Die deutsche Death-Metal Band Debauchery hat mit F*ck Humanity ein neues Album in den Startlöchern. Ob es sich lohnt reinzuhören, erfahrt ihr hier!

In der Death-Metal-Szene dürfte die deutsche Band Debauchery alles andere als unbekannt sein. Wer sie schon einmal erleben durfte, weiß, dass bei ihren Shows alles geboten wird, was man als Laie von Death-Metal erwarten kann: (Kunst-)Blut, Harte Riffs, Growls und brutale Texte.
Die vier Mitglieder der Band mit den wohlklingenden Namen Mr. Blood, Mr. Death, Mr. Kill und Mr. Debauchery geben jedenfalls mächtig Gas und können ihre Fan-Base schon seit Jahren mit ihrer Musik überzeugen.
Ihre Inspiration bezieht die Truppe stark aus dem Universum des Tabletop-Spiels Warhammer 40.000. Viele Texte befassen sich direkt mit der Thematik aus dem Warhammer-Universum oder behandeln Themen aus der eigens erschaffenen Background-Story mit dem Namen „World of Blood Gods“.
Gegründet wurde die Band im Jahr 2003 und haben bis dato neun Studio-Alben aufgenommen. Der deutschsprachigen Allgemeinheit könnte der Sänger Thomas Gurrath (Mr. Debauchery) aus den Medien bekannt sein. Im Jahr 2010 wurde bekannt, dass ihm aufgrund seiner Musik nahegelegt wurde sein Referendariat an einem Gymnasium zu unterbrechen. Dieser Vorfall schlug Wellen in den Medien und regte viele Diskussionen an in wie weit private (künstlerische) Tätigkeiten Auswirkungen auf den Beruf haben dürfen.
Thomas hat sich aber für die Musik entschieden und deshalb kann ich heute über das neueste Album von Debauchery mit dem Namen F*ck Humanity berichten.

Song für Song

Das Album startet mit dem einem ca. zweiminütigem Intro, das den Titel My Religion is Hate trägt. Ein kurzes und episch anmutendes Stück, das zuerst mit cleaner Gitarre startet, in ein E-Gitarren Solo mündet und von einer kurzen Vocal-Passage beendet wird – auf jeden Fall ein vielversprechender Start.

Ironclad Declaration Of War ist ein solides Lied, das das Album würdig beendet. Hier beweisen Debauchery ihre Fähigkeit einen Chorus zu kreieren, der förmlich zum Mitsingen zwingt.

Das Tempo-Pedal wird in Kneel Before The Dragon Gods ab der ersten Sekunde sofort durchgedrückt. Nahezu durchgehend von einer treibenden Double-Bass begleitet und mit einem Ohrwurm-verdächtigen Chorus versehen, legt das erste Stück die Messlatte mächtig hoch.

Schräge Lyrics bietet der Song Gorezilla in dem es um die titelgebende Kreatur geht, die aber noch übellauniger scheint als ihr asiatischer Cousin.
Die Instrumentalarbeit ist hier eher gradlinig und brachial und unterstützt Gorezilla bei seiner Geschichte über Tod und Zerstörung.

German Warmachine hat einen schönen rockigen Main-Riff, der mich entfernt an Hardrock-Klassiker wie AC/DC erinnert. Eher ein gemächlicher Song, der mitten im Album wieder etwas „Ruhe“ einkehren lässt und das Genick ein wenig entlastet.

Wieder schneller wird es in Murderbrute Minotaurs. Bei der ganzen Soundvielfalt auf dem Album ist dieses Stück aber fast schon zu „normal“ und konnte mich deshalb auch am wenigsten begeistern. Musikalisch zwar stimmig, doch springt der Funke nicht auf mich über. Einzig das funkige Wah-Solo im letzten Drittel hinterlässt Spuren bei mir.

Cover - F*ck Humanity

Das Album-Cover von F*ck Humanity

Der Titel-Track Fuck Humanity beginnt genauso brutal, wie es der Titel vermuten lässt: eine (dämonische anmutende) Erzähl-Stimme leitet das Lied in einer 20-sekündigen Ansprache ein. Ein sehr schnelles Sound-Gewitter, das seinen Hass an die Menschheit herausschreit und dieses Gefühl perfekt an den Hörer vermittelt.

Mein Favorit ist jedoch For The Emperor. Ein massives Gitarren-Intro, ein Mitsing-Chorus, ein Clean-Part, ein unerwartet gutes Solo und dazu ein zügiges Tempo. Hier kann ich mich nicht beklagen.
Wer sich im Universum von Warhammer 40k auskennt, dürfte bereits beim Lesen des Song-Titels geschmunzelt haben und alle anderen dürften mit dem Song auch ihre Freude haben.

Wie ein guter Mix aus Rock, Thrash und Death mutet King of the Killing Zone an. Mit zwei Gitarren-Soli haben auch Anhänger der Saiten-Fraktion ihre Freude, während der Rest sich von den Riffs und den Vocals mitreißen lassen kann.

The Horror Of The Forrest wartet mit einer kleinen Überraschung auf: gerade wenn man glaubt der Song wäre vorbei, geht es nochmal los und ein gesprochenes Outro in deutscher Sprache erklärt nochmal, was mit uns geschieht bevor wir auf einem Baum am Waldesrand landen.

Das wohl schnellste Stück auf dem Album ist Zombie Extermination Crusader und gibt nochmal richtig Gas, bevor es zur einzigen Ballade auf dem Album kommt.

Ja richtig: Es gibt auch zum Abschluss noch eine Ballade auf der CD mit dem Titel To Hell. Cleaner Gesang und eine ruhige Gitarre laden dazu ein, die Feuerzeuge auszupacken. Ein Lied mit dem man nicht gerechnet hätte.

Ironclad Declaration Of War. Nochmal ein solides Lied, das das Album würdig beendet. Auch hier beweisen Debauchery wieder ihre Fähigkeit einen Chorus zu kreieren, der förmlich zum Mitsingen zwingt.

Tracklist

My Religion is Hate (Intro) 1:40
Ironclad Declaration of War 4:03
Kneel before the Dragon Gods 5:39
Gorezilla 4:26
German Warmachine 4:26
Murderbrute Minotaurs 4:02
Fuck Humanity 6:23
For the Emperor 4:49
King of the Killing Zone 3:36
The Horror of the Forrest 3:49
Zombie Extermination Crusader 4:51
To Hell 3:50

Fazit

F*ck Humanity ist ein durch und durch solides Album mit abwechslungsreichen Elementen. Die Lyrics werden nicht jedermanns Sache sein und wer auf Texte über Tod, Blut und Verderben verzichten will, wird hier eher wenig Freude haben.
Alle anderen werden jedoch gerade deswegen ihre Freude damit haben. Man könnte fast schon sagen, dass die Texte so klischeebehaftet sind, dass es schon wieder mehr als gut ist.
Die Texte beiseite gelegt hat das Werk aber instrumental auch viel zu bieten.
Von mir gibt’s auf jeden Fall eine klare Reinhör-Empfehlung.

Auch der Umfang des Albums ist mehr als üppig: Das Box-Set der limited Edition enthält nämlich neben dem Album noch zusätzlich jeweils ein Album der „Schwester“-Bands (in gleicher Besetzung) Blood God und Balgeroth für gerade mal ca. € 20 – So lob ich mir das!

Als obgligatorisches Gusto-Stück hier das Video von German Warmachine:

Fotocredits © Debauchery

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