Als Giorgio Pirazzi, ein Saitenmacher aus Italien, 1798 sein Unternehmen gründete, war ihm wohl nicht bewusst, dass sich dieses, welches damals als Giorgio Pirazzi & Figli bekannt war, heute zu einem der führenden Saitenhersteller entwickeln würde. Seit kurzem sind mehrere neue Saitensätze auch für das Cello zu erwerben, „Cadenza“ und „Soloist“, aus der Reihe Perpetual. Wir haben diese ausführlichst getestet.

Pirastro ist ein renommierter deutscher Hersteller, spezialisiert auf Saiten für Streichinstrumente. Auch heute ist das Unternehmen immer noch unter familiärer Leitung. Ende 1992 übernahm Eva Pirazzi zusammen mit ihrem Mann Volker Müller-Zierach die Leitung der PIRASTRO GmbH.

Die beiden Sätze im Detail

Die beiden Sätze Cadenza und Soloist sind für rund 300,00 € bei den meisten Saitenhändlern zu bekommen.

Ich habe jeden Satz für über eine Woche lang auf meinem Cello gespielt und kam zu sehr unterschiedlichen und unerwarteten Ergebnissen. Beide Sätze kamen mit Medium Chrome Steel A und D-Saite und Rope Core, Tungsten G und C-Saite. Die G und C-Saiten entsprechend in den Variationen „Cadenza“ und „Soloist“.

Seit jeher spiele ich die viel verbreitete Kombination von Larsen (A+D) und Thomastik spirocore (G+C). Da bei den Saiten von Pirastro die G und C-Saite die besonderen zu sein schienen, hatte ich nicht wirklich mit Konkurrenz für die Larsen Saiten gerechnet. Doch hier kam eine Überraschung; die Chrome Steel Saiten (vor allem die A-Saite) haben mich total umgehauen. Sie haben die gleiche „Power“ und Klarheit im Klang, die ich von den Larsen Saiten gewohnt bin und haben zudem eine spezielle Note, die auch in einem kleinen Zimmer das Gefühl von einem großen Konzertsaal erzeugt. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber mich hat diese Tatsache sofort überzeugt.

Die unteren Saiten „Cadenza“ und „Soloist“ werde ich zusammengefasst bewerten. Ich konnte keinen großen Unterschied feststellen und wenn ich mit den Soloist Saiten wesentlich besser zurecht kam, kann dies auch sehr wohl daran liegen, dass ich die Cadenza davor schon eine Woche gespielt hatte.

Im Pianissimo Bereich hatte ich vor allem auf der G-Saite Probleme mit der Ansprache und die Saiten klingen dort (zumindest auf meinem Cello) etwas metallisch und leer. Im Forte Bereich liegt definitiv die Stärke dieser Saiten. Sie haben eine schier endlose Kraft und es macht wahnsinnig Spaß, nach immer noch mehr Klang zu „suchen“, aber auch hier gibt es für mich ein Manko; die Saiten schwingen recht schnell in einer so großen Amplitude, dass sie bei Quinten in der 1. Lage zusammenstoßen. Stört den einen eventuell weniger, den anderen mehr. Ich fand‘ es ungewohnt und recht störend.

Für mich kommen die G und C-Saiten momentan nicht in Frage aber mit den Chrome Steel Saiten hat Pirastro in mir einen Kunden hinzugewonnen.

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