für Besucher, die während des Festivals kein Internet nutzten bzw. nutzen konnten, nicht zugänglich war. Nachdem das Unwetter weitergezogen war, hieß es erstmal, die gereinigte und von Staub befreite Luft einsaugen. Pünktlich zu den ungarischen Nachbarn Ektomorf um 21:30 Uhr, um die es vor der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Retribution“ ziemlich still geworden war, fand ich mich wieder bei der T-Stage ein. Dementsprechend merkte man auch die Ungeduld der Fans, die sich kurz vor Beginn in fordernde Rufe entlud. Als das Quintett dann endlich die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr, und mit „You Can’t Control Me“ wurde sogleich ein fetter Einstieg hingelegt. Auch mit „I Know Them“, „Black Flag“ oder „Outcast“ traf die Band genau den Nerv der Fans, Sprunggelenke wurden strapaziert, Haare flogen durch die Luft und Pits bildeten sich von selbst. Stark!

Auch Bloodbath im Anschluss auf der Pain Stage sorgten für einen mehr als gut besuchten Zuschauerbereich. Mit Spannung wurden die Schweden von Fans und Skeptikern erwartet, immerhin steht seit „Grand Morbid Funeral“ Paradise Lost-Fronter Nick Holmes am Mikro, der sich an diesem Abend nun auch live beweisen musste. Und das schaffte er mit Bravour: Nicht nur Songs wie „Unite In Pain“ vom neuen Longplayer wurden bestens rübergebracht, auch Klassiker wie „Cancer Of The Soul“ oder „Like Fire“ funktionierten perfekt. Harte Riffs und ein unfassbarer Martin Axenroth am Schlagzeug taten ihr Übriges, um Skeptiker ein für allemal zum Schweigen zu bringen.

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Sympathische Publikumsmagneten: Trivium

Weg vom Old School Death Metal und wieder zurück zu modernerem Metal mit Trivium im Anschluss auf der Main Stage. Mit der neuen Single „Silence In The Snow“, gefolgt vom Dauerbrenner „Down From The Sky“ wurde bereits ein mächtiger Einstieg in das etwa 80-minütige Set hingelegt. Doch nicht nur die üblichen Trivium-Klassiker wurden zum Besten gegeben, auch weniger bekannte Songs fanden ihren Weg in die Setlist, die jedoch nicht minder gut ankamen, während das dichtgedrängte Bild auf die Zuschauer immer wieder von Moshpits oder gar einer Wall of Death aufgelockert wurde. Sichtlich angetan von der Energie des Publikums, zeigte sich Sänger und Gitarrist Matt Heafy in Plauderstimmung und schwelgte in Erinnerungen an das erste Trivium-Konzert in Deutschland. Ein textsicheres und begeistertes Publikum, das trotz Unwetter und bereits drei Tagen Festival dennoch alles gab, sollte aber nicht weniger gut in Erinnerung bleiben.

Der nächste Abrissauftritt auf der T-Stage um 01:45 Uhr wurde Ihnen präsentiert von Walls Of Jericho. Das Backdrop mit der Aufschrit „Mosh Army“ sollte wegweisend für die nächste Stunde werden: Songs wie „A Trigger Full Of Promises“ oder „The American Dream“ ließen die Mosher zur Höchstform auflaufen, während Frontfrau Candace Kucsulain den Abriss von der Bühne aus dirigierte und mit ihrer Live-Präsenz alle Anwesenden beeindruckte.

Schirenc Plays Pungent Stench hatten da um 03:15 Uhr leider weitaus schwerere Bedingungen. Die verschobene Spielzeit und das Unwetter zogen die Massen eher in die Zelte als zur T-Stage. Davon ließen sich die österreichischen Death Metal-Urgesteine aber zum Glück nicht beeindrucken und lieferten zur frühen Morgenstunde einen Gig ab, der definitiv mehr Zuschauer verdient hätte.

Samstag – Endspurt

Aufgrund des Unwetters am Vorabend konnte man es am Samstag etwas länger als sonst im Zelt aushalten und zumindest ein wenig Schlaf nachholen, bevor der erste Besichtigungstermin für 12:40 Uhr anstand: Be’lakor aus Down Under nahmen die Main Stage ein und konnten bereits auf eine beachtliche Anzahl an Zuschauern blicken. Sichtlich groß war die Spielfreude bei Songs wie „In Parting“ oder „Remnants“, auch bei dem neuen Song „Exogeny“ aus dem kommenden Album. Allerdings hätte es gerne eine andere Tageszeit oder zumindest die T-Stage sein dürfen, um die atmosphärische Stimmung besser zu transportieren.

Zwar war es zwischenzeitlich immer mal wieder bewölkt, was zumindest für eine kurzzeitige Abkühlung sorgte, das Konzert von Emil Bulls um 15:10 Uhr war dann aber schon wieder in gleißendes Sonnenlicht getaucht. Das hielt die Fans jedoch nicht davon ab, dem Auftritt in Scharen beizuwohnen und die Münchner gebührend zu feiern. Die Band dankte es ihnen mit Songs wie „Hearteater“, „Here Comes The Fire“ oder „Worlds Apart“, zu denen es sich vor allem für Fans der neueren Alben gut moshen und crowdsurfen ließ.

Noch voller wurde es im Anschluss bei Kataklysm auf der Main Stage, die es verstanden, einen sympathischen und, mithilfe einer wahren Death Metal-Soundwalze, brachialen Auftritt hinzulegen. Klassiker wie „As I Slither“ oder „Crippled And Broken“ begeisterten bis in die hinteren Reihen, doch auch neue Songs á la „The Black Sheep“ oder „Like Animals“ sorgten für eine ordentliche Strapazierung der Nackenmuskulatur. Fett!

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Spaßige Nachmittagsblödler: Knorkator

Immer voller wurde es im Zuschauerbereich, denn nachdem Kataklysm die Main Stage auseinandergenommen hatten, wartete auf der Pain Stage spätnachmittägliche Bespaßung, zur Verfügung gestellt von den Berlinern Knorkator. Mit viel Witz und einer extra Portion Wahnsinn führte Chef Stumpen, der bereits sehr früh seiner Textilallergie nachgab und sich fast gänzlich seines Bühnenoutfits entledigte, durch die einstündige Show und hatte das Publikum fest in der Hand. Zu Songs wie „Böse“, „Wir Werden Alle Sterben“ oder „Alter Mann“ schwappten die Crowdsurfer nur so nach vorne (bzw. nach Stumpens Anweisung nach hinten), ein tausendstimmiger Chor unterstützte die Band bei ihren Texten und wem bei diesem spaßigen Spektakel nicht regelmäßig ein Grinser auskam, hat definitiv etwas falsch gemacht.

Der anschließende Aufenthalt am Zeltplatz wurde durch den nächsten Schwung Regen spontan verlängert, weshalb es erst wieder um etwa 21:00 Uhr zum Infield ging, um noch ein wenig von Hatebreed mitzuerleben. Zu den US-Amerikanern muss man wohl nicht mehr viel sagen: Ein voller Zuschauerbereich, gefüllt mit moshwütigen Fans, die es verstanden, kollektiv auszurasten und Songs wie „This Is Now“, „I Will Be Heard“ oder, Mottoträger des Abends, „Destroy Everything“ sorgten wieder mal für einen amtlichen Abriss.

Auch Dark Tranquillity im Anschluss auf der Pain Stage wussten die in Scharen gekommenen Fans zu begeistern. Unterstützt von einer riesigen Leinwand, auf der während des Auftritts düstere Projektionen sowie Wörter der gespielten Songs abgespielt wurden, und einem begeisterten und textsicheren Publikum spielten die sympathischen Schweden eine Auswahl ihrer Songs im Stil der alten Göteburger Schule. Besonders Fronter Mikael Stanne suchte immer wieder den Kontakt zu den Fans, bei „The Mundane And The Magic“ wurde sich das Mikro aufgrund Ermangelung einer weiblichen Duettpartnerin mit zwei weiblichen Fans aus der ersten Reihe geteilt. Unglaublich sympathisch, diese Herren!

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Für viele die Überraschung des Abends: Terror Universal

Mit etwa zehnminütiger Verspätung wurde es dann auf der T-Stage Zeit für den Gig von Terror Universal, einer neuen Supergroup bestehend aus (ehemaligen) Mitgliedern von Machine Head, Soulfly und Ill Niño. Die anfänglich noch recht überschaubare Zuschaueranzahl sollte sich nach den ersten Songs bald vergrößern, der groovige Sound wusste zu beeindrucken und gegen Ende kam sogar noch eine Wall Of Death zustande, bevor der viel zu kurze Auftritt mit dem Rob Zombie-Cover „Superbeast“ auch schon wieder sein Ende fand. Terror Universal erwiesen sich als vielversprechende Band, von der man in Zukunft hoffentlich noch einiges hören wird.

Persönlicher Festivalheadliner waren dann die Finnen Ghost Brigade um 00:45 Uhr auf der T-Stage. Hauptaugenmerk lag auch am Summer Breeze ganz klar auf der neuesten Veröffentlichung, begonnen wurde sogleich mit dem wunderbaren „IV: One With The Storm“-Doppel „Wretched Blues“ und „Aurora“. Direkt danach ging es auch schon weiter mit dem Übersong „Into The Black Light“, welcher die Stimmung sogleich mächtig steigen ließ. Ghost Brigade schafften es, eine ganz besondere Atmosphäre in das Zelt zu bringen, Frontmann Manne Ikonen zeigte sich wortkarg und bewegte sich selbstvergessen in seiner ganz eigenen Welt, ließ sich seine Leidenschaft zur Musik jedoch gleichermaßen wie seine Bandkollegen anmerken. Zugaberufen nach dem einstündigen Gig konnte leider nicht nachgekommen werden, und so wurde es Zeit, dem Regen erneut gegenüberzutreten und bald darauf aufgrund der frühen Abreise am nächsten Tag ein letztes Mal ins Zelt zu kriechen.

Fazit

Auch in diesem Jahr war das Summer Breeze Open Air wieder ein voller Erfolg. Das Festival konnte nicht nur mit grandiosen Bands, sondern auch einer top Organisation aufwarten, auch den Sound auf den Stages empfand ich als besser als im Vorjahr. Die Stimmung bei den Besuchern hätte ebenfalls kaum besser sein können, von jeglichen Auseinandersetzungen oder anderen unschönen Erlebnissen wurde ich zum Glück verschont. Summer Breeze, es war mir eine Ehre, hoffentlich bis zum nächsten Jahr!

Fotocredits: Facebook-Seite Summer Breeze

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