Cil City mit Freiraum5 und Brewtality im Aera
Songwriting
Technik
Show
Ambiente
4.3STERNE

Da ja in letzter Zeit so alles was sich mehr oder weniger live auf eine Bühne stellt „rockt“, ist es schwierig Konzerte zu beschreiben, bei denen so richtig die Post abgeht. Letzten Samstag war wieder so eine Gelegenheit, bei der man den Begriff Rock in seiner musikalisch ursprünglichen Bedeutung ruhigen Gewissens gebrauchen konnte.

Das Aera, im Herzen der Wienerstadt, avanciert immer mehr zum beliebten Live-Musiklokal. Im Keller gibt es einen gemütlichen Barraum, der vom eigentlichen Bühnenraum getrennt ist, wodurch sich diese Lokalität auch für Musikabende der härteren Gangart eignet. Ebenso wurde in eine zeitgemäße Sound- und Lichtanlage, die keine Wünsche offen lässt, investiert.

Als wir ankamen, sind Brewtality schon on Stage und demonstrieren, dass man auch zu dritt eine Bühne problemlos ausfüllen kann. Alexander Karlin zeigt was in seiner vielseitigen Hardrockstimme steckt und genießt sichtlich den Auftritt. Schon zur ersten Band ist das Publikum zahlreich erschienenen. Bei dieser Atmosphäre ist es garantiert, dass der der Funke schnell überspringt. David Zenz am Bass und Bernhard Sattra an den Drums treiben den Vokalisten gehörig an und unterstützen ihn mit ihren eigenen Stimmen. Der Abend im Aera wird somit donnernd eröffnet.

Freiraum5: Exprimenteller Hardrock

„Emotionen und Gefühle in harter Verpackung zu übermitteln, ist eine Kunst.“, sind die fünf Jungs von Freiraum5 überzeugt. Sie definieren ihren Musikstil als „HeartRock“ und wollen berührende deutsche Texte in harte Rockriffs kleiden und so das Publikum begeistern. Nebenbei legen sie noch eine sehr gute Bühnenperformance hin, wodurch sie ihrer Show ein kompaktes und stimmiges Profil verleihen. Leider wurde die Stimme von Sänger Make nicht genügend nach vorne gemixt, wodurch viele Textbotschaften wohl unverstanden blieben. Ihre Gefühle konnten sie musikalisch trotzdem gut ausdrücken.

Back in Vienna

Cil City freuten sich sichtlich wieder in Wien zu spielen. Da diese Wiener Clubkonzerte meist nur einmal im Jahr stattfinden, konnten sich die fünf Musiker aus vier Bundesländern über eine stattliche Anzahl an Fans aus der Hauptstadt freuen. Auch wenn die zwei vorhergehenden Bands schon sehr druckvolle Hardrockshows auf die Bühne gezaubert hatten, ging es beim Hauptact bestens in dieser Art weiter. Gitarrist Hal West ließ sich von einem Ventilator die Mähne aus dem Gesicht wehen und schenkte dem Publikum innovative Rocksoli, welche sich mit der Stimme von Deniz Malatyali abwechselten und ergänzten. Managerin und Übergangsbassistin Conny Gass lieferte eine solide Show ab, so, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, als mit Cil City Bass zu spielen. Ist da ein neuer Bassist überhaupt vonnöten?

Fazit

Es war ein spannender und abwechslungsreicher Hardrockabend, der den Namen auch verdiente. Drei Bands, drei unterschiedliche Interpretationen, was zeitgenössischer Hardrock sein kann. Die passende Location wurde auch gefunden, das oft zögerliche Publikum in Wien ist ebenfalls in großer Menge erschienen, was will man mehr?

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