Notation Software beginnt das Jahr 2018 mit einem Update auf die Version 3.1.1. Damit wird das Notationsprogramm, das sich auf die Fahnen heftet, das musikerfreundlichste Produkt am Markt beim besten Preisleistungsverhältnis zu sein, auf ein neues Entwicklungslevel gehoben. Wir haben das Programm getestet.

Als Musiker kommt man früher oder später in den Kontakt mit Notationssoftware. Nachdem der Heim-PC in die Aufnahmestruktur der Hobby-, Semi- oder ProStudios Einzug gehalten hat, gab es bald eine große Anzahl von Programmen, die versuchten, dem Musiker beim Erstellen von Partituren zu helfen. So erblickte die erste Version von Notation Software im US-Bundesstaat Washington schon 1994 das Licht der Welt. Vierundzwanzig Jahre später startet Notation Software mit einem Update erneut durch, und verbindet die essentiellen Features, die sich der Musiker von einer Notationssoftware erwartet, mit einem Preis, den auch ein Künstler gerne investiert. Doch wo liegen die Stärken und Schwächen der Software?

Installation: zügig

Das Programm wurde schon in der ersten Phase der Entwicklung für Windows PCs programmiert. Daher ist keine Mac-Version vorhanden. Da aber viele Musiker lieber mit ihrem MacBook kreativ sind, ist die Installation auf einem Mac auch möglich. Mit der wine.app kann man das Programm, wie auf einem PC, am Mac installieren und benutzen. Das ist vielleicht ein kleiner Umweg, funktioniert aber glatt, ohne größere Probleme, auch läuft das einmal installierte Programm sehr stabil.

Handling: easy

Die Notation Software ist in drei verschiedenen Programmversionen erhältlich. Es gibt die freie Version Notation Player, mit der man Midi-Files und mit der Vollversion erstellte Partituren öffnen und abspielen kann. Dann gibt es den Notation Composer, der die Vollversion darstellt und den Notation Musician mit dem man Midi-Files in Partituren konvertieren und teilweise bearbeiten kann (z.B. Lyrics, Akkorde, Transponieren etc). Da Notation Composer alle Features des Notation Musician beinhaltet, bezieht sich dieses Review auf die Version Notation Composer 3.1.1.

Das Programm ist übersichtlich aufgebaut, ist vom Layout der Menüs an die MS Office Produkte angepasst, womit sich der PC-User gleich in einer vertrauten Umgebung befindet. Zusätzlich zu der Menüleiste und den Buttons gibt es horizontale und vertikale Reiter. In den vertikalen Reitern werden gewisse Befehlsguppen zusammengefasst, wodurch man die Bearbeitung des Songs zügig vornehmen kann, ohne umständlich in den Menüs herumzusuchen. Die horizontalen Reiter befinden sich links, hier kann man zwischen den verschiedenen geöffneten Projekten hin- und herblättern.

Der Notation Composer ist in erster Linie auf das Importieren von Midi- und ähnlichen, verwandten Files spezialisiert. Diese können gratis aus dem Netz bezogen und mit Notation Composer bearbeitet werden. Auch hier ist das Handling eher auf die Bearbeitung der Partiturlayouts fokussiert als auf die Bearbeitung der Notenwerte im Projekt. Wobei hier einfach die Taktstriche versetzt werden können, wenn das importierte midi-file nicht exakt eingespielt worden ist. Auf eine Quantisierungseinstellung wurde nach eigenen Angaben bewusst verzichtet, da die Grundeinstellung  sehr gut funtioniert.

Auch die mitgelieferten Soundfonts überzeugen durchaus und klingen für Midi-Instrumente ganz gut. Wer einen besseren Sound wünscht, kann hochwertigere Soundfonts, zum Beispiel frei verfügbare aus dem Netz, importieren. Die Songs können also leicht neu instrumentiert, universell bearbeitet und in den gängigen Audioformaten wie zum Beispiel als Mp3 exportiert werden.

Songerstellung leichtgemacht

Das Programm ist grundsätzlich für die Erstellung eigener Songs geeignet. Die einfachste Methode ist, mit der Maus Noten auf der Partitur hinzuzufügen. Auch Songtexte können sehr einfach importiert und hinzugefügt werden. Ebenfalls ist die Midi-Aufnahme möglich. Mit dem Anschließen eines Midi-Keyboards können nach Click die Melodien eingespielt werden. Ein besonderes Feature, das sich als sehr praktisch erweist, ist der schrittweise Aufnahmemodus, bei dem die Töne einzeln über das Midi-Keyboard eingegeben werden können. So können zügig Songs geschrieben werden. Ein virtuelles Piano oder eine Pianotastatur ist nicht dabei – will man einen Song einspielen, muss ein Midi-Keyboard angeschlossen werden.

Besondere Features

Mit der Version Composer 3.1.1. hat der User die Möglichkeit, das Band-in-a-Box(R)-Plugin separat günstig zu erwerben. Damit verschafft ihm diese Kooperation das einfache und schnelle Erstellen von Begleitspuren zu einer importierten Melodie. Band-in-a-Box(R) kann auch in verschiedenen Musikstilen Bandbegleitungen erstellen. Dies ist als Ideengeber für Coverbands ein gutes Feature. Will die Band einen beliebten Rocksong nun auf Reggae einstudieren, so braucht man nur die Gesangslinie und Band-in-a-Box(R) erstellt eine Partitur für die Bandbegleitung als Reggae-Song.

Fazit

Composer 3.1.1. ist ein Notationsprogramm, das auf alles unnötige Beiwerk verzichtet und ein Arbeitswerkzeug darstellt, das für die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten eines Musikers ausgelegt ist. Das Hauptgebiet, auf dem Notation Composer sehr effizient ist, ist das Importieren von bestehenden Midi-Files und Darstellung der Midi-Befehle in abspielbare und ausdruckbare Partituren. Die Komposition von Songs ist möglich, geht aber bei der wesentlich teureren Konkurrenz, aufgrund der zusätzlichen Features, wohl besser.

Wer das Programm selbst testen möchte, kann sich eine 30-Tage Testversion kostenlos herunterladen. Dateien kann man zwar nicht abspeichern, aber die anderen Features und auch das Band-in-a-Box(R) kann man damit ausprobieren.

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