Amandas Nadel sticht ins Auge
Songwriting
Technik
Sound
Bühnenoutfit
Show
4.1STERNE

Amandas Nadel absolvierte im Replugged den einzigen Gig in diesem Jahr in Wien und brachte mit Hemesath harten deutschsprachigen Rock aus dem Münsterland mit.

Viel war noch nicht los, als wir in den Keller des Replugged hinabstiegen, um auf die Konzerte von Hemesath und Amandas Nadel zu warten. Bei Eingang war der Merchstand der beiden Bands schon aufgebaut, aber außer vereinzelnden Gästen und dem Barkeeper war noch nicht viel zu sehen. Pünktlich startete das Intro von Hemesath, inzwischen hatten sich einige mitgereiste Fans aus Deutschland vor der Bühne positioniert. Die Münsterländer legten los, als würden sie in der ausverkauften Stadthalle spielen und zeigten, dass Unterhaltung das Wesentliche an einer Deutschrockshow ist. Sie überzeugten durch ihren sehr präsenten Frontmann Christopher Zumbült. Die Rhythmusgruppe der Band legte das Fundament für die interessanten Gitarrenarrangements, damit auch der Gitarrenfan auf seine Kosten kam. Deutschrock lebt nicht nur von der Optik allein.

Die Band promotet seit September 2015 ihr Album „Für Euch“, dass sie nun erstmals nach Wien geführt hat. Für eine Premiere ein sehr gelungenes Konzert. Es ist nicht immer leicht an einem Donnerstag in einer Stadt, in der man als Band noch verhältnismäßig unbekannt ist, einen guten Gig abzuliefern. Diese Hürde nahm Hemesath sehr elegant. Sie zeigten sehr druckvollen harten Deutschrock mit eingängigen Texten, mit denen sie das Publikum das gesamte Konzert über im Griff hatten. Damit legten sie auch dem Headliner einiges vor.

Amandas Nadel rockt im Replugged

Amandas Nadel zeigte sich im Vergleich zu den Bandfotos und den Videos optisch verwandelt. Neue Frisur, neues Outfit, das sofort ins Auge sticht. Bei den Videos rockte Amandas Nadel noch mit langen Haaren und Bart. Dieses Mal kam er mit Bubikopf und glattrasiert auf die Bühne und zeigte damit mehr die androgyne Seite. Verfolgt man die bisherigen Videos des Künstlers, eine extreme Verwandlung. Dennoch macht diese Facette der Liveshow die Bands sicher um einiges interessanter. Musikalisch gesehen wurden sphärische Synhtieklänge von druckvollen Basslines von Thomas Pfaller unterstützt. An Härte hat Amandas Nadel, trotz des gewandelten Äußeren, nicht verloren.

Die Band präsentierte solide das aktuelle Programm, das Touren durch Deutschland und die Schweiz im Frühling brachte die notwendige Sicherheit. Amandas Nadel unterhielt das nun doch langsam eintrudelnde Publikum die ganze Show über sehr souverän. Die Formation war gut zusammengespielt, die Songs ließen den einzelnen Bandmitgliedern genug Möglichkeiten ihre Virtuosität an den Instrumenten zu zeigen. Besonders die Fills und Breaks von Drummer Max Haas sind erwähnenswert. Er bereitete den druckvollen Boden für die Hardrockshow, dass im Replugged wieder einmal die Wände wackelten.

Auch wenn sich Amandas Nadel für dieses Jahr mit diesen zwei Konzerten aus dem Livebetrieb zurückzieht, kann man schon gespannt sein, ob für den Winter wieder ein neues Video auf dem Plan steht.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.