Celtic Woman begeisterten Wien
Gesangliche Leistung
Instrumentaler Part
Bühnenshow
Songauswahl
4.7STERNE

Celtic Woman faszinierten mit ihrer Destiny World Tour den ganzen Saal der Wiener Stadthalle. Ihre Darbietungen waren ein spannendes und ereignisreiches Spektakel.

Am 20. Februar ging es in der Wiener Stadthalle wild zu. In der größeren Halle war nämlich Masters of Dirt beheimatet, während in der Halle F die vier irischen Ladies ihre Balladen und keltischen Stücke präsentierten. Die Zuordnung des Publikums zur jeweiligen Veranstaltung war relativ einfach, da die Masters of Dirt Besucher im Schnitt gesehen ziemlich jung waren und, sagen wir es einmal so, recht modern gekleidet erschienen. Beim Celtic Woman Konzert sah das schon ein wenig anders aus. Der Altersschnitt lag vermutlich bei Mitte- bis Ende 40 und auch garderobentechnisch waren die Besucher etwas gediegener gekleidet. Auch wenn gesamt gesehen das Publikum bei Celtic Woman nicht so wild erscheinen mag, waren sie den Irinnen trotzdem ein überaus begeistertes und motiviertes Publikum.

EIN TIERISCHES MUSIKALISCHES TRIO PLUS EINS

Die erste Nummer, die den Abend einleitete, war von kräftigem Schlagwerk und bunt klingenden Fiddleklängen gezeichnet. Die erste der vier Mitglieder nahm den Bühnenplatz ganz für sich ein und hopste mit ihrer Violine in der Hand über die ganze Bühne. Anfangs war dieses Spektakel mit dem Herumhopsen zwar recht unterhaltsam anzusehen, im Laufe des Abends wurde es dann aber doch ein wenig anstrengend. Mit ihrem bunten, zerrissenen Kleid sah sie aus wie eine kleine Waldelfe, die musizierend durch die Gegend hüpfte. Dies schien bei dem Publikum jedoch sehr gut anzukommen und auch sie selber wirkte so, als hätte sie großen Spaß daran gehabt und das ist ja das wichtigste! Als dann das nächste Lied anklang, erschienen auch die anderen drei Damen und füllten den Saal mit ihren Stimmen. Anfangs wirkte es beinahe so, als würden sie nur Karaoke singen, weil jeder Ton auf Anhieb perfekt saß und ihre Stimmen mit einer Fülle und Reinheit durch die Lüfte klang, dass es fast unwirklich schien. Natürlich sangen sie aber live, nur um mögliche Unklarheiten auszuräumen. Zwischendurch gelang es den Irinnen sogar, das Publikum zum Weinen zu bringen, zum Beispiel mit „Sometimes A Prayer Will Do“. Die zwei Damen neben mir begannen sich während dieses Liedes ihre Augen zu wischen. Die Darbietungen waren wirklich herausragend und boten viel Grund zur Begeisterung. Nach guten 45 Minuten gab es dann eine kurze Pause, in der es Merchandise Artikel zu erwerben gab und genug Zeit war um, notfalls, ein stilles Örtchen aufzusuchen. Danach tanzten und fidelten sich die Damen in anderen Kleidern, diesmal ganz im Element blau, wieder auf die Bühne zurück. Im Vordergrund stand natürlich die Präsentation ihres Albums „Destiny“, aber auch Weltgrößen wie Enya oder Abba wurden im Rahmen dieses Abends neu zum Leben erweckt und auf keltische Weise interpretiert. Durch Sympathie und Können haben sich die vier Celtic Woman wohl in die Herzen aller Zuseher gesungen.

IRISCHE KLÄNGE UND IHRE MASTER

Instrumental bot der Abend ganz besondere Features. Es waren zwei Perkussionisten auf der Bühne, die mit Schlagzeug, Trommeln, Bodhrán, Gongs und vielen anderen kleineren Instrumenten den Saal mit ihren Rhythmen für sich einnahmen. Sie boten eine wahrlich brillante Meisterleistung. Auch der Bassist, Gitarrist und ein Allrounder, der mehrere Instrumente beherrschte, waren auf der Bühne ganz in ihrem Element. Zur Krönung führte jedoch der Auftritt eines begnadeten Dudelsackspielers, der in Tracht im hinteren Teil des Saals erschien und „Amazing Grace“ mit seinem Spielen anführte. Die musikalische Umrahmung war sozusagen ein voller Erfolg und begeisterte sichtlich das Publikum. Die Musiker waren zwar während der meisten Stücke eher im Hintergrund präsent, aber als sie dann ihre Solos klingen ließen, gehörte alle Aufmerksamkeit nur mehr ihnen.

FAZIT

Um also noch kurz zusammenzufassen, man kann sagen, dass der Abend ein voller Erfolg war, da das Publikum am Ende tobte und auch während des Konzertes die Stimmung auf einem konstanten, hohen Level hielt. Ein absolut gelungener Abend! Teilweise war es doch recht kitschig, aber dieser Stil passt sehr gut zu den Stücken und zu dem Image der vier Ladies, hat also nicht wirklich gestört.

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