Vergangenen Mittwoch zerlegten Arch Enemy gemeinsam mit Unearth und Drone das Orpheum Graz. Ein Rückblick auf den Abend mit Headbang-Garantie.

Wenn sich im Grazer Bezirk Lend die Bandshirts mehren und sich die geringe Grünfläche zwischen Lendplatz und Annenstraße verdunkelt, dann kann das nur eines bedeuten: das Orpheum heißt wieder einmal eine Metalband in seinen Räumlichkeiten willkommen.  Vergangenen Mittwoch, am 3. Juni 2015, war das die schwedische Band Arch Enemy, gefolgt von den beiden Supportbands Unearth aus Boston, USA, und Drone aus Deutschland. Diese Konstellation versprach schon im Vorfeld eine gewaltige Show, Circle Pits, Walls of Death und jede Menge wirbelnde Köpfe inklusive. Dass die drei Bands den Erwartungen des Publikums gerecht wurden, war kaum eine Überraschung.

Headbanging von der ersten Minute an

Einen starken Auftritt legte bereits die erste Band des Abends, Drone, hin. Dass die Jungs aus Celle die Show genossen und sich nach über zehn Jahren Bandgeschichte auch schon richtig zu Hause auf der Bühne fühlten, konnte man sehen und hören. Neben gewagten Jumps und animierenden Worten von Frontman Moritz Hempel lockte natürlich auch der mitreißende Thrashmetal, durchzogen von tiefen Growlpassagen und schnellen Gitarren, schon eine große Anzahl Besucher in die Halle.

Richtig voll wurde es bereits mit der zweiten Vorband, Unearth. Die seit fünfzehn Jahren bestehende Band aus den Vereinigten Staaten beeindruckte mit einer unverkennbaren Mischung aus starken Breakdowns und schnellen Passagen, wie wir sie aus dem Thrashmetal-Sektor kennen. Auch wenn der erste Circle Pit einige Anlaufschwierigkeiten hatte, konnte dem erfolgversprechenden Stil der fünfköpfigen Band rund um Sänger Trevor Phipps kaum noch ein Besucher entfliehen. Begleitet von fliegenden Haaren, im Takt nickenden Köpfen und in die Höhe rasenden Fäusten heizten die Jungs mit Nummern von älteren sowie dem aktuellen Album „Watchers of Rule“ der Menge gewaltig ein.

Arch Enemy live@Orpheum Graz

Arch Enemy sorgten im Orpheum für eine markzerreißende Stimmung

Die Halle bebt

Als die Temperaturen gegen halb zehn Uhr abends die gefühlte 30°C Grad Grenze erreicht hatten, wurde klar, auf wen das prall gefüllte Orpheum gewartet hatte – Arch Enemy betraten die Bühne. Hielten die Mauern dem wilden, kräftigen Bass noch stand, so begannen sie definitiv unter dem markzerreißenden Sound von Alissa White-Gluz zu erzittern. Die vor knapp einem Jahr hinzugestoßene neue Frontfrau der schwedischen Band bewies, dass sie bereits mit Arch Enemy verschmolzen war und ihrer Vorgängerin um nichts nachsteht. In alten wie auch in den neuen Nummern des im Vorjahr erschienenen Albums „War Eternal“ ließen ihre Growls und Screams die Halle erbeben.

Auch für optische Highlights hatte die Band gesorgt: Neben einer beeindruckenden Lichtshow konnte vor allem das leuchtende Schlagzeug überzeugen. Den Contest im Alle-Blicke-auf-sich-ziehen gewann aber selbstverständlich Alissa mit ihren blauen Haaren und dem engen weißen Outfit. Als Ganzes betrachtet ließen Arch Enemy rund um Gründer und Gitarristen Michael Amott mit aufschreienden Gitarrensolos, starken Drums und den Raum erfüllenden Basslinien demnach keinen Stein auf dem anderen. Die Band steigerte ihre Stärke sogar mit jeder Nummer, bis ein Gast letztendlich ergriffen genug war und sich der Wall of Death im Handstand stellte. Da kann das Fazit nur lauten, dass es eine gelungene Show von der ersten bis zur letzten Minute, von der ersten Reihe des Publikums bis zur letzten, war, die, nebenbei bemerkt, die Außentemperaturen kühl erscheinen ließ.

Credits: Tim Tronckoe, Lisa Schantl

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.