Die musikalische Verbindung von Mensch und Architektur.

Das „Human-Harp“- Project

Di Mainstone experimentiert mit musikalischen Schnittstellen. Ihr Projekt „Human Harp„, zu Deutsch, menschliche Harfe, hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Bei diesem Projekt werden die Spannungen und Vibrationen von den verschiedensten Brücken auf der ganzen Welt auf ein Interface übertragen, das diese in melodische Klänge umwandelt. Di reist um die Welt um aus diesem Projekt schlussendlich Fixinstallationen zu machen, die von den Passanten genutzt werden können und diese in eine andere Welt entführen sollen.

„Das Aussehen und die Spannung einer Brücke machen Sie grundlegend zu einem riesigen Instrument, wie eine Geige oder eine Harfe“, ist Di überzeugt. Die so genannten „Echo-Kompositionen“ werden durch magnetische Verbindungen von den Brückenpfeilern oder den Trageseilen abgenommen und anschließend harmonisch „gespielt“. Die Vorrichtung hat eine bizarre Schönheit und erinnert an einen Puppenspieler. Es sieht fast so aus als ob die Brücke die Person kontrolliert, die versucht mit ihr in Harmonie zu gelangen. Die Verschmelzung von Bewegung und Ton erzeugt eine intuitive Verbindung zu der „Seele“ der Brücke. Die Essenz der Bewegungen individueller TänzerInnen wird so mit den vielseitigen Tönen, die auf der jeweiligen Brücke zu hören sind, vermischt und erzeugt immer neue Kompositionen und Tonfolgen.

Das größte Instrument der Welt

Die Schwingungen der Brücke werden durch magnetische Kontaktmikrofone aufgenommen und auf das Innere einiger kleiner „schneckenartiger“ Vorrichtungen übertragen. Anschließend können diese von Schnüren, die am Körper des Spielers/ der Spielerin befestigt sind, moduliert werden.  Hierbei wird die Information über die Zugkraft der Schnur, ihr Winkel und ihre Länge durch Sensoren gemessen und dann auf ein eigenes Übersetzungs-Programm übertragen. Dieses wird dann in Ableton Live weiterverarbeitet und mit speziell ausgewählten Tönen überlegt bis am Ende klare, wunderlich verzerrte Sounds entstehen. Derzeit nehmen die Mikrofone noch keine Umgebungstöne auf, das soll sich jedoch ändern und in weiterer Folge zu noch komplexeren Kompositionen führen.

„An jedem Ort, an den uns dieses Projekt verschlägt, versuchen wir mit lokalen KünstlerInnen zusammenzuarbeiten um möglichst viele Einflüsse von vielen brillianten Köpfen zu bekommen und so das Projekt bestmöglich auszubauen und gleichzeitig ein wenig neue Leute und Techniken kennen zu lernen. Da wir die Technik in Kopenhagen, das Equipment in London und die erste Installation in New York erarbeitet haben, fühlt sich jeder Schritt des Projekts wie ein konstantes „Brücken-Schlagen“ an, sinniert Di über Ihre Arbeit mit der menschlichen Harfe.

Die Symbologie der Vereinung von Mensch und Architektur, spiegelt den Charakter von musikalischen Kollaborationen und genre-übergreifenden Kompositionen wieder. In der Musik werden ständig Brücken geschlagen, die dann wie auch das Bilden einer Brücke von einer Stadt zur nächsten, zu explosionsartigem Wachstum führen können. Wenn Ihr also irgendwann einmal mit einer Sehenswürdigkeit in eurer Stadt jammen wollt, ist Di Mainstone wohl die erste und beste Ansprechpartnerin.

Mehr Infos gibt es unter humanharp.org

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