Das waren J.B.O. im Explosiv Graz
Location
Musikalische Performance
Show
4.7Gesamt

Am 15. Oktober 2015 beehrten die Comedy-Metaller J.B.O. das Explosiv Graz. Wir haben den Spaßfaktor des Abends unter die Lupe genommen.


Am Donnerstag, den 15. Oktober 2015, beehrten J.B.O. im Zuge ihrer „Explizite Lyrik“-Jubiläumsfeier das Jugendkulturzentrum Explosiv. Die Lachmuskeln blieben bei der Show der Comedymetaller aus Erlangen alles andere als verschont: Es gab spaßige Showeinlagen, Luftballons und eine Heimsuchung von Bob Marley. Auch die Setlist hielt, was Hannes G. Laber Holzmann uns bereits verraten hatte. So wurde das „Explizite Lyrik“-Album von der ersten Nummer bis zur letzten durchgespielt, umrahmt von den J.B.O. Kulthits schlechthin. Genauso muss ein spaßiger Abend der Superlative aussehen.

Prolog

Eröffnet wurde der Abend von den deutschen Heavy Rockern Stepfather Fred. Die vier Jungs, die mit ihrer Mischung aus älteren und neueren Elementen der härteren Musiksparte auftrumpfen, lockten schon einen Großteil der Konzertbesucher in die Halle. Scream-Parts, raue kratzige Clear Voice und treibende Rhythmen brachten die Halle ab 20:00 Uhr zum Beben und wärmten die Besucher ordentlich auf. Heiße Temperaturen und trockene Luft vertrieben sofort das teilweise regnerische Wetter, das außerhalb der Mauern zugange war.

Hauptteil

JBO

Damit auch jeder mitsingen konnte, gab es gelegentlich ein paar Schilder.

Dann war es soweit. Die Bühne erstrahlte in satten schwarz-rosa-goldigen Farben, als Hannes, Vito, Ralph und Wolfram die Konzerthalle betraten. Nur das „Explizite Lyrik“-Album zu spielen, das wäre doch zu wenig, waren sich J.B.O. und wohl alle Besucher des Explosivs einig. Deshalb gab es zum Aufwärmen einige Nummern aus anderen Werken zu hören. Allen voran eröffnete der Song „Bolle“ vom „Laut“-Longplayer die Show. Es wurde von der ersten Minute an mitgesungen – oder eher mitgegröhlt, auch wenn Hannes immer wieder die Gesangskünste der Grazer betonte – und mitgetanzt. Gute Laune von Null auf Hundert – so soll es sein.

Nach dem Aufwärm-Part ging es endlich los mit den fantastisch-lustigen Songs des Durchbruch-Albums. Die Setlist war natürlich allen J.B.O. Fans bekannt. Da die ganze Halle wieder lauthals in Mitsing-Bereitschaft war, wurden zur Vereinfachung Schilder mit dem Text gezeigt. Bei der ersten Nummer, dem Medley „Kuschelmetal“, kann man sich mit den Textzeilen ja schon mal vertun, vor allem, wenn manche Parts speziell auf die Landeshauptstadt der Steiermark abgestimmt worden waren. Die Leseprobe bestanden aber alle Besucher und so erschallte die ganze Halle im Einklang mit „Bei der Mama, Bring mi ham“.

JBO Stuntmänner

Die beiden Stuntmänner hatten noch mehr drauf als pinke Kleider – wie etwas Dudelsack-Spielen.

Auch die Show konnte sich sehen lassen. Immerhin wären auch J.B.O. schon einmal bei einem Rammstein-Konzert gewesen und wüssten, was sich das Publikum erwartete, so Hannes. Riesige pinke Leuchtbuchstaben in Form von „J.B.O.“, die immer dann aufleuchteten, wenn diese drei Buchstaben in den Texten zum Zug kamen, waren da nur der Anfang. Die wahre Show gehörte nämlich den vier Spaßmusikern selbst und ihren zwei tapferen „Stuntmännern“. Enge pinke Kleider, blonde Perücken, eine mobile Toilette und ein Riesen-Joint – zum Lachen gab es Einiges. Die überzeugenden Tanzeinlagen der strammen Burschen ließen wohl keine Lachmuskeln verschont. Um an dieser Stelle aber allen, die sich die unvergleichbare Show erst bei den kommenden Terminen in Deutschland anschauen werden, nicht die Überraschung zu verderben,  sei hier nicht alles verraten.

JBO Hannes

Hannes G. Laber Holzmann in schwarz-rosa-goldigem Outfit.

Bekanntlich wird in jüngster Zeit ja bei fast jedem Konzert einmal die Flüchtlingskrise und -politik angesprochen. So auch bei J.B.O. Auf die klischeehafte und mittlerweile fast inflationäre Schweigeminute verzichteten sie allerdings. Stattdessen wurde Bob Marley als „Ausländer“ herzlich in unserer Mitte begrüßt und seine Freundschaft mit J.B.O. hervorgehoben. Die Rede ist natürlich von Vito alias „Der Geist von Bob Marley“, der den langen Weg von seinem Grab in Jamaika bis nach Graz auf sich genommen hatte, nur um mit uns zu „Ka Alde, ka G’schrei“ und „Gimme Doop Joana“ abzufeiern – eine gelungene Einlage.

Epilog

Die beiden letzten Nummern des Albums, „Ein guter Tag zum Sterben“ und „J.B.O.“, ließen den Lärmpegel in der Halle noch einmal explodieren. Doch ans Heimgehen dachte noch niemand. Nach lauten Zugabe-Rufen gab es als Draufgabe unter anderem die Kulthymne der Band, „Verteidiger des Blödsinns“, zum Mitsingen- und tanzen. Danach durften sich manche über Plektrons und Sticks freuen und die Ritter in schwarz-rosa-gold verließen das Explosiv in Graz.

Fazit

Gebt mir ein J! Gebt mir ein B! Gebt mir ein O! Was heißt das? – J.B.O.!

J.B.O. haben den Abend eindeutig gerockt. Showeffekt, musikalische Darbietung und Spaßfaktor waren wie gewohnt tadellos. Allerdings war das Rauchen in der Halle an diesem Abend gestattet, was teilweise eine trübe Sicht erzeugte. Eine kleine Bitte auch noch an alle fleißigen Becherwerfer des Abends: Wenn ihr auch in einer noch so tollen Laune seid – einen Becher samt Inhalt auf den Kopf geknallt zu bekommen, ist nicht jedermanns Sache. Ansonsten war der Abend ein voller Erfolg und wir hoffen, J.B.O. bald wieder im schönen Österreich begrüßen zu dürfen.

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