Viel besser kann man einen Montagabend nicht verbringen: Death Hawks, Jigsaw Beggars und Painted Beehive bringen verzerrte Gitarren und fellbezogene Drums in die Grazer Techno-Hochburg.

Der ansonsten vor allem für seine ausschweifenden Techno Events bekannte Bunker in der Grazer Griesgasse bot am vergangenen Montagabend die Bühne für drei umso ausschweifendere Rockshows.

Weiterentwicklung – Painted Beehive

Painted Beehive, ehemals The Painted Beehive, eröffnen den von PARADOX und Post Office Records auf die Beine gestellten Abend. Nachdem sie im Winter ihre EP Mango Tango veröffentlicht haben, die auch an diesem Abend nicht zu kurz kommt, starten die jungen Steierer hochmotiviert in ihr Set. Auch wenn ihre Musik nichts mit Tango zu tun hat – und mit Mangos eigentlich auch, doch der Titel geht gut über die Lippen – ist die Weiterentwicklung der vier Jungs bemerkenswert. Vor eineinhalb Jahren noch eine hochtalentierte, rohe Indiegruppe, sind sie mittlerweile zu einer experimentelleren, erwachsener klingenden Band herangewachsen, die ihre musikalischen Intentionen besser zu kanalisieren vermag. Ihre Sounds sind ausschweifender und sphärischer geworden, haben von ihrer Eingängikeit und Energie aber nichts verloren, erinnern streckenweise an Coldplay – die guten, alten Coldplay.

Wieder da – Jigsaw Beggars

Wenn man schon die Bühne räumen muss, dann zumindest für die eigenen Labelkollegen. Die ebenfalls bei Post Office Records unter Vertrag stehenden Jigsaw Beggars feiern im Bunker eine glorreiche Rückkehr, nachdem sie sich im vergangenen Jahr mehr als rar gemacht haben. Seit ihrem Konzert als Support von Dandy Warholes in Salzburg im letzten Frühjahr ist es still geworden um die Grazer Vorzeige-Psych-Band, zu ruhig. Doch die Aussicht wieder vor den ikonenhaften Death Hawks auf der Bühne zu stehen war Grund genug sich ein Herz zu fassen, die Gitarren zu packen und wieder auf die Bühne zurückzukehren. Als Ersatz am Bass haben sie sich einen namhaften Mann gesucht, Matthias von Sado Maso Guitar Club und ehemals The Incredible Staggers.
Ob man es hören will oder nicht, in den Jigsaw Beggars steckt so viel Oasis und in Siegfried Franz Ulrichs Stimme – die man leider zu selten zu Gehör bekommt – so viel Liam Gallagher, natürlich in einer völlig anderen psychedelischen Sphäre.

Lebendig – Death Hawks

Der Hauptact des Abends, die Death Hawks aus Finnland, spielen zwar zu reichlich später Stunde vor einem kleineren Publikum als ihre lokalen Vorgänger, sorgen aber in keinster Weise für weniger Verzückung. Die Band, die ob ihres kurzen Bestehens hierzulande einen überraschenden Kultstatus genießt, entführt den Bunker in eine hochspannende Klangwelt. Wartet man vor allem auf sehr intensive, trockene Psychedelic Blues Rock Klänge, wird man überrascht. Death Hawks bieten viel mehr eine Form von Psychedelic Blues Pop. Die tanzbaren Sounds kommen beim Publikum gut an und gehen ohne Umwege ins Ohr. Ein weiteres Puzzlestück im unendlichen Gefüge der modernen psychedelischen Musik, die aktuell von einer jungen Generation so frisch dargeboten wird wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Was will man mehr, an einem Montagabend, an dem die Straßen leer und die Fernseher mit Müll gefüllt sind: Der Bunker ist voll, die Musik gut und die Besucher glücklich.

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